Ressorts & Projekte > aktive Projekte > Ü-Wagen > 
Deutsch

Projekt Übertragungswagen

 

Das Ressort Broadcast hat einen Mercedes Sprinter erworben, welcher zu einem voll funktionstüchtigen Ü-Wagen ausgebaut werden soll.

 

Den aktuellen Ausbaufortschritt
The laser is a solution in search of a problem.
IL-TV-1
Es werde Licht!
Innenausbau
und Berichte von den Einsätzen
Wenn der Strøimgfant zweimal kommt
Science, I film you
"Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin"
Ein neuer Sheriff in der Stadt
Der ilmenauer Kleinkunstpreis ähhh gläserne Johahn

kann man hier im Ü-Wagen-Blog nachlesen.

 

Weiterhin finden sich Informationen über

Mitmachen: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Du interessierst dich für unseren Ü-Wagen oder willst sogar gleich mitmachen? Schreib uns doch eine Mail oder sprich uns einfach an, wenn du uns in Aktion siehst. Wir freuen uns auf dich.

 

Ansprechpartner: Stefan Dornheim, Leo Beyer und Andreas Dommaschk

Die FeM baut einen Ü-Wagen

So könnte er mal aussehen.

 

Das Broadcastteam ist seit dem Wintersemester 2013 dabei, ein Übertragungsfahrzeug auf der Grundlage eines Kastenwagens zu bauen. Das Fahrzeug soll in mehreren Ausbaustufen, beginnend mit der Ausbaustufe 0 (Zulassung und funktionstüchtig mit Einschränkungen) bis zu einem voll funktionsfähigen Übertragungswagen ausgebaut werden. Der Ü-Wagen mit dem Spitznamen "Betsy" soll dazu dienen, den technischen Teil an Liveübertragungen deutlich zu vereinfachen.   mehr...

Football is coming home

Die Wolken sahen böse aus, am Ende blieb es aber weitgehend trocken
Nicht nur auf dem Platz wurde es sportlich
Unsere Kameras machten wir vorsorglich dennoch Wetterfest
Zwei Mal Bildmischer direkt neben einander
Aber das Provisorium passte gerade so auf den Tisch
Selbst die 170 Meter Triax reichten nicht bis zur entferntesten Ecke des 2ten Feldes
Hochkonzentriert am Arbeitsgerät
Am Ende sind doch alle zufrieden mit dem geleisteten
Beim Abbau lässt sich erahnen...
... das es eine größere Materialschlacht war...
... als man bei den Bildern im Stream erwarten würde

Bei unseren Streamingübertragungen hat Sport ja schon immer weit oben auf der Liste gestanden, da mag es rückwirkend doch ein wenig verwundern, dass wir erst jetzt - im Jahre 2016- zum ersten Mal Fußball übertragen. Genauer gesagt, die Halb- und Finalspiele der Ilmenauer Campusliga auf dem Sportplatz der Unisporthalle.

Planlos durch den Aufbau

Manchmal haben auch wir Events, wo man im Nachhinein einfach zugeben muss, dass die Planung schlecht gelaufen ist. Und dieses Event ist eins davon. Zwar haben wir uns schon Gedanken über das grobe Setup gemacht, aber vor Ort stellten wir fest, dass wir viele Dinge nur oberflächlich bedacht hatten. So zum Beispiel die Versorgung mit Strom. Zwar war uns klar, dass wir mit unseren 100m 16A-CEE-Kabeltrommeln nicht zu weit kommen werden, das sie am Ende aber gar nicht reichen würden war auch eine große Portion Pech. Eigentlich gibt es rund um den Sportplatz etliche Verteilerkästen, aber keiner davon stellte sich als für uns nutzbar heraus. Kandidat Eins, ca. 30m entfernt, entpuppte sich als Biotop für ein äußerst agiles Wespenvolk, bei dem wir es dann doch nicht drauf ankommen lassen wollten, den Stecker ohne Stiche hinein zu bekommen. Der zweite Kandidat, ca. 60m entfernt, hatte dagegen das Problem, dass dort nur ein 32A-Stromanschluss verfügbar war und wir aktuell nicht über einen passenden Adapterwürfel verfügen. Der dritte Kandidat, ca. 75m weit weg, beinhaltete dann gar keinen Anschluss sondern nur die Elektrik für die Beleuchtung. Die letzte Möglichkeit wäre eine uns, bereits von Events in der Sporthalle, gut vertraute Kraftstromdose im Gebäude, die wir mit ach und krach mit den Kabeln noch erreicht hätten. Aber hier vereitelte dann ein sich nicht öffnen lassen wollendes Fenster den Zugang. Also mussten wir mit haushaltsüblichen Schukosteckdosen auskommen, welche aber auch nur in der Turnhalle selber zu finden waren. Zum Glück konnten wir uns spontan vom hsf noch eine 200m-Trommel ausborgen und hatten so nach gut zweieinhalb Stunden des suchens und dreier Fehlschläge endlich genug Saft am Wagen um ihn einschalten zu können.

Auch beim Zugang zum Netzwerk hatte unser kollektives Planungshirn scheinbar ein paar Aussetzer, denn uns hätte eigentlich vorher klar sein sollen, dass bei weit über 100m Cat.5 Kabel plus der Inhausverkabelung der Turnhalle es höchst unwahrscheinlich ist, noch einen Link hinzubekommen. Also musste Spontan noch eine Glasfaserstrecke mit passenden Umsetzern aus unserem Außenlager geholt werden, was wieder einiges an Zeit fraß.
Ein bisschen ärgerlich war es zudem, dass wir bei den Absprachen mit der Campusliga aneinander vorbeigeredet haben und die Felder 90 Grad gedreht vorfanden, was uns bei den Kabellängen doch Probleme bereitete.
Eines der "Probleme" war zudem auch hausgemacht. Da es sich zeitlich anbot, nutzten wir die Gelegenheit die Teststellung des voraussichtlich nächsten FeM Bildmischers gleich mal in der Praxis auszuprobieren. Dadurch konnten wir mit einem Gerät beide Spielfelder abdecken. Eine Mischung kann so zukünftig gewohnt mit dem Bedienpanel gesteuert werden, während eine andere Mischung unabhängig davon mittels Software realisiert werden kann. So können z.B. Leinwandmixe oder ein zweites Spielfeld oder oder oder in Zukunft ad hoc, ohne den Aufwand eines zweiten Bildmischers wie bisher, umgesetzt werden. Für die Campusliga bedeutete dies aber leider, dass wir durch den improvisierten Aufbau einige Probleme generierten. Das Gerät tat das was es sollte, aber irgendwie spielte die Routinglogik im Wagen uns einen Streich, was in Kombination mit der späten Verfügbarkeit von Strom dazu führte, dass in den Halbfinalspielen noch Aufbau- und Konfigurationschaos herrschte. Auch die Personalplanung gestaltet sich so kurz vor dem Prüfungszeitraum als ungewohnte Lotterie. Am Ende gab es viele helfende Hände, bis kurz vorher war aber nur bedingt bekannt wer dazu gehörte. Auch brachen im Vorfeld einige Leute studienbedingt weg, was zwar unser vollstes Verständnis hat, aber halt dazu führte das deren Arbeit von anderen zusätzlich bewältigt werden musste.

Ende Gut alles Gut

Trotz der vielen kleinen und großen Pannen, lief es dann aber zum Finale doch noch ganz gut. So konnten wir einen schönen HD-Stream mit engagierten Kommentatoren bieten, was gleichzeitig auch noch von den Kollegen vom Funk aufs UKW und den Radiostream übernommen wurde und dort seine Zuhörer fand. Auch das wichtigste passte: die Stimmung im Team war gewohnt ausgelassen. So machte sowohl der Aufbau als auch das Einsammeln der Technik und der mehreren hundert Meter Kabelwege bei Flutlicht auf dem Platz genug Laune, dass es schnell erledigt war. Für die Zukunft haben wir viel gelernt, was es an dieser Location zu beachten gibt. Auch wenn sie gleich vor der Haustür liegt, hat sie etliche Stolperstellen parat, die es zu umschiffen gilt. Aber positiv denken, so können wir uns, wenn wir wieder hier produzieren, noch ordentlich steigern. Und es war eine der ersten Außenübertragungen, wo es Mutter Natur trotz vorhergesagten Regens am Nachmittag und Abend gut mit uns meinte und es nur ein paar kaum zu erwähnende Nieseltropfen gab.

 

Wenn der Strøimgfant zweimal kommt

Schnell die PA aufgestellt...
... und dann stolz wie Bolle neben dem Vereinslogo posiert
noch trügt der Schein: beim Aufbau schönstes Wetter
das Chaos des übereilten Ladens...
... lässt sich erahnen
so sieht unsere Siegercrew nach getaner Arbeit aus
sorgsame Vorbereitungen
auch von oben
kann man das Feuchte Wetter erahnen
einmal trocknen bitte
neben der Technik...
... bekamen auch der Strømingfant...
... und Pegi besonders gute Plätze

Der Kalender sagt Mitte Juni, das Wetter sagt April, der Buschfunk sagt Bergfest. Und für uns als Medienschaffende heißt das, dass es wieder Zeit für unsere fast schon zur Tradition gewordenen Übertragungen des Seifenkistenrennens und der Bergfestvorlesung ist - der Bergfest e.V. hat es sich gewünscht und wir hatten Lust zu. Also nach ein wenig Vorlauf am Montag schnell genug Leute dazu mobilisiert, Betsy voll gestopft mit tollen Sachen und los geht es... für ganze fünfundsiebzig Meter! Einmal kurz in die Eisen und den schon wartenden Technikerkollegen inkl. seiner PA im Funkbunker des hsf eingesammelt. Naja, auf Grund von chronischen Sitzplatzmangel muss er selber stiefeln, sein Pult aber nimmt der Beifahrer liebevoll auf den Schoß.
Nach ein paar hundert Metern sind wir dann auch schon angekommen und das auspacken auf der Wiese unterhalb des Humboldtbau geht los. Um eine gesunde Mischung aus Aufwand und Bedienkomfort zu nutzen, haben wir uns bei den Bildgebern für zwei unserer Kamerazüge und zwei unserer EB-Camcorder entschieden. Dort wo viele Kabel nur stören und auch noch viel Aufwand bedeuten würden, kommen die per Triax angeschlossenen Kameras zum Einsatz. Näher am Wagen setzen wir auf normales Koax und eine Audiofunkstrecke für das Intercom. Der Funk darf es sich heute mal mit Pult und Musikrechner in der zweiten Reihe gemütlich machen. Eigentlich läuft alles recht routiniert beim Strippenziehen. Geschickt passen wir die Vorlesungspause ab um an unsere Netzwerkdose zu huschen, rollen ein paar Kabel den Berg hinunter, ein paar andere den Berg hinauf, immer den Himmel im Blick, wann denn der kleine Nieselregen kommt, den der Wetterbericht für den Aufbau vorhergesagt hat. Aber es bleibt erst mal sonnig. Beim testen stellen wir dann fest, dass eine der Triaxleitungen, die eigentlich Aufwand sparen sollte, einen Wackler hat und getauscht werden muss. Pech nur, das die Austauschstrippe weit weg im Außenlager steht. Also müssen wir wen abkommandieren der, um bis zum Start des Probelaufs auch das behoben zu haben. Leider mangelt es nun etwas an der Reichweite an unserer Handkamera im Startbereich - nun ja, man kann halt nicht alles haben.

 

Und dann geht der Erste Lauf auch schon los und während eine Kiste nach der anderen den Berg mehr oder minder rasant hinunter saust, verdunkelt sich der Himmel immer mehr. Und so kommt es wie es kommen muss, pünktlich zur ersten Fahrt unserer iSTUFF-Sphinx öffnet sich der Himmel dann zum ersten mal. Geschickt schaffen wir es noch alle Taschen, Koffer und Kisten von der Wiese in oder unter dem Ü-Wagen in Sicherheit zu bringen. Wo kein passender Wetterschutz mit auf dem Berg gewandert ist decken wir PA und Kameras mit allem was sich so finden lässt notdürftig ab. Zum Glück bleibt es nicht zu lange nass von oben und so kann es nach einer kleinen Pause auch schon weiter gehen - diesmal mit dem Wertungslauf. Neu ist dieses Jahr, dass die A-Note für Geschwindigkeit und die B-Note für Gestaltung und Showfaktor der Kisten, einzeln gewertet werden.
Während es auf der Strecke um die Wurst geht, versucht derweil einer aus dem Team noch ein anderes organisatorisches Problem zu lösen. Denn noch etwas ist neu in diesem Jahr: das Rennen und die Bergfestvorlesung finden beide am selben Tag statt. Da uns die Umbauzeit zwischen den beiden Locations zu knapp erscheint, wollten wir eigentlich für die Vorlesung den Aufwand klein halten. Vielleicht nur eine Kamera und einen Encoder direkt oben drauf. Aber dann hatten doch einige Leute Lust darauf sich zu beteiligen, also warum das ganze nicht größer aufziehen. Um das entspannt zu erledigen war der ursprüngliche Plan, uns erneut einen HD-Bildmischer an der Uni zu leihen und damit relaxed eine Zusatzregie hinter dem Helmholtzhörsaal zusammen zu schustern. Aber daraus wurde leider trotz enormem Einsatz und viel Telefoniererei nix, weil keiner der Mischer zur Verfügung stand. Schade, aber so blieb also die Wahl zwischen dem Minimalsetup und ordentlich ranklotzen, sobald die letzten Ansprachen der Siegerehrung vorbei sein würden.

 

Zurück zum Geschehen auf dem Asphalt. Vielfältig waren die Kisten dieses Jahr, ohne Frage. Vom Amnesty-International-Kamel, über das Wohnzimmerkultursofa, bis hin zu den beiden die die B-Note unter sich ausmachen sollten: die liebevoll modellierte iSTUFF-Sphinx und der rollende Palast des BH-Clubs. Beide konnten mit viel Liebe zum Detail aufwarten. Während ein halbes Dutzend Unwürdiger den BHarao des Clubs huldigten, schwang sich sein Amtskollege von schräg gegenüber todesmutig selber auf den Rücken der Sphinx, die vom in ihr lebenden freiberuflichen Sklaven gelenkt wurde. In der Jury entbrannte eine hitzige Debatte darüber, wer die Nasenspitze vorne hat - da kam der erneute, nun auch deutlich heftigere, Regenschauer nur gelegen. Also wieder Pause, unsere Kameramenschen flüchten sich ins erst mal ins innere von Betsy - das restliche Streckenpublikum eher nach Hause. Nach 30 Minuten mit verregneten Panoramaimpressionen der Strecke, ging es dann endlich zur finalen Zeremonie. Und dieses Jahr hat es dann auch endlich geklappt: Sieger in der B-Notenwertung! Entsprechend ausgelassen feiert sich das Team unserer Kiste, zurecht, denn sie haben ja einiges an Zeit und Eifer in die (Um-)Gestaltung gesteckt.
Für uns heißt es nun spurten. Zwar ist das Zeitfenster nicht ganz so kritisch wie befürchtet, aber besonders das schon wieder auftretende Wasser von oben hilft bei der Motivation sich zu beeilen. Dieses mal wird alles recht überhastet ins innere gestopft, es muss ja nicht weit fahren...

 

Schiebeblende von unten links nach oben rechts: Dies sind die Abenteuer des neuen Raumschiff Broadcast. Mit seiner Crew aus fast nur neueren Gesichtern, ist es auf seiner Mission Vorlesungen zu filmen, die noch nie zuvor ein Mensch gefilmt hat.
Am Hinterhof des Helmholtz angekommen legt sozusagen die zweite Schicht los. Auch wenn ihr erster Plan vereitelt wurde, möchte man fast meinen das dies ihren Ehrgeiz nur noch mehr angespornt hat. Schnell sind die vier Signalleitungen für drei Kameras und einen Scanlineconverter gezogen, aber erst mal versperrt eine Tür den Weg. Denn noch herrscht Studiendisziplin im Inneren des Hörsaals. Erst 30 Minuten vor Beginn der Bergfestvorlesung kann die Mannschaft den Raum stürmen. Umso akribischer wird also alles machbare schon einmal im Vorfeld vorbereitet und konfiguriert. Pünktlich als die ersten Studierenden dann aus dem Saal hinaus schlappen, gucken sie nicht schlecht was ihnen da an motivierten Leuten mit Kameras und ähnlichem Gerät entgegen bricht. Schnell und zielstrebig ist so alles an Ort und Stelle. Größtes Problem ist mal wieder ein Laptop und digitale Videostandards. Denn anders als in der Erinnerung hat es hier nur einen DVI Eingang, unser Wandler hat aber natürlich nur das heute verbreitetere HDMI als Ausgang. Also Sprint Nummero Dos zum Office und einen passenden Adapter geholt, bis dann auch nur ganz wenige Flüche später an Beamer, Ü-Wagen und Laptop jeweils das passende Bild zu sehen ist. Mittlerweile steht alles quasi just in time. Und dann die mehr oder minder gute Nachricht, einer der Dozenten musste leider absagen und so haben wir eine halbe Stunde mehr Zeit bis es los geht... nun ja, wir atmen durch und warten.
Dann geht es los, während uns der erste Dozent über die typischen Ausprägungen des ilmenauer Ingenieurtums informiert, werden wir im zweiten Teil über die Optimierungsmöglichkeiten für den noch bevorstehenden Bierathlon aufgeklärt.

 

Am Ende der Veranstaltung freuen wir uns das alles gut geklappt hat und das auch viele der leicht in den Regen gekommenden Dinge wieder trocken sind. Auch draußen ist der Himmel nun soweit klar und so können wir dieses mal alles lehrbuchgerecht in den Wagen stapeln und gemütlich von dannen juckeln. Schnell noch am hsf ihre Anlage entladen und schwubs können wir gen Feierabend segeln, wenn da nicht bloß immer dieses lästige Ausladen am Office auf einen warten würde ... ;-)

Die Lange Schlacht der Technik

Ü-Wagen 2.0 jetzt neu mit Duftbäumchen
Bis zuletzt optimieren die IT'ler noch ihre Programme
Standort 1, Verweildauer ca. 30min
Standort 2, hier wollte Betsy dann bleiben
An den Details verrät sich das Radiovolk dann doch wieder
Viel Material wird dieses Mal mit viel Muskelkraft bewegt, das Einladen würde sich kaum lohnen
Hand im Hand geht der Aufbau fix zustande
Noch ein bisschen ratlos das Dekoteam
Doch aus dem Chaos ...
entsteht dank Plan ...
schnell ein hübsches Studio ...
was von außen richtig einladend wirkte
Draußen entsteht derweil die Bühne für die Showacts
Und auch Spaß kann man damit mehr haben als im Auto
am Ende des Freitags ist erst mal mampfen angesagt
Akribisch wird der Sendeplan der Show vorbereitet
bei über 130 Diensten gilt es den Überblick zu bewahren
Währenddessen übt man sich am Kabelweitwurf
Großgruppenbriefing am Samstag Mittag
Der Funk fühlt sich sichtbar wohl in der Fernsehdeko
Der Kommandostand der IT-Brigade
Betsy mit ihrem neuen Vordach aus liebevoll recycelten iSTUFF Banner
Auch zum Gegenseitigen beschnuppern war das Event gedacht - hier zb. Funker an der Kamera
Hochkonzentriert
und bis hier noch vom Regen verschont
unsere tapferen Außenkameraleute
Auch für den Sound waren wir selbst verantwortlich
Einmal alle cool posen vorm Wagen bitte
Mit dem Feuerwerk ist das Programm am Ende
Endlich alles im Trockenen
Am nächsten Mittag dann kollegiales aufwickeln
Der "Morgen" danach
Ein großes Durcheinander
Gerade noch rechtzeitig
Wieder zurück von der letzten Fahrt

Lang, lang ist es her, dass das letzte Mal der gesamte Campus und auch die Stadt selber sich in mühevoller Kleinarbeit herausgeputzt haben. Denn die Veranstaltung am 28ten Mai ist etwas ganz Besonderes, das nur alle drei Jahre stattfindet. Alle drei Jahre, das ist ein halbes Studentenleben an der TU Ilmenau. Da ist es kaum verwunderlich, dass zu dieser Gelegenheit alle ihr Bestmögliches geben, um den ca. 15tausend Besuchern aus allen Herren Länder Ilmenau von seiner besten Seite zu präsentieren. Und so kam es auch, dass selbst das Campusradio und das Campusfernsehen ihre Feindschaft, die seit Jahren auf bestem Seifenoperniveau gehegt und gepflegt wird, beiseite schoben und gemeinsame Sache machten.

Viel Zeit für Ideen

Bereits im Februar gab es die ersten Treffen der gesamten Glanzlichter-Station an der Mensa, an der sich alle Vereine der Campusfamilie präsentieren konnten. Für uns war vor allem die Baustelle der Live-Auftritte interessant an dieser Stelle, denn bisher war fest geplant, dass es vier Acts auf einer kleinen Bühne auf der Mensawiese geben wird. Dreimal Musik und einmal zwei Poetry-Slammer. Unter schon vielen organisatorischen Detailfragen zu Bänken, Tischen und Podesten fiel am Rande auch kurz die Frage, wie denn die Schlechtwetter-Alternative aussähe. Es wurde beschlossen, dass das Wetter gut wird und wir erst einmal nicht mit so etwas rechnen. Vom Treffen zurückgekehrt stellte sich nun für uns die Frage: wie wollen wir das ganze angehen? Halten wir den Aufwand möglichst gering und nehmen nur den Ü-Wagen, eine Handvoll Kameras und Leute zum Filmen der Bands oder versuchen wir etwas wirklich Großes auf die Beine zu stellen?
Nach etlichem hin und her fanden sich dann Leute, die es zumindest versuchen wollten und so begab es sich gleich am Anfang des Semesters, dass das erste Treffen auf neutralem Gebiet zwischen Fernsehern und Weithörern stattfand. Die Teilnahme war besser als erwartet und so war schnell die Idee final geboren, dass wir um die Live Acts eine Rahmenshow drumherum aufziehen wollten. Eine kniffligere Aufgabe als man zuerst meinen möchte, aber spätestens wenn man am Schnittrechner mal kurz die Augen schließt während sein Machwerk läuft, wird einem schnell bewusst, dass man hier plötzlich auf ganz anderes achten muss.
Auch technisch wollten wir mal wieder etwas Neues wagen und so kam die Idee auf, ein kleines mobiles Außenreportageteam über den Campus zu scheuchen und Liveschalten zu probieren. Inhaltlich lag das größte Experiment in der Rahmensendung rund um die vier Auftritte auf der Bühne und so mussten fünf Sendeblöcke Radio- und TV-tauglich gestaltet werden. Ein Thema war da schnell gefunden: der ewige Spaßbeef zwischen den beiden Medien sollte in amüsanter Art und Weise durch die Sendung führen. Darüber hinaus sollte natürlich auch die Lange Nacht der Technik und deren Programm vorgestellt werden. Nach vielen Diskussionen in großer Runde ist man immer wieder erstaunt, dass auch bei Aufgaben wie der Studiogestaltung doch ein paar "ne oder?!"-Momente auftreten. So zum Beispiel entpuppte sich auf dem letzten Treffen am Mittwoch vorher, dass noch niemand sich vor Ort mal ein Bild gemacht hatte, wie man denn überhaupt Dinge wie Stoffe befestigt bekommt. Aber auch das war schnell vor Ort behoben und das improvisierte Moderationsstudio vor der Pastaria in der Mensa war am Ende sehr hübsch in der Kamera anzusehen.

Das alles und noch viel mehr

Viel Mühe und Konzentration erfordert bei diesem Projekt vor allem, alles im Überblick zu behalten und zu koordinieren. Um einen Überblick zu bekommen, hier mal ein paar der harten Fakten von dem, was zum Einsatz kam:

  • über 40 hsf/iSTUFF/FeMler waren beteiligt
  • 9 Kameras
  • 4 Wirkungsstätten
  • gut einen Kilometer Kabel
  • ca. 7,5 Stunden durchgängiger Sendebetrieb
  • 2-3 Trapoladungen Material
  • 10 senderelevante Rechnersysteme
  • 5 Maskottchen
  • und vieles vieles mehr

All das musste passend dirigiert werden, um einen halbwegs reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Räumlichkeiten waren dieses Mal eine der größeren Herausforderungen. Zwar bot sich rund um und in der Mensa genug Platz, aber einiges musste dadurch etwas anders gestaltet werden als gewohnt. So wurde zum Beispiel die IT diesmal aus dem Wagen verbannt und sie bekam ihr eigenes Reich in der ersten Etage. Hier hatten sie Platz genug, um sich einen ausladenden Leitstand zu bauen. Auch die Position war bestimmt bewusst gewählt: genau vor der Treppe platziert wurden Bittsteller in eine passend unterwürfige Geste gezwungen. Dafür musste man dort oben mit dem doch nicht unerheblichen Hall der Flure leben. Auch war es so notwendig, noch einen dritten Intercomring nach dort zu legen, um die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Außerdem sparten wir uns so auch die Nachtwache, die auf all die Taschen, Kisten, Koffer und ähnliche Verpackungen der Technik, die überall verbaut war, aufpassen konnte. Der Ü-Wagen wurde nach einigem Hin und Her dann doch direkt vor der Mensa abgestellt, um möglichst wenige Stolperfallen zu erzeugen. Auch die Leitungen zur Bühne und zum FoH wurden besuchersicher gemacht und kurzerhand mit Klappspaten und viel Elan fix vergraben. Im Außenbereich begnügten wir uns mit einem Recht kleinen Aufbau. Vier Kameras kamen hier zum Einsatz, im klassischen Setup links & rechts an der Bühne, eine Kamera auf dem Kran und eine Totale am FoH, die aber leider ohne Podest auskommen musste und deshalb oft nur Hinterköpfe bieten konnte.
Das Studio war mit zwei Kameras auf Rollspinnen und einer Minikamera als Totale versehen, was bei dem kleinen Set aber trotzdem hübsche Bilder und viele Möglichkeiten bot. Betsy vor der Mensa diente als zentraler Schaltraum und gleichzeitig als zentrale Regie. Da das Konzept auch darin bestand, sich ein bisschen den Besuchern der Langen Nacht zu präsentieren, wurde noch schnell ein Vorzelt gegen den Regen und die Sonne gebaut. Durch den Schalldruck von der Bühnen-PA mussten wir am Ende aber leider doch ab und zu die Tür schließen.

Drei Tage schaffe schaffe Dinge tue

Freitag: Um den Stress eines solchen Mammutprojektes möglichst klein zu halten, entschlossen wir uns, dass wir möglichst viel bereits am Freitagabend aufbauen wollten. So begann also der Aufbau, von ein paar Material-Einsammelfahrten zuvor abgesehen, gegen 17 Uhr. Zuerst galt es, sich Platz zu schaffen und die Ecke vom dort ansässigen Mensamobiliar zu beräumen. Danach ging vor allem der Deko-Aufbau los. Nebenbei wurde aber auch schon soviel wie möglich an Material und Technik in die Mensa transportiert, da das Wetter gerade trocken blieb. Außerdem sparten wir so etliche Wege am Samstag, wo es schon genug zu tun gab. An sich lief alles gut und zügig, abgesehen von ein paar Designentscheidungen hier und da. Gegen 21:30 Uhr war dann erst einmal Schicht im Studio. Sir schlossen hinter uns ab und gingen zum wohlverdienten Abendessen über, das auf uns im Office wartete.

Samstag: Samstag Vormittag und Nachmittag sind vor allem von der Frage geprägt: hält das Wetter? Denn wie sich schon im Laufe der Woche abzeichnete, würde es nicht trocken bleiben an diesem Wochenende. Wir gehen auf Risiko und verlegen die Kabel für die Schönwettervariante draußen. Alles an Technik wird soweit wasserdicht gemacht wie möglich. Heute wird sich die Investition in echte Wetterschütze an den Kameras auszahlen. Dennoch werden wir sie erst so spät wie möglich draußen hinstellen, was sich als richtiger Entschluss herausstellt. Der erste, noch eher kleine Regenschauer kommt dann auch gegen 14 Uhr, pünktlich zum Sendebeginn gegen 17 Uhr dann ein zweiter. Doch das ist alles schnell vergessen. Nach dem Auftakt im Studio mit den fast schon traditionellen Fehlern wie MAZen, die im Schlussspurt an den Wagen gebracht werden, legen auf der Bühne die Poetry-Slammer Tom Schildhauer und Tobias Kunze los und bringen das Publikum zum schmunzeln. Sogar eins der kleinen Missgeschicke, was sich bei unseren Kameras lautstark wiedergibt, bauen sie geschickt ein. Im Anschluss wieder Studio: nach einer kleinen Vorstellung des hsf und iSTUFF wagen wir die erste Live-Schalte. Nix passiert. Ratlosigkeit bei den IT'lern, die nach Tagen des Testens und Tunens nun von den Konstellationen des Uni-Netzwerkes gemobbt werden.
Die Schalte fällt erstmal flach. Wir schwenken um auf Plan B und lassen die EB-Teams von nun an zeitversetzt senden und schneiden mit. Als solides File auf der Festplatte gelingt das ganze im nächsten Block dank dem Schauspieltalent der Moderatoren. Auf der Bühne erwartet uns als nächstes Crepès Sucette: ein Trio mit Violine, Cachone und Gitarre. Nun wieder im Studio klappt auch die Illusion der Live-Schalte und auch unser erstmalig im Einsatz befindliches On-Air-Grafik-System spielt größtenteils mit. Einzige Ausnahme ist einmal 10 Minuten suchen, weil jemand beim Fummeln im Kofferraum das Signalkabel des Steuerrechners losgerüttelt hatte. Im Anschluss nochmal Musik: die Baracketen aus Ilmenau spielen mit ihrer elektronisch-sphärischen Musik auf. Dank des zusätzlichen Einsatzes eines veranstaltungstechnisch-affinen Broadcastlers ist nun auch die Bühnenbeleuchtung, die uns lieblos hingeklatscht wurde, montiert und eingeschaltet. Der vorletzte Block aus dem Mensastudio verläuft weitestgehend unspannend, der größte Fehler im Allgemeinen liegt darin, dass wir keine echte Priorisierung zwischen Bands und Studiomoderation festgelegt haben und dadurch immer mal wieder Verwirrung aufkommt, was nun wichtiger sei.
Am Schluss spielen dann noch die Thüringen Grammy-Gewinner Zaphod Prefect auf der Wiese und genau hier öffnet sich der Himmel noch einmal richtig und wird so schnell nicht wieder aufhören. Im Leitstand im Wagen bekommen wir vom Leid der tapfer durchhaltenden Kameraleute leider gar nix mit. Und auch die Tatsache, dass die Band und deren Soundcheck zu fast einer halbe Stunde Verzögerung geführt haben trägt dazu bei, dass immer mehr Wasser auf unsere Leute einströmt. Da ihnen der Rückkanal fehlt, machen sie am Ende das Vernünftigste und meutern schlichtweg. Uns im Wagen tut es extrem leid, dass wir ihre missliche Lage nicht realisiert haben und entschuldigen uns vielfach, während wir uns für ihr enormes Engagement bedanken.
Dann nochmal im Studio Abmod: ein paar Impressionen der Abschlussshow und des Feuerwerkes geben wir noch mit auf den Kanal, danach ist Schluss. Naja, zumindest was das Senden selber angeht. Nun geht das Sprinten der Techniker los, die während der Liveshow weniger zu tun hatten. Fix werden die Kameras und ähnliches nach Innen gerettet und dort im Warmen vom Wetterschutz befreit. Erst einmal weiterlaufen lassen ist bei solchen Umweltbedingungen das oberste Gebot, da die Wärme der Geräte es doch schafft, noch einiges an Feuchtigkeit abzuwehren. Dann die Gretchenfrage: was tun mit unserem verbuddelten Kabelschatz auf der Wiese? Nach einigem Hin und Her beschließen wir: raus damit. Und auch wenn es nun schon seit mehreren Stunden regnet, kommt uns ersteinmal Staub entgegen, als wir nur bedingt zimperlich die künstlichen Kupferadern dem Mutterboden entreißen. Mit geballtem Einsatz und vielen Tüchern sind die Kabel bald darauf in der Mensa und sollen dort bis zum nächsten Tag schön ausgerollt trocknen. An sich bietet sich ein Bild wie nach einem Großwaschtag: überall hängen Banner, Kabel, Taschen oder Wetterschütze zum Trocknen. Aber die Optik ist uns nun egal. Wir schauen noch, dass sich keine Besucher mehr in der Mensa verlaufen haben und sperren dann hinter uns ab. Der Großteil des Aufräumes wird vertagt, immerhin ist es auch schon gegen 2 Uhr Nachts und alle sind durchnässt und seit einer gefühlten Ewigkeit auf den Beinen. Die Aftershow im Office zieht sich je nach Gutdünken bis gegen 5 oder 6 Uhr. Die Leute haben es sich verdient, aber es wird sich auch rächen, da es nicht allzu bald weitergehen soll.

Sonntag: Schichtbeginn 8:40 Uhr, zumindest für einige von uns. Es ist abgemacht, dass einige der geliehenen Dinge um 9 Uhr wieder zurückgebracht werden sollen. Nach ein paar im Affekt gesprochenen Flüchen ist der Mitstreiter mit einem Guten-Morgen-Gute-Laune-Kaffee unter der Nase auch schnell wieder besänftigt. Dann der Kopf-Tisch-Moment des Tages: die Gegenseite hat den Termin vergessen und schon die Stadt verlassen. Die Aktion vertagt sich auf demnächst. Nicht gerade begeistert trennen sich die Wege erstmal wieder und eine zweite Runde Schlaf wird sich genehmigt. Gegen 13 Uhr geht dann das Großreinemachen in der Mensa weiter. Ein großer Puzzlespaß für die gesamte Crew. Aber schnell lichtet sich das Chaos und die erste Fuhre kann in die Außenlager zurückgefahren werden. Auch unsere beiden Transportwägelchen werden emsig genutzt, um Material zurück zum Funk oder zum Office zu bekommen. Und da ist er wieder, unser aller Freund der Regen. Aber wir haben noch Glück im Unglück. Fast exakt mit dem Einsetzen des schlimmsten Startkegens, den Ilmenau und Umland in den letzten Jahren erlebt haben, ist die Mannschaft von der letzten Transportfuhre wieder zurück im Office. Und auch sonst kommen der hsf und die FeM um etwaige Wetterschäden herum. Leider haben an diesem Nachmittag nicht alle so viel Glück gehabt.

Deine flash Version entspricht nicht der benötigten Version 9.0.0 für diese Website. Aktualisiere dein Plugin unter http://www.adobe.com/shockwave/download/

Science, I film you

Reges drängen bei der großen Crew
Kurzes checken des Plans
Noch ist Platz um die Kameras in Ruhe ein zu stellen
freies Blickfeld von oben
nochmal kurz entspannen bevor es losgeht
There i patched it!
Ein bissel Eigenwerbung muß auch sein
Dafür wird auch der Strømingfant in Position trappiert
Schnell noch den Wagen konfiguriert
geballte IT Power
Streamen im Mondschein
vor der Unibibliothek
Kabel schlängeln sich durchs Fenster...
...an den Standardwerken der...
...Medienwissenschaft vorbei...
...zum Elefanten hinein in die Gut gefüllte Stube
Unser Bildmischer hochkonzentiert
Alle Infos auf einen Blick
Und dann läuft alles halt irgendwie einfach
Während der Abstimmung mischen sich unsere Kameras auch schon mal unters Publikum

Neues Semester und gleich mal was komplett Neues. Denn mitten im April feiert das bc-Studentencafé seinen 29ten Geburtstag und wie alle Teile der Ilmenauer Studentenclubs, hat man sich eine ganze Woche Sonderprogramm zu diesem Anlass gegönnt. Und so hat man sich mit der Unibibliothek zusammengetan um etwas Neues aus zu probieren und zwar den ersten ilmenauer Science Slam. Doch was ist das: "Science Slam"? - Nun ja, an sich eine Abart des schon recht etablierten Poetry Slams. Mehrere Teilnehmer treten in an einem Abend gegeneinander um die Gunst des Publikums an, welches am Ende dann den Sieger kürt. Der große Unterschied zum normalen Poetry Slam liegt dabei auf der geschickten Einflechtung von wissenschaftlichen Erklärungsmethoden für die größeren und kleineren Phänomene des Alltags oder auch andersherum, ultrakomplexe hardcore Forschungsschwerpunke durch griffige Vergleiche mit dem realen Leben verständlich und obendrein noch möglichst unterhaltsam rüber gebracht. Und da so was immer cool ist, hat uns das Café gefragt ob wir nicht Laune haben, den Abend aufzuzeichnen und parallel ins Interweb zu ballern. Da haben wir uns natürlich nicht allzulange bitten lassen und geschaut wie und mit welchem Aufriss wir das Ganze abdecken wollen. Wer sich auf den üblichen Videoportalen im World Wide Web schon mal in die Kategorie Slam verirrt hat, wird obendrein auch wissen, dass wir im Minimalfall mit einer Kamera und brauchbarem Ton schon konkurrenzfähig gewesen wären, aber rasch zeigte sich das die Begeisterung im Team deutlich größer war als erwartet und wir so mit schwereren Geschützen auffahren konnten.

Gute Planung ist das halbe Event

Die letzte Veranstaltung die wir im Oktagon gefilmt hatten war eine Aufführung des Theaterleiter Theaters in einem der Größeren Gruppenarbeitsräume. Daher entschlossen wir uns das ganze im Vorfeld lieber noch einmal vor Ort zu begutachten und auch gleich mit den Veranstaltern abzuklären was wie wo geplant ist für den Abend. Dabei biete der Hauptlese- und Recherchebereich der Unibib mit seinen drei Ebenen ganz eigenen Herausforderungen. Die Bühne und die Slammer sollten sich auf der untersten Ebene vor der Treppe befinden. Am "Treppenhaus" über ihnen dann die Leinwand. Die Beschallung wird sich ca.  in der Mitte des Raumes befinden und von einem Mitarbeiter der Bibliothek bedient werden. Beim Licht hat man sich auf der Bedingten Möglichkeiten der Anlage für Dunkel mit einem Verfolgerscheinwerfer und ein paar hübschen farbigen LED Akzenten festgelegt. Strom und Netzwerk gab es an fast jeder Ecke in der Bibliothek, eine kurze Mail an die netten Kollegen vom Rechenzentrum und schon lag am Montag die passende Konfiguration für uns an. Bei den Kamerastandorten entschieden wir uns für vier Perspektiven. Die übliche Totale und eine an ähnlicher Stelle Positionierte 2te Kameras für Detailaufnahmen, bildeten die Sicherheitsperspektiven und wurden von uns am Geländer auf dem Zwischengeschoss Positioniert. Unten im Erdgeschoss gab es dann noch zwei weitere Kameras, die eine direkt im Publikum sitzend um den Zuschauer das mittendrin statt nur dabei Gefühl zu vermitteln und eine zweite auf der Linken Flanke um sich um alle Verrücktheiten zu kümmern die der Bildregie so in den Kopf kommen mögen. Das Signal vom Beamer entschieden wir uns bewusst nicht abzugreifen, da wir den Typischen Slam-Look haben wollten. Außerdem lässt sich sonst auch die Route des Laserpointers oder anderer Hilfsmittel schlecht daheim am Bildschirm verfolgen.
Beim Audio war die Hauptherausforderung die Übersicht über die beiden Stageboxen zu behalten. Die erste wurde als Splitt für Ü-Wagen und Beschallung der Mikrofonen zu fungieren. Die Zweite im Zwischengeschoss diente als Input für unsere Zusätzlichen Atmomikrofone und wir gewohnt fiel bei beiden noch auf ein Paar der Outputkanäle der Intercomring für die Kameraleute heraus, so das wir hier wieder etliche hundert Meter analoge Audioleitung bis zum Ü-Wagen durch zwei dünne Cat-5 Kabel und dem darüber laufenden digital Multicore ersetzen konnten.
Fehlte noch die Standortwahl für unsere Betsy. Hier entschieden wir uns dann auf die Fensterfront vorm Zwischengeschoss in Richtung Straße. Wodurch wir vermuteten das Kabelchaos am besten unter Kontrolle zu bekommen. Nachdem dies alles im Kopf klar war packten wir alles in einen möglichst verständlichen Aufbauplan, der als Spickzettel bequem in jede Tasche faltbar war.

Broadcastler assemble

Und dann war es auch schon soweit, der Montag Nachmittag war da und die Gang der fleißigen Helfer versammelte sich im Office. Ruck Zuck war die Technik im Fahrzeug auch ohne große Tetris einlagen verstaut und der lange Marsch zu Unibibliothek konnte losgehen. Ein paar Minuten Fußmarsch später standen wir dann vor der heutigen Eventlocation und klärten erst mal die ersten kleineren Missverständnisse des Tages. So hatte unser Fahrer verstanden das er auf den Parkplatz direkt vor Haupteingang parken soll und die Mitarbeiter waren schon fleißig auf der Suche um den Schlüssel für die Poller der Feuerwehreinfahrt zu suchen. Nachdem sich das aber geregelt hatte war die elektronische Schranke zum eigentlichen unteren Parkplatz im nu Offen. Nach einer kurzen Aufgabenverteilung gings dann auch schon los und alle schwärmten aus. Unseren Leuten die zum allerersten Mal an einer solchen Veranstaltung mitwirkten stellten wir erfahrener Mitglieder zur Seite die ihnen alles in Ruhe erklärten was für den Anfang wichtig ist. Die größte Herausforderung war für uns der möglichst lautlose Aufbau, denn die Bibo hatte ja noch gut drei Stunden geöffnet so das wir den fleißigen Studenten bei ihren Recherchen nicht zu sehr die Konzentration versauen wollten. Auch war es hier und da doch kniffeliger als gedacht die Orientierung zu bewahren in welcher der drei Etagen man sich gerade befand und wo nun der schnellste Weg zurück zum Ü-Wagen oder von draußen zur jeweiligen Kamera führte. Bis auf Kleinigkeiten verlief der Aufbau aber ohne Probleme. Wie üblich dauerte die Konfiguration und das Testen von Signalwegen innerhalb des Wagens oder der Tallyleitungen fürs Rotlicht am längsten. Auch trieben wir zwischenzeitlich unseren Tonmenschen an den Rand der Verzweiflung da das Routing des Intercoms an Pult und Stageboxen stimmte aber an den Kameras selbst einige Dinge falsch eingestellt waren.

Plötzlich steht man vor verschlossenen Türen

Gut eine Stunde vorm Beginn der Veranstaltung trudelten dann die ersten Zuschauer ein. Und von da an schien der stetige Strom kein Ende zu nehmen. Als die Sonne langsam in Richtung Manebach hinter den Bergen verschwand und wir die letzten Handgriffe vornahmen stauten wir nicht schlecht als wir plötzlich vor verschlossenen Türen standen. Der Andrang an Publikum war so enorm das ein Einlaßstopp veranlasst werden musste da die Bibliothek schlicht bis auf den letzten Platz voll war. Aber nachdem die Helfer im Eingang uns als Filmcrew erkannt hatten ging es dann doch schnell wieder ins innere. Aber nicht nur im inneren drängten sich die Zuschauer auch in unserem Stream wurde es kuschelig mit weit über Einhundert Clients im Schnitt. Trotz des großteilig positiven Feedback kommt es natürlich auch hier und da vor das bei einigen Leuten Probleme auftreten beim online schauen. Aber diesen sei an der Stelle gesagt, wir nehmen uns euer Feedback zu Herzen und versuchen die Schwachstellen in unserem fast vollständig auf opensource und eigenem Hirnschmalz basierten Infrastruktur zu finden und zukünftig zu verbessern um kontinuierlich noch besser zu werden. Aber so etwas dauert in einem Verein und mit der immer größer werdenden Vielfalt an Browsern, mobilen oder klassischen Endgeräten und deren jeweiligen Versionen immer eine Weile.
Ein paar Minuten nach dem geplanten Start 20:30 geht es dann auch los, die Moderationen betreten die Bühne und erörtern die Veranstaltung und den Ablauf. Nach der Auslosung der Reihenfolge geht es dann auch los mit dem Ersten der Sieben Slammern. Die sind in ihrem akademischen Titeln auch bunt gemischt, vom einfachen Bachelorstudent bis hin zum Pro.Dr. ist alles vertreten. Jeder hat Zehn Minuten Zeit sein Thema an die Zuschauer zu bringen um am Ende möglichst viele Punkte ab zu stauben. Wer überzieht hat noch 60 Sekunden Gnadenfrist danach wird schonungslos das Mikro abgeschaltet. Nach den ersten vier Präsentationen gibt es eine kleine Pause zum Beine vertreten oder um seinen Vorrat an Knabberzeug und Getränken am Ausschank des Cafés wieder auf zu stocken. Im Anschluss gibt es dann noch einmal drei Teilnehmer und die große Abstimmung durchs Publikum. Nach dem etwas kniffeligen Auszählungsprozess, denn im Dunkeln des Raumes sind die Punktetafel auf den zwei Etagen schwer zu erkennen, steht dann der Sieger fest: Leo Warnov Student der Mathematik konnte sich die entscheidenden extra Pünktchen vor Prof. Dr. Manske sichern und wird somit als Sieger des Abends gekürt.

Abbruch, Abmarsch und ins Bettchen

Für uns steht noch eine Runde schnelles Kabel und Gerätschaften einsammeln an, das Feedback welches uns vor Ort erreicht, ist erst einmal durchweg positiv. Die klamme Kälte, die nun vorherrscht seit dem die Sonne der klaren Nacht gewichen ist beschleunigt das Kabelwickeln dann noch einmal zusätzlich. Gute 50 Minuten später ist dann auch schon wieder alles als wäre nix geschehen und der Fortschrittsbalken des Kopiervorgangs am Schnittplatz füllt sich unaufhaltsam. Die nächsten Tage werden wir versuchen das Material möglichst schnell on Demand zur Verfügung stellen zu können. Vorne im Office gibt es derweil noch ein bissel informelles Aftershow-Chillen und irgendwann später am Morgen verschwinden dann alle nach Hause in ihre Bettchen und gönnen sich ihren wohlverdienten Schlaf.

„Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“

Betsy auf Bildungsreise
an der Schulsporthalle am Stollen
"Das Internet" - unspektakulärer als man es erwarten mag
die Arbeitsplattform für Kamera 2 und 4
einpegeln der Kommentatorenplätze mittels eines "Norm-hsf'lers" ;-)
und Referenzpegeln mittels eines "Norm-iSTUFF'lers"
die andere Art der Bretter die die Welt bedeuten
nach dem langen Stillstand ...
... kann man sich auch ne Pause in luftiger Höhe gönnen
in der Regie gibts auch mal Zeit zum Durchatmen und Witze erzählen
auch dem Strømingfant gefiel der Ausblick
mit den Extramonitoren arbeitet es sich auf Dauer angenehmer
für alle Eventualitäten gerüstet: unsere Moderatoren
erleichterung, dass die Kamera den Sturz überlebt hat
der Großteil der Crew gönnt sich ein Päuschen
schnell noch die Kamera verkabelt, bevor es wieder losgeht
einmal das komplette Setup im Blick
auch die Eigenwerbung muss natürlich sein
Klammheimlich hat er sich ...
... seine eigene Fanbase aufgebaut
wacht über unsere Betsy, auch in der Nacht

Etwas zu wörtlich nehmen die Teilnehmer und -teilnehmerinnen der 27ten Thüringer Box-Einzelmeisterschaften der Kadetten, Junioren, Jugend, Männer und Frauen das weltbekannte Zitat. Nachdem unsere Übertragung und auch die späteren On-Demand-Videos des Stadtpokals im letzten Jahr sehr gut angekommen waren, ließen die Verantwortlichen vom Boxclub Fortuna Ilmenau nicht lange mit ihrer Anfrage auf sich warten, ob wir auch nun im Frühjahr wieder mit am Start sind.

Das halbvergessene Event

Wie öfter mal im - für das Vereinsleben eher ruhigen - Prüfungszeitraum, kommt es vor, dass Veranstaltungen und die Planung für dieselben etwas in Vergessenheit geraten. So war das auch dieses Mal der Fall und so kam es doch zu ein paar hektischen Momenten bzgl. Vorbereitung. Der heikelste Fauxpas war wohl, dass die Organisation eines passenden Internetuplinks erst in der Woche des Events wieder auf dem Schirm kam. Zwar fanden die Kämpfe in der Sporthalle am Stollen und damit doch in einer der belebteren Regionen in Ilmenau statt, doch auch hier ist die Verfügbarkeit von schnellem Internet immer noch eine logistische Herausforderung. Ideen gab es dafür viele:

  1. einige in der Nähe wohnende aktive Femmies hätten ihren Anschluss zur Verfügung gestellt
  2. man hätte versuchen können eine Richtfunkstrecke vom FeM-Office zum Stollen zu schießen
  3. oder man beauftragt einen der neuen Vorreiter des Breitbandausbaus mit einem Eventanschluss

Variante Eins scheiterte leider entweder an den noch schwachbrüstigen DSL2000-Anschlüssen, die zur Verfügung gestanden hätten, oder den Entfernungen von mehreren hundert Metern Kabelstrecke bis zur Turnhalle. Zwar hätte man noch probieren können statt einer Kabelverbindung auch hier mit Funk den Aufwand zu verringern, aber das scheiterte schlicht am selben Problem wie Variante Zwei: der Mangel an Hardware und noch eklatanter dem Mangel an Leuten die sich an einem solchen Projekt austoben wollten. Und so lief es dann, wenn auch zähneknirschend wegen der anfallenden Kosten, auf Variante Drei hinaus. Dafür fiel dann aber das Netz für uns nur gut 15 Meter entfernt aus einer frisch angeschlossenen "Outdoor"-Dose aus einem Kellerfenster. Auch die Datenraten mit ~70Mbit/s Download und entspannten ~35Mbit/s Upload fielen sehr gut aus. Noch schnell die Streambitrate des Mini-Encoder hoch gedreht, eingeschaltet und keine 5min später steht die Übertragung zur Sendeinfrastruktur.


Der Rest des Setups wurde ebenfalls bewusst klein gehalten, vor allem da, wie man ja schon auf dem Campus feststellte, in dieser Studentenjahreszeit eher weniger Leute Zeit haben aufgrund ihres Klausurenpensums. Deshalb begnügen wir uns mit vier Kameras, die wir im klassischen "Halbkreis" um die eine Ringseite platzieren. Da es wenig eingebaute Erhöhungen in der, vor allem für Schul- und Vereinssport genutzten, Turnhalle gibt, behelfen wir uns mit Tischen und einer zusammenbaubaren Arbeitsbühne, die sich in der Halle für Wartungsarbeiten befindet. Auf die so erbaute Plattform kommt die Rettungstotale und eine unserer Henkelmänner Camcorder, die dank der 22-fach Zoomoptik von hier aus prima zusätzliche Details liefern kann. Nur muss der Bedienende hier neben einem ruhigen Händchen auch sehr diszipliniert mit seiner Beinarbeit sein, denn das Aluminiumkonstrukt der Arbeitsbühne ist nicht gerade auf Steifheit ausgelegt und deshalb lassen selbst normale Schritte das Konstrukt - und damit beide Kameras - erzittern. Die zwei Kameraleute in den beiden Ecken am Boxring haben da mehr Glück, denn ihre Standfläche ist vom Kamerapodest deutlich besser entkoppelt.
Beim Audio gibt es die üblichen Atmoeinfang-Mikrofone um den Ring verteilt, Intercomleitungen für das filmende Personal und zwei Headsetplätze für die beiden Moderatoren, die die Fortuna organisiert hat.


Der Aufbau beginnt am Samstag gegen 9:30 Uhr, noch etwas früh für den ein- oder anderen im Team, aber eträglich. Das meiste ist schnell aufgestellt und verkabelt. Doch dann ein Schreckmoment für alle, die gerade in der Halle am werkeln sind. Trotz sorgfältigen Aufbaus hat sich bei einem der Stative einer der Klemmverschlüsse der Beine so gelockert, dass es dem Gewicht der Kamera nicht mehr standhalten kann und einfach wegsackt. Auch im Ü-Wagen, wo die Leute beim Konfigurieren der Geräte nur den plötzlichen, unkontrollierten Schwenk des Kamerabildes gesehen haben, ist nun erstmal das Fragezeichen über den Köpfen groß. Was ist passiert? Ist die Kamera noch intakt? Was ist kaputt gegangen? Doch zum Glück für alle Beteiligten gibt es schnell Entwarnung. Zwar ist ein Plasteteil von der Gegenlichtblende quer durch den Raum geflogen, aber ansonsten ist die Kamera und das Zubehör auf den ersten Blick heil geblieben. Später stellt sich heraus, dass die meiste Energie scheinbar dadurch absorbiert wurde, dass sich die Quickreleaseplatte des Stativs in ihrer Laufschiene verkeilt hat. Hier half dann nur G wie Gewalt, um sie am Ende des ersten Abends wieder heraus zu bekommen.

Immer wieder ärger mit der Zettelwirtschaft

Weitaus aufwändiger und nervenzerrender als die technische Umsetzung, gestaltet sich dieses Mal das Einsammeln der notwendigen Genehmigungen der Teilnehmer. Da in vielen Kategorien Kinder und Minderjährige antreten, müssen wir hier besonderen Wert darauf legen, dass wir das Einverständnis der Eltern für die Aufzeichnung und Übertragung der jeweiligen Kämpfe bekommen. Zwar haben wir schon weit im Vorfeld dem Veranstalter die Dokumente zukommen lassen, aber dies half leider nur bedingt. Häufig steht erst vor Ort fest, ob einige der Teilnehmer überhaupt einen Kontrahenten finden, um in ihrer entsprechenden Gewichtsklasse antreten zu können. Dadurch vergeht wieder ein Großteil der Zeit damit, die Einverständniserklärungen mit den stattfindenden Kämpfen abzugleichen und die fehlenden Genehmigungen ggf. noch schnell vor Ort zu bekommen. Wir werden zwar äußerst engagiert von den lokalen Organisatoren unterstützt, dennoch ist es erst einmal frustrierend wenn man nach 10min Kontrolle der Zettel nur zwei übertragbare Kämpfe zusammen hat, wie es zum Beispiel am Sonntag morgen der Fall war. Zwar füllte sich die Liste dann noch im Laufe der Veranstaltung, aber für uns wäre es natürlich wesentlich schöner, wenn wir dies schon einige Tage im voraus in einer finalen Version gehabt hätten. Auch für das Erstellen der On-Air-Grafiken hätte dies einen enormen Vorteil bedeutet und ein paar, der so entstandenen, Rechtschreibfehler und falsch zusammengetippten Partien vermeiden können. Insgesamt kommen wir aber immer noch auf 28 von gut 40 Kämpfen die wir aufzeichnen und später für die Teilnehmer On-Demand stellen können.

Abends wenn das Sandmännchen kommt

Ungewohnt war für uns auch der generelle zeitliche Ablauf. Bisher war es bei fast allen Sportturnieren die wir übertragen haben so, dass wir bereits Freitags mit dem Aufbau beginnen mussten, da es am Samstag schon zu frühster Morgenstunde - gegen 7 oder 8 Uhr - mit den ersten Partien los ging. Beim Boxen an diesem Wochenende ist es dieses Mal doch sehr anders, denn am Samstag ist der erste Kampf auf 14 Uhr angesetzt. Das hat zwar den Vorteil das der Freitag für uns frei bleibt, aber den Nachteil, dass dafür bis kurz nach 22 Uhr Betrieb in der Halle ist. Gegen 18 Uhr gibt es eine gute Stunde Pause zum längeren Beine vertreten oder um sich am Buffet zu stärken. Den langen Produktionstag merkt man dann auch daran, je später die Stunde nach dem Sandmännchen wird, dass die Konzentration hier und da etwas leidet. Den Moderatoren rutscht hier und da mal eine nicht zum Kampf passende Diskussion in die Moderation, im Wagen fallen hier und da jemandem mal kurz die Äuglein zu und auch bei den Kameraleuten in der stickigen Halle sitzt die eine oder andere Einstellung nicht mehr so gut wie am Anfang. Aber wir sind trotzdem stolz darauf, wie alle, teilweise trotz noch ausklingenden Erkältungen, tapfer durchhalten und wir auch dank des gelegentlichen Aufgabentausches gut durch den Tag kommen.

Leider müssen wir am Ende des Tages noch schnell den Wagen abnabeln, da dank Hallenalarmanlage sämtliche Türen und Fenster über Nacht verriegelt werden müssen. Nach einer guten halben Stunde sind aber sämtliche Kabel in die Halle gezogen und wir können uns auf den Heimweg machen. Nur die Sorge vor kondensierender Feuchtigkeit im Fahrzeug macht uns etwas Gedanken, da wir sonst - wenn möglich - immer die Klimaanlage zur Entfeuchtung laufen lassen.

Am Sonntag ist das Programm dann entspannter. Zwar geht es schon um 9 Uhr los den Ü-Wagen wieder zu verkabeln, dank gewissenhafter Beschriftung ist das aber fix gemacht. Nur ein Netzteil eines der Rechner braucht eine zweite Einladung zum Anspringen, dass dies bei einem externen Schaltnetzteil aber die Feuchtigkeit sein könnte, halten wir für unwahrscheinlich. Bis auf zwei, drei Kämpfe dürfen wir heute auch, nach ein wenig quengeln bei den jeweiligen Teilnehmern, alle Paarungen streamen. Ein paar der angesetzten Aufeinandertreffen fallen jedoch aus und so sind am Ende alle Finale schon kurz nach 12 Uhr ausgetragen. Danach bleibt nur noch der übliche Abbau, der bei den doch recht frischen Temperaturen vor - und der "guten Sportluft" in - der Halle, dieses mal die Wahl des geringeren Übels bietet. Aber dank Ü-Wagen und einer guten Mischung aus geübten und neuen Mitstreitern ist schnell alles in Betsy verstaut und kurz darauf wieder im Lager am Campus.

Quer ist Spaß, längs ist ernst

Auch wenn diese Weisheit aus dem analogen Filmschnitt schon lange zur Vergangenheit gehört, gibt es dieses mal noch ein paar Worte zur unvermeidlichen Postproduktion eines solchen Events. Denn wenn die Kameras schon wieder in ihrem Regal schlummern, wollen noch gute 10-11 Stunden aufgezeichnetes Material zuerst auf das Schnittstorage kopiert und dann vereinzelt werden. Das Zerhacken der 28 Kämpfe geht recht zügig und ist nach 3-4h erst einmal durch. Vor allem das korrekte Benennen und Zuordnen der einzelnen Kämpfe ist hier die Herausforderung. Auch schauen wir noch einmal fix über allzu große Ton-Maleure, hängen einen kleinen Vor- und Abspann dazu und korrigieren ggf. ein paar Schönheitsfehler im Bild. Auch kommt ein 4-Augen-Prinzip zum Einsatz und so checkt ein zweites Mitglied noch einmal alle Dateien auf ihre Richtigkeit, bevor diese dann in einen zentralen Encodingvorgang für die verschiedenen Verbreitungswege umgerechnet werden. Das nimmt dann den Großteil des Montags in Anspruch, dient aber auch gut zum Ausspannen, da es ein relativ stumpfes Abarbeiten der einzelnen Files ist. Andere Leute müssen noch geliehene Technik zurückbringen oder investieren etwas Zeit in die mediale Aufarbeitung der Veranstaltung wie z.B. diesen Blogartikel hier. Wenn das alles dann geschafft ist, kann es auf einer unserer Webseiten veröffentlicht werden und unser Team kann den finalen Haken an ein solches Event setzen.

Ein neuer Sheriff in der Stadt

Wieviele iSTUFFler braucht man um... ach lassen wir das
Safety first, Stolperfallen im Treppenhaus vermeiden wir
unsere ordentlichen Hinterlassenschaften vom Medienpreis
Symbolfoto: iSTUFFler und allgegenwärtige Bedrohung der knappen Zeit
die Kameras werden so weit wie möglich vorbereitet...
... und auch die Kabelstränge die später zu ihnen führen werden
wirkt fast aufgeräumt dieses Mal
einer der dauerhaften Begleiter unserer Betsy
vom Winde verweht: die Aufbaucrew

Naja eigentlich hat der Altvater der Medienstudiengänge in Ilmenau, Prof. Dr-Ing. Hans-Peter Schade, schon vor etlichen Monaten den Staffelstab an seinen Nachfolger, Prof. Dr-Ing. Alexander Raake, übergeben, aber da man ihn erst einmal in Ruhe ankommen lassen wollte, wurde die feierliche Begrüßung auf den Anfang des neuen Jahres gelegt.
Und wie es sich für einen Professor so gehört, muss er dann auch gleich noch einmal zeigen was er so kann - im Rahmen seiner feierlichen Antrittsvorlesung.
Auch wenn es oft vergessen wird, so hat iSTUFF doch eine ganz besondere Verbundenheit zum Institut für Medientechnik, an dem Prof. Raake am Fachgebiet für Audiovisuelle Technik die Leitung übernommen hat. Denn hier wurden wir ja schlussendlich unter der Federführung Prof. Schades auf die Welt losgelassen. Und so war natürlich sofort klar, dass wir uns bei dieser Veranstaltung besonders rein knien würden.
Das Setup wurde im Vergleich zum Gläsernen Johahn noch einmal etwas aufgebohrt, so dass es nun einen zusätzlichen Live-Stream geben wird, der - weil es gut zu seinen Forschungsschwerpunkten passt - vom Vortragenden gleich in seine Präsentation integriert wurde, um daran einige Phänomene zu erläutern. Deshalb, und auch um zu zeigen was die Medienstudiengänge in über 20 Jahren in Ilmenau alles auf die Beine gestellt haben, fahren wir noch 2 weitere Kameras auf, die Bilder vom und aus dem Ü-Wagen liefern.
Auch leihen wir unser Signal den Kollegen vom Funk, die in ihrem Keller das Programm übernehmen und mit einen Kommentar ihrer StationVoice um die verlorenen visuellen Inhalte ergänzen.
Ansonsten hat sich hier und da ein Standort im Hörsaal verschoben, aber viele Änderungen gab es im Setup nicht. Nur schnell gehen muss es heute, da wir nur eine knappe Stunde Zeit zum aufbauen im Hörsaal selbst haben. So rücken wir etwas vorher an um möglichst viel im Vorfeld vorzubereiten.

Does it look like sound?

Mit dieser Frage eröffnet Prof. Raake dann seinen Vortrag. Zuvor gab es noch ein musikalisches Ständchen und viele lobenden Worte vom Rektor, dem Dekan und der Institutsleiterin, wie es zu solchen Anlässen Tradition ist.
In seiner Vorlesung stellt der neue Professor dann die Schwerpunkte vor, die er sich für das Fachgebiet in Zukunft vorgenommen hat. Vor allem wird es zukünftig in Richtung Qualitätsbeurteilungen gehen, aber auch die Gebiete der Medienübertragung per IP und das vernetzte Studio der Zukunft sollen eine Rolle spielen. Und so schildert er dann in einem sehr angenehmen Stil die aktuellen Probleme und Herausforderungen in diesen Gebieten.

Es ist und bleibt eben eine Vorlesung

Aber auch wenn durch die feierliche Atmosphäre und die vielen hochrangigen Gäste aus Forschung und Wirtschaft erst mal ein anderer Anschein aufkommt, inhaltlich ist und bleibt es dann eben eine Vorlesung. Und das bedeutet für uns in der medialen Aufbereitung doch etwas ganz anderes als bei den gewohnten Sportübertragungen oder Konzerten. Es bedeutet aber auch das es eine gute Gelegenheit ist um unseren neuen Mitgliedern die Arbeit als Regisseur oder Bildmischer näher zu bringen, da es doch nur um einen Mann und seine Folien geht im Kern. Dadurch bleibt recht viel Zeit und Gelegenheit in Ruhe die Bilder auf den Multiviewern zu beurteilen, Korrekturen und Wünsche an die Kameraleute weiter zu reichen und seinen eignen Rhythmus für die Bildreihenfolge zu finden.
Einen kleinen Moment des Nervenkitzels gibt es aber trotzdem. Der Augenblick indem wir live auf die Beautyshotkamera vor dem Ü-Wagen und anschließend in die Kabine schalten wollen. Da heißt es doch konzentriert den Worten und Taten im Hörsaal zu folgen um den Moment nicht zu verpassen. An sich klappt es dann auch soweit, aber scheinbar ist der abspielende Laptop heute mit dem falschen Fuß aufgestanden und so sehen wir dann erst mal nix und dann einen geschickt seine Nervosität überspielenden Vorlesenden. Schließlich passt alles und wir dienen wunderbar als Beispiel für all die Probleme wie Verzögerung, Netzkapazität und was beim Streamen so passieren kann.
Dann eine kleine Weile später ist auch an diesem Abend der offizielle Teil vorbei. Diesmal stürzen wir uns nicht gleich auf die Kabel zum einsammeln sondern warten noch ein bisschen ab und präsentieren unseren Wagen dem einen oder anderen Interessierten unter den Gästen.
Darauf folgt das übliche Spiel. Alles einsacken, Ladung im Inneren von Betsy sichern, die wohlverdienten Reste des Buffets plündern und mit den verbliebenen Gästen etwas socialisen. Danach gehts im Dunkel der frühen Nacht ab zum Ausladen auf dem unteren Campus.
Und wir freuen uns schon darauf, in naher Zukunft mit dem IMT weiterhin so gut zusammen zu arbeiten wie bisher und vielleicht auch hier und da ein paar neue Möglichkeiten der Kooperation auszuprobieren. Wir wünschen Prof. Raake auf jeden Fall einen guten Start und viel Erfolg an der TU Ilmenau.

Der ilmenauer Kleinkunstpreis ähhh gläserne Johahn

die Regie, diesmal in der zweiten Reihe
Betsy am Hintereingang des Helmholtz-HS
damit die Kabel keinen Schnupfen bekommen, gibts ein Deckchen
Abzweigung für die Audiosignale
die Regie für die Beamerbespaßung
Männer, die auf Leinwände zeigen
gut zu sehen, die neuen Tallyboxen auf der Kamera
Erst hinter und für sPiTV später vor der Kamera
mit bequemen Stand kann man auch konzentriert Schärfe ziehen
Extra in Schale geworfen, fällt die Kamerafrau kaum auf
drehfertig vorbereitet: die sPiTV Ausrüstung

Wer kennt das nicht: man ist Medienschaffender und dies bedeutet, dass meistens erst einmal die Werke und nicht man selbst im Rampenlicht steht. Und aus diesem Grunde sind auch Preisverleihungen an Diejenigen so beliebt, die normalerweise andere Leute mit ihren Werken unterhalten, bewegen oder zum Nachdenken anregen. Das Spektrum reicht von kleinen bis großen Events, sodass es mittlerweile sogar im beschaulichen Ilmenau zwei Veranstaltungen dieser Art gibt. Neben den FilmLebenFestival was in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht hat, gibt es da noch den wesentlich länger laufenden IM@P. Den Ilmenauer Mediapreis, der im Jahre 2014 einen Relaunch erfuhr und seid dem Gläserner Johahn heißt.
Verliehen wird dieser Preis vom wissenschaftlichen Beirat Medien der TU Ilmenau in den Kategorien: Schülerpreis, Kurzfilm, Multimedia und Medienkonzept. Um die Organisation kümmert sich ein engagiertes Team aus Studenten der Uni. Und eben jene welche haben uns vom Broadcastteam gebeten, ob wir ihnen als Erinnerung an den Abend helfen könnten, indem wir die Preisverleihung mitschneiden.

Einmal Ehrenberg und zurück

Die Preisverleihung findet wie das letzte Mal im großen Hörsaal, auch Helmholtzhörsaal genannt nach neuem Namensschema, statt. Für unsere Aufzeichnung ist dies eher hinderlich, da die Platzverhältnisse dort doch sehr eingeschränkt sind. Wir entscheiden uns daher das drei Kamerastandorte ausreichen müssen. Eine Kamera auf Rollstativ kommt auf "die Bühne", eine zweite auf halber Höhe des Hörsaals rechts an die Seite und die letzte packen wir auf ein Rollstativ hinter die letzte Reihe. Als letzte Quelle kommt noch das Signal für die Beiträge hinzu, die wir uns von den Bedienern vor Ort und deren Bildmischer mopsen.
Die Leute von der Ton-Abteilung sind hier schon wesentlich enthusiastischer: Sie bauen sich einen Split für sämtliche Rednermikros und rüsten für Atmo und die auftretenden Streicher des Akademischen Orchesters noch zusätzliche Abnehmer ein. Das ganze bündeln sie an zwei Stellen, um es dort mit den digitalen Stageboxen schlussendlich am Audiopult final zu mischen.
Der Aufbau erfolgt dieses mal möglichst geordnet, da wir Wert darauf legen das ein Teil der Ausrüstung am Ende des Abends schnell im Gebäude verstaut werden kann, da wir es nach dem Wochenende für eine andere Veranstaltung an gleicher Stelle noch einmal brauchen werden. Und so werden die Kabel so gelegt das die Trommeln dann im Vorführraum hinter dem Hörsaal verschwinden können. Auch die Anzahl versuchen wir auf das nötigste zu reduzieren. Mit vier Koaxialleitungen für die Videosignale und drei Cat.5 Kabeln für Stageboxen, Tally und Internet-Uplink, die wir durch ein Fenster nach innen ziehen kommen wir aus. Strom gibt es dagegen aus dem Keller.

Mit dem zweiten sieht man besser

Bei den Treffen mit den Organisatoren der Veranstaltung hat irgendjemand wieder großspurig HD versprochen und so sind wir erneut dazu gezwungen mit einem geborgten HD-Bildmischer im Wagen zu arbeiten. Die Suche des finalen Gerätes gestaltet sich leider schwieriger und zeitintensiver als vermutet, aber das muss nun mal sein wenn man über Anschaffungen im Gegenwert eines gut ausgestatteten Mittelklassewagens diskutiert.
Aber zum Glück gibt es für das Provisorium ja schon passende Vorbereitungen im Bedienmoloch von Betsy. Zwar eher als Second Production gedacht wird so aus unserem Multifunktionsarbeitsplatz in der zweiten Reihe schnell und bequem, per Anschlusskasten unterm Tisch, wo bereits sämtliche Anschlüsse in Reichweite sind, mit wenigen Patchkabeln und ein paar Klicks im Routing der Kreuzschiene, eine vollständige zweite Regie.

Und der Gockel goes to.....

Dann ist der Moment gekommen, der Saal wird in stimmungsvolles Licht getaucht, das Orchester spielt auf und eröffnet damit die Preisverleihung. Unsere Kameraleute versuchen das beste aus ihren Positionen zu machen. Auch wenn wenig Platz herrscht kann sie das nicht schrecken und so wird eben zur Freihandführung gewechselt, wo das Rollstativ nicht durchkommt und durch ein paar Meter vor, zurück, nach links oder rechts lassen sich doch erstaunlich viele unterschiedliche Bilder einfangen. Dank Spicker für Gewinner und deren Sitzplätze können wir sie, die Preisträger, auch schnell anvisieren sobald sie verkündet werden.
Auch haben wir probiert, unseren Kameraleuten die Arbeit so angenehm wie möglich zu machen. Erstmals kommen unsere neu gebauten großen neuen Tallys zum Einsatz und mit Rollstativen und Hinterkamerabedienungen können sie sich alles möglichst bequem auf ihre Bedürfnisse einstellen. Die Totale-Kamera hat sogar noch extra eine flexible Welle und einen großen 7''-Monitor mit Fokus Peaking bekommen um die Schärfe besser handhaben zu können.
Nach gut zwei Stunden ist dann auch schon alles vorbei. Die Orga bedankt sich in ihrer finalen Laudatio auch nochmal ausgiebig bei uns für unseren Einsatz und mit der Verkündigung der Buffeteröffnung ist der Saal auch schnell vom Publikum befreit.

Alles auf Anfang

Und während im Foyer gefeiert und gespeist wird, können wir so in Ruhe den Rückbau vollführen. Zwei unserer Kameraleute scheinen einfach nicht genug zu bekommen und drehen gleich noch eine Folge sPiTV hinterher. Sie entschwinden in den Trubel um noch ein paar Stimmen einzufangen, bevor sich die geladenen Gäste auf dem Heimweg machen.
Trotzdem ist das Kabel einsammeln und entweder im Vorführraum der Hörsaals oder im Auto verstauen sehr fix erledigt, sodass für den Montag der Aufbau deutlich rascher gehen wird. Und wir machen uns anschließend auf zum verdienten späten Abendbrot und Feierabend-Chillout im FeM Operations-Headkeller.

Zweimal Herbst und dreimal Winter

Der Strømingfant muss mit egal ob er sich wehrt
Dafür darf er auch vorne sitzen
Zeug zum schleppen gibt es immer noch genug
Ja der Schirm half wirklich beim Kabelverlegen
Zwischenergebnis der Aktion Remotheadmontage
Unser blauer Freund ist auch wieder mit dabei
Unser Netzwerkbudda des Abends
Die neu designte Snowbowl Eventseite, jetzt auch in dunkel
Auch die anderen Kamerapositionen wurden versucht ergonomischer zu gestalten
Dinge die einen sonst verborgen bleiben. Die zarte Morgenröte umschmeichelt den Ü-Wagen
Fast schon Kunst an unseren Tiefgekühlten Signalleitungen
Der Remotehead mit seiner Backuplösung
Ein obligatorischer Blick auf die Videowall Konfiguration
Hochkonzentrierter Einsatz...
... bei der Fernsteuerung
KUCHEN!
Ein Zeitraffer entsteht
Chaotisches aber unglaublich gemütliches Ausklingen des Abends
Das neue BiMi motivierende Tally System
Die Quote immer im Blick
Unser Standhaftester Kameramann des Events
Durchhalten!
Die Moderationskabine wie immer in luftig
Das neue Ü-Wagen Design dank Mutter Natur
Flash ist Pflicht!
Einmal im Schnelldurchlauf

So oder so ähnlich könnte man wohl den Wetterbericht für das Snowbowl 2016-Wochenende zusammenfassen. Schön ist jedenfalls was anderes. Aber egal ob es regnet, stürmt oder schneit, Broadcast und iSTUFF lassen sich nicht von selbst gesteckten Zielen abhalten. Und so haben wir uns auch dieses Jahr dazu bereit erklärt erneut das Ilmenauer Flagfootball Turnier der IlmRoosters zu streamen. Doch anders als es zur Zeit in der Werbewelt Einzug hält, bedeutet unser streamen, statt gemütlichen konsumieren auf der bequemen Couch zu Hause, ein ereignisreiches Wochenende irgendwo in Deutschland. Dieses mal sind wir aber in Steinwurfweite zum FeM-Headquarter geblieben und haben es mit unserem mobilen Produktionsfahrzeug so gut wie möglich neben der Campussporthalle gemütlich gemacht.

Die Planungs- und Vorbereitungsphase lässt sich in diesem Jahr auf ein fröhliches "Yo wir schaffen das" zusammenfassen. Aber so mussten einige der neueren Mitglieder dies dann ad hoc am Aufbaufreitag im Schnelldurchlauf erlernen. Das Setup wurde bewusst an vielen Stellen möglichst klein gehalten, da sich die Personalsuche durch den Zeitpunkt - keine knappe Woche vor den Vorlesungsferien - als schwierig gestaltete.
Aber dennoch haben wir wie immer versucht ein paar Dinge zu verbessern. Zum Beispiel wurde die im letzten Jahr noch durch eine fischaugige Kleinstkamera erzeugte Spielfeldtotale, dieses Jahr gegen eine aus dem Fernsehen gewohnte leicht mitschwenkende Kamera ersetzt. Als Clou obendrauf wurde diese erstmals aus dem Ü-Wagen heraus ferngesteuert. Zwar bedarf es dafür aktuell noch fast so viele Kabel wie für die restlichen Kameras zusammen, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Der Unterschied zu einer handgeführten Kamera war für den Streamzuschauer kaum zu bemerken.
Ansonsten haben wir vor allem versucht unser selbst programmiertes System für die automatisch generierten Spielstandsanzeigen zu optimieren. Auch die durch FeM entwickelte Recording- und Schnittsoftwarelösung kam erneut zum Einsatz und half uns den Überblick über die 44 Spiele des Snowbowls zu bewahren.

Wer ist Murphy und wer hat ihn schon wieder hier ans Set gelassen?

Zwar könnten wir an dieser Stelle die kleinen und großen Störungen bequem unter den Teppich kehren, aber das passt nicht zu uns also hier ein grober Abriss was so alles schief gehen kann - aus ganz unterschiedlichen Bereichen einer solchen Produktion:

Tausend und ein Ding was man vergessen kann wenn man einen Remotehead installiert:
Der Beschluss den Remotehead als Totalen Kamera zu verwenden war schnell gefasst, die Installation des-selbigen hatte aber ihre Tücken. Zwar sind wir im Besitz einer Schelle um das Konstrukt an Traversenrohren zu befestigen, diese war aber einfach zu klein für die Geländer in der Turnhalle. Der zweite Versuch eins der normalen Stative mit einer Metallplatte umzufunktionieren scheiterte an einer passenden Schraube. Danach wurde beschlossen, das Stativ das normalerweise den restlichen Kram trägt zu benutzen. Und so wurde dieses schnell aus einem der externen Lager heran organisiert. Leider vergaß man aber, das die restlichen Teile für den Zusammenbau noch durch den ersten Versuch im Office lagen. Nachdem diese eine gute halbe Stunde später dann wieder in der Turnhalle waren; der nächste Kopf-Tisch Moment. Die Kombination aus vorhanden Löchern und Schrauben passte einfach nicht und so musste erneut passender Ersatz aus dem Office beschafft werden um schlussendlich den Kran wie auf den Bildern zu montieren.

Schöne Bilder aber die musikalische Brücke fehlt

Das Recordingsystem an sich funktionierte von vornherein tadellos, auch hatten wir seit dem letzten Einsatz eine verbesserte GUI programmiert um nun zu sehen welches Signal anliegt. Leider hilft das alleine noch nicht dagegen, wenn man sich beim Routing der Kreuzschiene für den falschen Audioembedder entscheidet. Und so geschah es, dass wir erst einmal eine ganze Weile ohne Ton aufzeichneten. Das alleine wäre ja noch nicht zu schlimm, da wir ja immer noch eine zweite traditionelle MAZ als Backup mitlaufen lassen. Doch wie es immer so passiert kommt ein Unglück selten allein und ausgerechnet letzteres hatten wir am Samstag morgen frühs um 7 vergessen zu starten. Und so gibt es die ersten vier Spiele der Veranstaltung leider nur als Stummfilm.

Darüber hinaus gab es nur kleine Wehwehchen. So wollte eine Zoomwippe erst nach liebevoller Behandlung mit dem Schraubenzieher wieder normal funktionieren und eine der Audiostageboxen verursachte eine gute Stunde Fehlersuche, da sie schlicht in einen dem Toningenieur des Abends unbekannten Modus lief. Auch müssen wir die Signalwege zu unseren beiden Multifunktionsarbeitsplätzen noch einmal überarbeiten, da die langen Kabellängen für die digitalen Monitorstrecken wohl zu lang sind.

Aber sonst? Alles Routine?

Wer den Artikel vom letzten Jahr kennt wird vermutlich den Neuheitswert vermissen an diesem Artikel. Aber so ist es nun einmal wenn sich die Arbeit der letzten Jahre auszahlt. Das meiste war sehr analog zu letztem Jahr. Erneut fanden sich viele der Turnierteilnehmer zum Kommentieren an unseren Mikrofonen ein. Und auch die Stimmung in der Halle und im Team war wieder gut, auch dank der liebevollen Versorgung durch die Roostersorganisation. Sogar mit selbst gebackenem Kuchen wurden wir belohnt.
Auch konnten wir zeigen, dass unsere Bemühungen gewürdigt werden und wir mit ca. 100 Zuschauern ähnlich viele Menschen im Stream begrüßen durften, wie zwölf Monate zuvor.
Und dennoch entlockt man selbst einem so unspannend erscheinenden Tag im Schnelldurchlauf noch eine gewisse Komik, wie das Timelapsevideo des Vormittags beweist.
Und wenn auch viel Routine in allem steckt so erhält man doch auch immer wieder neue Erkenntnisse auf die kleinen und großen philosophischen Fragen.

So eignen sich die monumentalen Western-Filme der 70er Jahre beim gemütlichen DVD-Abend zum Ausklang des Abends optimal um die Entspannung der Augen zu beschleunigen.

Nach Müd kommt Blöd scheint sich als eine der universellen Weisheiten zu bestätigen.

Und für uns als Filmcrew beinhaltet die Fußballweisheit "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" eine 14h andauernde Arbeitsaufgabe.

Aber trotz viel zu Tun, wenig Schlaf und etlichen Patzern bleibt die Faszination des Live-Streamings ungebrochen im Verein. Und der Zuspruch der Zuschauer und die Anfragen anderer Vereine und Turniere gibt uns das Gefühl, dass das Endprodukt schon auf einen enorm hohen Niveau ist.

Mal wieder ein bisschen Flagge zeigen

In Ilmenau gibt es viele Veranstaltungen die sich im Laufe der Jahre als eine Mischung aus Kult und Tradition etablieren konnten. Eins dieser Kleinode ist die jährliche Nikolausvorlesung des Fachschaftsrats IA. Und genauso wie die Vorlesung selber ist auch die Übertragung derselbigen seit 2004 fester Bestandteil der vor weihnachtlichen Rituale auf dem Campus.

Was tun? Sprach Zeus

In der Vorbereitung standen wir dieses Jahr vor einer Entscheidung: übertragen wir die Veranstaltung wie gewohnt mit minimalen Aufwand mit der in die Jahre gekommenen Technik des Audimaxes oder knien wir uns noch einmal in die Arbeit und karren im wahrsten sinne des Wortes unsere eigene Technik vor die Tür. Nach einigen Diskussionen um pro und contra entschieden wir uns dann für die letztere Variante. Vor allem wollten wir die Chance nutzen noch einmal Präsenz zu zeigen für unsere Arbeit.

Und so haben wir unser Betsy voll geladen mit allerlei nützlicher Technik und dreist möglichst Auffällig vorm Humboldtbau geparkt. Um noch mehr Blickfang zu spielen durften ein paar schummrige Lichterketten und ein FeM Banner nicht fehlen, zu mal ja auch noch im Vorfeld der Vereinnachtsmarkt im Foyer stattfand.

 

Im Setup nichts neues

Der technische Aufbau hielt sich bewusst in Grenzen da wir zum Aufbauen und finalen Konfigurieren nur eine gute Stunde Zeit. So versuchten wir soweit wie möglich die Kabelwege die möglich waren schon vorher zu verlegen zb. in die Audimax Regie oder zum FeM Stand im Foyer. Audio-Video seitig lief auch fast alles ohne Probleme unsere drei Kameras und die Stagebox für die Bühnen Mikrophone und die Stereosumme aus der Regie waren schnell eingerichtet. Einzig das im Eifer des Gefechtes vergessene Kabel für die Rückspeisung in den Beamer sorgte für ein paar Minuten Trubel.

 

Murphy strikes back

Und so sitzen wir im Wagen und warten auf den Beginn der Vorlesung. Der Mix läuft gut. Unsere neuen Leute an Kameras und an der Audiokonsole haben Spaß und kommen gut zurecht. Fast schon zu viel Routine mag man meinen. Doch im Laufe der Übertragung und mit zunehmenden Publikum meint es die Fee der Netzwerkpakete erneut nicht gut mit uns. Plötzlich klemmt es in der Verteilkette die den Stream zu den Leuten in aller Welt tragen soll. In einem Fort reißen Leute die Fahrzeugtüren auf und meinen es uns mitteilen zu müssen. Am Anfang ist das ja noch verständlich und nett, aber nach ein paar Minuten stellen wir fest das wir in Betsy nichts daran ändern können. Unser Hardwareencoder schaufelt die Daten eifrig und Fehlerfrei in die Sendeinfrastruktur. Wir versuchen zwar noch unser Bestes aber mehr als fernmündlich zu versuchen die Experten für diese Baustelle zu erreichen bleibt uns nicht vergönnt. Wir versuchen die Fehler bestmöglich ein zu grenzen aber das ist auch schon alles was wir tun können. Dies und die nicht enden wollende Schar an Fehlermeldern bestmöglich zu ignorieren, egal wie ungeschickt sie sich bei der Bedienung einer Transportertür anstellen. Aber die Mischung aus eisig einströmenden Winden, schwerer See und Aussetzenden Monitoren die die Teilweise brachiale Misshandlung Betsys machen die Arbeit am Bildmischer äußerst nervenzerrend.

Am Ende haken wir den Stream ab. Unsere IT Jungs haben ein paar Anlaufstellen wo das Verteilkonstrukt aktuell seine Schwächen hat und versuchen dies zu beheben. Immerhin ist die Aufzeichnung in Ordnung. Wir haben Bild und Ton und dies erstmalig in 16:9. Immerhin noch eine kleine Premiere für uns bei diesem Event.

Tonart Festival - Buntes Treiben in der Festhalle trotz tristem Herbstwetter!

Doppelte Ausführung in HD...
... und als SD Setup für's Video
Die gewohnte Leinwand Regie im Backstage
Aufbaucrew mit seltsamen Zuckungen
Der noch unbestückte Remotehead im Truss
Die karge Regie im Vergleich zur...
Monitorwand der letzten Jahre
Erste Trockenübungen an den Kamerapositionen
Der Bedienstand für den Remotehead
Nicht mehr weg denkbar die IT Ecke
Proben beim Soundcheck
Der "TONi" vom Funk ausgeliehen
Alles auf einem Schirm dank Multiview
letztes vertraut machen mit dem Setup
Stimmig Beleuchtung während der Show
Unsere Kamera am FoH
Angespannte Versuche den Stream zu optimieren
Wie jedes Jahr sind wir ein Anziehungspunkt für die Künstler
Die Moderatoren waren quasi Dauergäste
Eben noch bei uns in der Regie und schon auf der Showbühne
Hochkonzentrierte Tonarbeit braucht Nervennahrung
Die Zweite Bildmischung für die Leute daheim am Bildschirm
Besty am vertrauten Standplatz am Mauerdurchbruch des Staatsfernsehens
Das Provisorische Bedienteil für den Bildmischer
Spaß bei der Regiearbeit
Unsere Kameraleute...
...überall...
.... um die Bühne...
...konzentriert am Filmen
Das Große Finale Auf der Bühne

Das ilmenauer Tonart Festival feiert sein 10Jähriges Jubiläum. Und auch wir von iSTUFF/FeM sind wieder einmal mit am Start. Auch wenn unser Jubiläum bei diesem Event erst im nächsten Jahr ansteht, haben wir uns dennoch seit Anfang Oktober in die Vorbereitungen der Veranstaltung gestürzt.

 

Planung ist die halbe Miete

Wie in jedem Jahr begann die Planungsphase fast schon traditionell mit einem Treffen mit der Festivalleitung zu später Stunde. Und wie in jedem Jahr versuchten wir hier zu schauen, wie wir uns und unsere Arbeit vor Ort noch weiter steigern könnten. Um hier nicht in alten Denkmustern hängen zu bleiben, wurde noch fix einer der neueren umtriebigen Geister des Broadcastteams an Bord geholt und nach dem Abend stand die eine oder andere neue Idee parat zur Überprüfung ob sie denn umsetzbar sei oder nicht. Ganz oben stand das, schon fast abgestaubt wirkende, Thema HD. Auch wenn die Consumerplastikindustrie und ihre Marktschreier der großen Elektronikmärkte ja schon ohne Unterlass den neuen heißen Scheiß 4K (denn das klingt ja besser als das UHD was sie in Wirklichkeit meinen) versuchen passend zu Weihnachten unter den Baum zu bekommen, merkt man wenn man auf der Produzentenseite steht all die Herausforderungen die schon die normale High Definition mit sich bringt. Andere Gedanken spielten mit einer Großformartprojektion auf der Stirnseite der Festhalle. Das meiste andere sollte dem Aufbau der letzten Jahre weitestgehend gleichen.

Die Woche darauf galt es also erst einmal die benötigte Technik wie Beamer für die Publikumsleinwände, Monitore für das Foyer und ähnliche Dinge zu organisieren. Nach ein paar Tagen Mails verfassen und telefonieren war diese Hürde aber schneller bewältigt als wir erwarteten.
Wesentlich schwieriger gestaltet sich hingegen die Beschaffung der Komponenten um die Aufnahmen in HD zu realisieren. Die Auswahl des finalen für den Ü-Wagen vorgesehenen Bildmischers geht nur sehr schleppend voran. Die Gründe hierfür sind vielfältig... es gibt eine sehr große Modellauswahl, die Organisation von Teststellungen ist je nach Hersteller sehr schwer wenn nicht gar unmöglich und der Anforderungskatalog durch FeM ist eher schwammig. Und bei Preisen in den Größenordnungen eines Mittelklassewagens möchte das Ressort natürlich ein optimales Gerät auswählen, was sowohl ein vernünftiges Preisleistungsverhältnis als auch ein schnell zu erlernendes Bedienungskonzept aufweist. Die Idee das Tonart mit seinem relativ großen Setup für eine erneute Teststellung zu nutzen, wie bereits zu ISWI, scheiterte vor allem daran, dass die meisten Hersteller ihre Gerätschaften dem Kunden nur inklusive eines Vorführers, der den BiMi dann optimal ins Licht zu rücken weiß, in einer mehrstündigen Präsentation zeigen möchten. Teilweise würden für so etwas sogar noch die Anreisekosten erst einmal am Verein hängen bleiben, sollte man das Gerät dann nicht auch kaufen.
Die zweite Alternative wäre ein Mietgerät, was aber aufgrund der Tagessätze von dreistelligen Beträgen pro Tag und der begrenzten Modellauswahl schnell verworfen wurde. Am Ende blieb uns nur ein Funken Hoffnung darauf, dass die Technik die für eine andere Baustelle, nämlich der Produktion unseres neuesten iSTUFF-Formates Cinebits, dauerhaft im ML2 verbaut werden soll, schon ein paar Tage eher eintrudeln würde. Durch diesen Faktor blähte sich die Planung entsprechend auf, da wir permanent zweigleisig denken und organisieren mussten, einmal für das HD und einmal für das SD Setup.

 

Schaffe schaffe Adapter baue

Plötzlich war es dann soweit die Woche mit dem Tonart war da und schon fing es an, hier und da etwas unerwarteten Stress zu geben. Der im letzten Jahr etablierte Remotehead im vorderem Truss hoch über Bühne sollte auch dieses Jahr wieder zum Einsatz kommen. Bereits am Dienstag Abend musste dieser seinen Weg in die Festhalle und an die Aluelemente finden. Da wir den Kopf, der sonst am Kran seinen Einsatz findet aber im letztem Jahr immer wieder modifiziert haben - hauptsächlich da die alte analoge Regelung ihren Geist aufgegeben hatte - brauchten wir so auch noch ein paar neue Adapter, damit wir die gut 60m Kabelstrecke bewältigen konnten. Mit einigen halben Stunden des bauens hatten wir am Ende alles soweit fertig und getestet, dass wir sämtliche Funktionen von der Regie hinter der Bühne aus unter Kontrolle hatten. So konnten wir dann für Samstag Abend neben schwenken und neigen der Kamera, auch noch zusätzlich Zoom, Blende und Fokus steuern und mittlerweile auch auf eine funktionierende Stufenschaltung für die Geschwindigkeit der beiden Kopfachsen zurückgreifen.

Als dann am Donnerstagnachmittag doch noch der fürs HD benötigte Bildmischer eintrudelte, galt es auch hier noch ad hoc ein paar Dinge zu improvisieren, damit man ihn für ein solches Live-Konzert sinnvoll bedienen konnte. So soll der Bildmischer zukünftig über eines der bereits im Medienlabor 2 vorhandenen Bedienpulte gesteuert werden. Da diese fürs Tonart nicht zu Verfügung standen und es ohnehin noch keine passende Übersetzungssoftware vom GrassValley-Protokoll auf das des neuen Black&Magic-Bildmischers gab, mussten wir hier nach Alternativen suchen. Die einfachste wäre die Bedienung mittels einer Tastatur und Maus gewesen, was von der Ergonomie her aber nicht das optimalste gewesen wäre. Mit schon besserer Haptik versehen erinnerten wir uns an einen Midi-Kontroller den unser VJ Team zur letzten SAP angeschafft hatte. Mit viel Begeisterung und einer langen Nachtschicht gelang es einem unserer Technikteam-Mitglieder hier noch schnell eine brauchbar funktionierende Ansteuerung zu programmieren, die sogar noch die Tally-Informationen auf den GPIO Pins eines Rasperry Pi Minicomputers auswerfen konnte. Die hierfür benötigte Anschlussschaltung war fix in der Nacht vom Freitag zum Samstag aus einem alten Tally System aus den vorherigen Jahren modifiziert.

 

Strippenziehen und Sachen testen

Am Freitag begann dann der eigentliche Aufbau. Der Vormittag stand im Zeichen des Packens und des Technikeinsammelns. Nach ein paar Runden über den Campus war es dann geschafft, alles was wir Brauchten befand sich in der Festhalle und der eigentlich Aufbau konnte losgehen. Mit einem Bündel Zettel auf dem Standorte, Signalwege und ähnliches Verzeichnet waren, machten sich das Aufbauteam dann zu Gange.
Diese Jahr hatten wir uns für 7 Kameras entschieden. Sechs davon waren bereits im letzten Jahr erprobt, neu hinzugekommen war eine Kleinstkamera für ein Fischaugen Blickwinkel von unten auf der Bühne. Die hierfür benötigten Kabelwege beanspruchten die meiste Zeit beim physischen Aufbau. Besonderes da sämtliche Signale zur Vorverstärkung eine Extrarunde durch die Ü-Wagen Kreuzschienen drehen mussten. Dies resultierte vor allem daher das die Gerätschaften des neuen Bildmischers deutliche schlechtere Eingangsstufen für die Videosignale aufweisen als  die anderer Hersteller. Diese Phänomen kannten wir bereits von der Produktion in der Jacobuskirche im vergangenem Jahr. Um Zeitlichen Versatz zwischen den einzelnen Bilder zu vermeiden entschlossen wir uns also für einen einheitlichen Signal Weg. Als netten Nebeneffekt konnten wir so aber noch einen extra Schnitt für den Stream anfertigen der für die daheim gebliebenen mehr totaler Bilder anbieten konnte. Und unser Toningenieur hatte so den gesamten Abend über auch nette Leute um sich um zu plaudern.
Der Aufbau der Backstage Regie hingegen war schnell abgeschlossen, ein schnöder 50 Zoll Bildschirm ersetzte die Gewohnte Röhren Videowand und zwei schlanke 1HE Geräte für Bildmischer und Kreuzschiene waren schon das gesamte Videosetup.
Am späten Abend haben wir dann fast alles soweit fertig und auch die Konfiguration ist abgeschlossen. Ein paar Kleinigkeiten heben wir uns zur Beschäftigung für den Samstag Nachmittag auf..

 

Von kleinen und großen Pannen.

Am Freitag Abend haben wir erfahren das der Soundcheck deutlich früher losgeht als erwartet. Trotz des Versuchs allen Bescheid zu geben hat die Information nicht alle erreicht. Die Kameraleute und Bildmischer trudeln zeitlich recht zerstreut ein. Dadurch verpassen sie die Proben der ersten Bands. Aber zum Glück hat es der permanent an der Regie beteiligte geschafft und kann so alle Proben sehen und auch mit allen Bands noch einmal sprechen was in ihrem Programm ansteht und wo es besondere Highlights geben wird.
An der Technik steht besonders das hübsch machen auf dem Plan. So knüpfen wir die Kabelstränge die zu jeder Kamera führen zusammen und stellen zu diesem Zeitpunkt fest das es Vergessen wurde das zusätzliche Kabel fürs Rotlicht zu ziehen. Als dies fix nachgeholt ist montieren wir noch die Kamera auf dem Remotehead was mit dem Steiger eine ganz schön zeitraubende Rangiererei bedeutet.
Wir stecken die letzten Audioverbindungen vergessen aber im Trubel des Abends die Zwei zusätzlichen Leitungen für die Backupaufzeichnung. Das primäre Recording läuft ansonsten fehlerfrei, zu mindestens glauben wir das an dieser Stelle noch..

Dann am frühen Abend heißt es wie immer vor allem eins: Warten.
Ab 18Uhr hat der Einlass begonnen und so bleibt uns kaum mehr übrig als auf den Beginn der Show zu warten oder uns am von vielen fleißigen freiwilligen Helfern gekochte Buffet satt zu essen.
Eine gute Stunde Später ist es dann soweit die erste Band betritt die Bühne, SeiOttavi aus Sizilien. Hier erwartet für uns hinter der Bühne die größte Konzentrationsaufgabe des Abends. Denn die Künstler möchten zum letzten Stück eines Ihrer Videos auf der Leinwand eingespielt haben. Technisch ein leichtes aber im raunen der Halle das passende Stichwort zu hören ist doch kniffliger als erwartet. Aber es klappt ohne Probleme, die MAZ rödelt los und dank der Reinen Bassspur passt die Darbietung extrem Lippen synchron zum Video. Die Bassspur wird das Team aber noch länger begleiten da sie die letzten anderthalb Tage durch die Regie schwebte, das pomp pomp pomp schafft es auch jetzt noch den Beteiligten gut 2 Wochen später ein Schmunzeln aufs Gesicht zu zaubern.

Nach dem Video sind alle erst einmal verwirrt statt der erwarteten Moderation scheint sich die zwoten Kapelle vor gedrängelt zu haben. Statt begrüßender Worte legen Acoustic Instinct gleich voll los. Es dauert einen Moment bevor wir begreifen das das Duo beides in einem Vereint. Sie führen als Moderatoren sowohl durch den Abend, treten aber auch gleichzeitig als Teilnehmer auf. Durch ihre frische Art schaffen sie es aber prima das Publikum in ihren Bann zu ziehen und auch zum ein oder anderem Mitmachteil zu bewegen.
Dann ist erst einmal Pause und wir können durchatmen.
Im zweiten Block treten dann Klangbezirk aus Berlin und Unduzo aus Freiburg auf. Unfreiwillig stiften wir hier etwas Verwirrung unter den Künstlern da uns aus versehen der Falsche Foliensatz auf die Beamer in der Pause rutscht und so schon den dritten Block des Abends anpreist. Wie im jedem Jahr erfreut sich unsere Backstage Regie wieder reichlichen Besuchs durch die Künstler die sich vor oder auch nach ihrem Auftritt fasziniert bestaunen mit welchem Aufwand bei dieser Veranstaltung der Videopart produziert wird.

Nach der Zwoten Pause sorgen die Moderatoren erst einmal für Action in der Halle, weniger ihre eigene Performance sondern vielmehr das Aufwärm- Programm für die Zuschauer sorgt für reichlich Bewegung im Saal.
In der Regie verflüchtigt sich so langsam der Schrecken darüber das unser mit 24/7 Zuverlässigkeit beworbene neue Bildmischer zum Beginn der Pause seine Introvertierte Phase hatte und nur mit einem Sanften Neustart durch Stromkappen dazu bewegt werden konnte wieder mit uns zu reden. Das Publikum merkt davon bis auf einige Sekunden Farbbalken auf den Leinwänden und Stream zum Glück nichts.
Im Anschluss tritt nun als erstes die selbst erklärte älteste Accapella Boygroup Schwedens Vocal Six auf, die bereits 2011 die Halle zum toben gebracht haben. Auch diese Jahr schaffen sie mit ihrer Mischung aus Rock/Pop Klassiker Covers wieder für Stimmung zu sorgen. Die letzte Band des Abends stammt aus den Niederlande, iNtrmzzo. Und diese Spielen bewusst in ihren Moderationen mit den üblichen Klischees des Publikums. So wird das Publikum darüber aufgeklärt das eins der 4 Bandmitglieder nicht aus Holland sondern aus Deutschland stamme und man doch einmal raten soll um welches es sich handele. Und mit einem verschmitzten Blick zu seinem Kollegen schaltet der Wortführer seinen holländischen Akzent ab und verblüfft die Massen damit das er selbst derjenige ist der von nun an in perfekten Hochdeutsch weiter redet.
Den musikalischen Abschluss des Abends bildet traditionell die große zusammen einstudierte Nummer bei der nochmal alle Bands gemeinsam einen Song schmettern.

 

Immer Trouble mit dem Internet

Neben den vielen anderen Dingen an diesem Abend die Mittlerweile Tradition geworden sind, zählt leider auch die Unwegsamkeiten mit dem Stream. Gab es am Anfang unseres Tonart Streaming lediglich eine Sehr bescheidenen DSL Anschluss der für einen mehr oder minder MP3 Stream mit einem bröckeligen WMV Briefmarkengroßren Bild zusammen lief. Seit ein Paar Jahren nun ist der Uplink nominell zwar deutlich besser, aber handelt es sich hier halt vor allem um einen Besseren Tarif. Aber auch wenn auf dem Papier deutlich mehr Bandbreite zur Verfügung steht wird diese bei Veranstaltungen wie dem Tonart sehr schnell wieder auf geraucht. Der Grund ist relativ simpel, die Festhalle ist mittlerweile mit einem LTE Uplink angebunden. Theoretisch könnten so 100MBit/s Download und 10MBit/s upload zur Verfügung stehen, aber durch die mehreren Hundert Mobiltelefone des Publikums wird die Kapazität der Zelle so weit zerstückelt das die Qualität der Verbindung für uns mindestens genauso schlecht ist wie der Alte DSL Anschluss. Darüber hinaus lässt sich dies auch sehr bescheiden vorher Testen, denn wer hat schon mehrere Hundert Bekannte die er mal eben dafür zusammengetrommelt bekäme. So verschiebt sich das Debugging leider auf dem Abend selber. Zwar hatten wir versucht einige bekannte Klippen der letzten Jahre mit einem neuem auf HLS basiertem Ansatz zu umgehen, aber leider haute auch dies dann unter den Bedingungen vor Ort nicht hin. Hierbei sollte eine Art virtuelle Eimerkette kleine Schnippsel des Streams auf dem Campus laden und dort dann mit genug Buffer wiedergeben um so die Aussetzer der Leitung zu umgehen. In der Praxis verknotete sich dann aber eins der selbst programmierten Skripte und das Abholen der Schnippsel funktionierte nicht. Wir schwenkten also auf das "bewährte" RTMP Protokoll um aber hier wählten wir leider am Anfang eine zu hohe Bitrate sodass es zu einem extremen Ton/Bild Versatz kam. Am Ende des Abends hatten wir dann mit 200kbits einen Rate gefunden die es schaffte halbwegs Störungsfrei aus der Festhalle zu kommen. Leider waren zu dem Zeitpunkt schon ein Großteil der Zuschauer im Stream abgesprungen.
Für unser 10Jähriges Streamingjubiläum 2016 stellt sich also die Frage in wie weit wir uns den Aufwand des Livestreamings noch antun wollen. Zwar munkelt man das wohl schon ein Bauvorhaben laufen soll, was dazu verdonnert wurde die Festhalle mit Glasfaser anzubinden weil es ohnehin schon 10 Meter daran vorbei führen soll aber ob dies wirklich passieren wird ist noch nicht über die Gerüchteküchenstatus hinaus gedienen. Alternativ bliebe noch einen Asynchronen Streams, sprich wir zeichnen das ganze vor Ort auf und nutzen die Pausen um die Aufnahmen an einem Ort mit stabilen Festnetzanschluß wie z.b. dem FeM-Office am Campus zu bringen und von Dort aus zu senden. So könnte man zumindestens den Flaschenhals Festhallen Uplink umgehen. Aber dies sind bis jetzt nur Gedankenspiele die man dort treibt, fest steht nur bei der aktuellen Situation lohnt sich der dreistellige Betrag den der Uplink kostet und die etlichen Stunden der IT'ler die ihr Bestes versuchen den Stream ans laufen zu bekommen nicht wirklich. Denn wer möchte am Ende für sein Engagement nur mit den Stumpfen Hohn der Leute bedacht werden die nicht wissen welcher Aufwand hinter einem solchen Streaming Event steckt.

 

Und dann ist alles vorbei

Wie jedes Jahr ist die Show dann gefühlt plötzlich zu Ende. Wir bauen weitestgehend zurück. Den Rücktransport haben wir wie immer auf Sonntag gelegt, denn so kann das gesamte Team sich bei der Aftershowparty seine wohlverdiente Belohnung gönnen. Am Ende verlassen die letzten von uns gegen halb Sechs die Festhalle und machen uns zu einem kurzen Regenerationsschlaf nach Hause. Gegen 14 Uhr sind wir dann wieder beim Abbauen in der Halle. Der in guten anderthalb Stunden auch hinter uns liegt und das Material sich wieder auf dem Campus befindet. Am Abend holen wir dann noch unserem Remotehead und die dazugehörige Kamera aus dem mittlerweile runtergekurbelten Truss. Mit einer Runde geliehenes Material am Montag Nachmittag zurückbringen endet dann unser Einsatz und es bleibt ein vorallem positiver Eindruck zurück. Die Stimmung im Team war Hervorragend und die Mischung aus alten Hasen und neuen Mitstreitern sorgt hoffentlich auch in den nächsten Jahren für die passende Personalstärke zu diesem Event. Allerdings müssen wir beim nächsten Mal wieder eine rigorosere Checkliste für die Einzelnen Positionen anfertigen so das sich die Flüchtigkeitsfehler von diesem Jahr nicht wiederholen. Aber vielleicht sorgen diese ja indirekt für einige neue Projekte, so schwirrt zum Beispiel schon die Idee für ein Usability-Upgrade für unsere Mehrspurvideo Aufzeichnungslösung durch die Köpfe.

Ihr könnt also gespannt sein was als nächstes für verrückte Projekte bei iSTUFF und Broadcast anstehen.

The Colour of Sound

Es ist Sonntag und schon geht es weiter mit der Verbreitung von bunten Bildern rund um den Globus. Doch wie sonst schlagen wir uns dieses Wochenende zwar auch damit um die Ohren aber nicht mit nur einer Veranstaltung. Nachdem wir gestern noch am anderem Ende der Stadt ein Boxturnier übertragen haben, steht für heute Kontrastprogramm auf dem Plan: ein gemütlicher Konzertabend im BC-Club. Auf der Runningorder stehen für heute Ghost Trains und The Anatomy of Frank, zwei Bands vom nordamerikanischen Kontinent.

Das technische Setup ist wenig spektakulär, es gleicht dem von den nur einige Wochen zurückliegendem Campus Noir an dieser Stelle. Vier Kameras sind angedacht und drei davon sind dank Triax Anschluss auch fix durch ein Fenster im Backstagebereich einsatzbereit. Betsy steht dieses mal ein wenig weiter vorne so das wir weniger Hindernisse wie Hauseingänge oder Clubeingang zu überbrücken haben. Ton zweigen wir uns wieder elegant vom Tonpult im Club ab, wozu es Dank digitalen Multicore Bus nur ein einzelnes Cat.5 Kabel benötigt. 

Der größte Aufwand ist der Stromanschluss, da die Einzige passende Starkstromdose auf der gegenüberliegenden Seite des Blockes im Betriebsraum liegt.
Heute kommen wir auch mit ein wenig weniger Personal aus, es sind mit Sechs Mann eine Person weniger als am Vortag am Start. Und dank der mittlerweile vertrauten Lokalität können wir mit dem Aufbau an sich auch erst am späten Nachmittag gegen 17Uhr beginnen. Bis auf unsere Gegenschusskamera im Truss ist auch alles fertig zum Einlass und der letzte Feinschliff kann beginnen. Leider schafft es unser Einsatzteam nicht bis zum Beginn die Reversekamera bzw. besser gesagt den benötigten Formatwandler richtig einzustellen so das das Signal bis zum Ü-Wagen gelangt.
Dann ist es soweit die erste Band legt los und schafft es erst einmal uns und auch das Publikum zu irritieren. Statt der erwarteten beiden Künstler steht nur die  eine Hälfte der Ghost Trains auf der Bühne. Sein Mitstreiter hat wohl eine Erkältung danieder gestreckt so das er nicht auftreten kann. Aber trotzdem schafft er es mit seinem sanften Singer/Songwriter Liedern das Publikum zu unterhalten. Auch die Kollegen der Nachfolgenden Band unterstützen ihn gegen Ende dann noch tatkräftig indem sie spontan auf die Bühne steigen und ihn begleiten.

Nach einer kurzen Pause betreten nun The Anatomy of Frank die Bühne. Und Bilden mit ihrer vierköpfigen Besetzung einen ganz anderen Anblick. Das Spektrum der Instrumenten umfasst neben normalen Konzertgitarren auch ein Banjo, ein Akkordion, ein Xylofon und diverse Rhythmusinstrumente. Wie schon bei der ersten Band kämpfen wir vor allem mit der stark schwankenden Beleuchtung auf der Bühne an diesem Abend. So werden die Künstler meistens in recht monochromatische Lichtstimmungen getaucht, die es aber immer wieder erfordern unsere Kamerazüge neu anzupassen um die Bilder nicht zu seltsam erscheinen zu lassen. Dennoch sind wir mit den Bildern meistens zufrieden und durch die große Auswahl an Bandmitgliedern und  Instrumenten können wir auch sehr viel schöne Spielereien an Bildausschnitten und Schärfefahrten vornehmen.
Nach knapp anderthalb Stunden und zwei Zugaben ist dann auch erstmal Schluß was das musizieren angeht. Immerhin ist Sonntag und der Club muß auch an die restlichen Bewohner des Wohnblockes denken. Während des kurzen zügigen Abbaus kommen wir noch kurz ins Gespräch mit der band und erfahren so das sogar die Eltern der Band in Übersee unseren Stream gesehen haben. Und so war es mal wieder ein erfolgreicher gemütlicher Abend an dem wir, das Publikum und auch die Band alle auf ihre Kosten gekommen sind. Und neben dem eigentlichen Event heute brodeln im Hintergrund auch schon Ideen unsere Konzertreihe beizubehalten und als festeren Bestandteil unserer Broadcast und iSTUFF Bemühungen aufzunehmen. Ihr könnt also gespannt sein was dort auf euch zukommen wird ;) 

Einmal amtlich auf die Fresse

Samstag morgen, die Uhr zeigt 7Uhr früh, SIEBEN UHR. Wir biegen am Helmholtzring ein und gabeln vor der Uni-Bibliothek den letzten Mitstreiter des Vorrauskommandos auf. Aus irgendeinem Grund ist er trotz der gefühlt mal wieder viel zu kurzen Nacht in diesem unausstehlichem gute Laune Modus so das man die Hauptattraktion des Tages am liebsten doch gleich mal an ihm ausprobieren möchte. Aber irgendwie schafft er es dann doch damit anzustecken. Wir biegen in die Langewiesener Straße und kurz darauf in die Krankenhausstraße nachdem wir den Stollen hinter uns gelassen haben. Und schwubs sind wir auch schon am Ort des Geschehens des heutigen Tages: der Ilmsporthalle. Hier erwartet uns ein vollkommen neues Kapitel der FeM Sportübertragungsgeschichte, nämlich der 2te Pokal der Stadt Ilmenau im Boxen. Den der Boxclub Fortuna Ilmenau hat uns und die Sportler eingeladen.
Das Turnier beginnt zwar erst um 14Uhr aber die fleißigen Helfer müßen jetzt schon damit beginnen den Boxring in der Multifunktionsturnhalle au zu bauen. Und genau aus dem Grund haben auch wir uns schon aus den weichen Bettchen heraus gequält da nun noch die Chance bestünde das ganze etwas kamerafreundlicher zu platzieren. Auch wollen wir einig letzte Details wie Lange des Stromanschlusses, den Standplatz des Fahrzeuges jetzt noch fix vorm zusammenpacken des Materials am Campus abklären.
Und  Da wir weder Leute haben die diesen Sport selbst treiben, noch euphorische Boxfans sind betreten wir hier Neuland für uns. Deshalb ist es auch von Vorteil jetzt schonmal ein Gefühl dafür zu bekommen wie am Ende die Dimensionen in der Halle, des Rings und des Geschehens drumherum aussehen könnten.

Nach einer guten Stunde sind wir wieder in den Dungeon des FeM Offices zu Gange und gönnen uns erst einmal ein kleines Frühstück und den ein oder anderen Kaffee oder Tee zum munter werden. Frisch gestärkt geht es dann auch sogleich ans Einladen der Ausrüstung. Mit dem Laderaum im Ü-Wagen und einem geräumigen Kombies lassen sich bequem alle Utensilien verstauen. Ein weiteres Fahrzeug ist befüllt mit den restlichen Mitgliedern des Einsatzteams. Insgesamt werden wir mit Sieben Leuten vor Ort sein.

Erneut angekommen geht es auch schon ans aufbauen. Die Kabelwege sind recht kurz da wir Betsy direkt an einem der Eingänge der Halle parken können. Wir platzieren uns mit 6 Kameras in ungewohnter weise um den Kompletten Ring. Wir haben uns dazu entschlossen das jede der Ringecken von einer bedienten Kamera abgedeckt werden soll. Zusätzlich gibt es noch eine mobile Kamera am Ring und ein Totale. Ebenfalls neues probieren wir  mit der Mikrofonierung aus. Hier liegt der Fokus darauf das wir mehr Details in die Mischung bekommen können. So gibt es ein Batterie Mikrofone die das Schiedsgericht abnehmen. Richtrohre die die beiden Ecken in den Pausen abdecken und zusätzlich noch einen Kommentatorenplatz. So lassen sich zum Beispiel die Anweisungen der Trainer an ihre Schützlinge während der einzelnen Runden für die Zuschauer einfangen.
Der Aufbau gestaltet sich unproblematisch und so kommen wir sogar noch vor den ersten Kämpfen dazu einige Punkte unsere ToDo Liste für den Ü-Wagen abzuarbeiten. Wir spielen unter anderem neue Software für unser Quadsplitts ein die es uns fortan erlaubt Labels auf die einzelnen Bilder zu legen.

Am Nachmittag startet dann mit einiger Verzögerung das Turnier, leider haben einige der Kämpfer sich nicht dafür begeistern lassen das ihr Kampf übertragen wird. Und so müssen uns darauf Konzentrieren das wir diesem Wunsch auch nachkommen. In diesen Pausen gibt es dann nur ein bisschen Eigenwerbung in Form einer Nahaufnahme unseres Banners und ein Infografik das es bald weitergeht.
An Kämpfen wartet das Turnier mit der vollen Bandbreite an Klassen auf so dass am Ende vier verschieden Rundenzeiten vorkommen können. Die jüngsten in der Kadettenklasse stehen sich 3 mal eine Minute im Ring gegenüber. In der höchsten Klasse des Tages bei den Männer sind es dagegen 3 mal 3 Minuten. Die Kämpfe sind also deutlich kürzer als Profikämpfe, das gleicht sich aber durch in deutlich erhöhtes Kampftempo mehr als aus.
Insgesamt stehen 31 Partien auf dem Plan für Heute. Doch genau hier liegt der Hund begraben, denn dieser Plan ist nicht so in Stein gemeißelt wie wir anfangs glaubten. Mehrmals am heutigen Tag sollen wir vom Organisator neue Listen herein gereicht bekommen. Einer der Gründe liegt darin das es eine gewisse Tauschkultur gibt, damit zum Beispiel von Weiter weg aus der Republik angereiste Verein früher wieder den Heimweg antreten können. Immerhin sind wir aber nicht die einzigen dadurch verwirrt sind. Den beteiligten innerhalb der Hall geht es da ähnlich. Und so wird es zu einer echten Tagesaufgabe den Überblick über den gerade stattfindenden Kampf und ob wir diesen zeigen dürfen oder nicht zu behalten. Außerdem brauchen wir ja auch für da Schneiden der einzelnen Begegnungen hinterher eine exakte Reihenfolge. Nach einer Weile sind wir dann aber an alle Stellen eingespielt und schaffen es das geschehen koordiniert ins Netz und auch in die lokalen Kabelnetze zu senden.

Neben einigen Größen aus der lokalen Politik wie den Oberbürgermeister und der Landrätin die sogar ein paar Worte für unser sPITV Team parat haben, wuseln auch etliche Nachwuchssportler in der Halle herum. Diese sind sichtlich beeindruckt von all unseren Kameras und dem Ü-Wagen und so ergibt es ich im laufe des Tage das wir neben von der reinen Motivkulisse für Schnappschüsse auch zum Mitmachfernsehen werden. Teilweise werden unsere Kameraleute von einem halben Dutzend der aufgeweckten Dreikäsehochs umlagert. Aber die pfiffigen Schüler werden von diesen kurzerhand rekrutiert und nach ein kleinen Einweisung werden sie unter dem wachsamen Augen der FeM'ler zu Kamerakindern. Mit leuchtenden Augen sieht man wie sie sie darum reißen einmal filmen zu dürfen. Manchmal sind es so viele das wir sogar kleine Streitigkeiten unterbinden müssen.
Gegen 20:30 ist es dann geschafft die Glocke ertönt zum letzten mal und das Turnier ist vorbei. Fix raffen wir uns im dunklem der Nacht unsere Technik zusammen und verladen alles sicher für den Transport auch wenn wir nur eine kurze Strecke vor uns haben. Wir schaffen es gegen dreiviertel Zehn wieder zurück zu sein und bestellen erst einmal etwas zum Abendessen. Zwar wurden wir vor Ort in der Halle schon gut versorgt aber dennoch macht ein solcher Tag mit seinen unzähligen kurzen und langen Gängen hungrig. Außerdem gibt uns dies noch die Gelegenheit beim gemütlichen Zusammensein neben der gewohnten Manöverkritik auch nochmal die letzten Details für das nächste Event zu besprechen, da dieses Wochenende ein Doppelfeature ansteht. Denn in schon in 16 Stunden beginnt alles von vorne denn wir werden im BC-Club erneut einen Musikabend streamen. 

What should we do with all those Ersties?

Nachdem dem Ereignisreichen Sommer für unsere übertragungswütigen Broadcastler und iSTUFFler war es nun wieder so weit. Die Erstiewoche stand an in Ilmenau und auch wir versuchten unser Bestes um all den Neuankömmlingen an der Uni Spaß an den Vorzügen des Vereinslebens zu machen. Neben Auftritten zum Kennenlerngrillen, der Stadtralley und der Vereinspräsentation, lag dieses Jahr das Hauptaugenmerk vor allem auf dem Workshopday.

Unsere Idee klang recht simpel zusammen mit den Funkern vom anderem Ende des Blockes wollten wir mit einen eigens dafür organisierten Radiokonzert den Leuten einen unterhaltsamen Nachmittag mit Live-Streaming bieten. Nachdem wir dank der Baracke 5 schnell und unkompliziert sowohl eine geeignete Location und eine fünfköpfige Band am Start hatten, galt es zu erst im Vorfeld Teilnehmer zu begeistern. Doch zur offiziellen Einschreibung während der Vereinspräsentation im Humboldt Foyer staunten wir nicht schlecht das der Workshop als erstes voll war und sogar noch 10 Leute mehr am nächsten Tag am Start waren als wir offiziell Plätze angeboten hatten. Aber für alle die sich bei der Gelegenheit noch nicht ausprobieren konnten stehen ja auch schon unsere bewährten Schnupperwochenenden in den Startlöchern am 23/24ten Oktober und am 14/15ten November!

Durch diese positiven Nachrichten angespornt begann das werkeln am Freitag Mittag. Unser Konzept sah ursprünglich vor, dass der Workshop aus einer kurzen Erläuterung der einzelnen Positionen gefolgt von zwei Musikblöcken der Band "Wurst" und einem Interviewteil dazwischen bestehen sollte. Aufgrund des überwältigenden Teilnehmerstroms blieb uns aber leider nichts anderes übrig, als die Gruppe in zwei Teile zu spalten.
Und so zog die eine Truppe zu erst zu uns und unserem Ü-Wagen an die Baracke, während die zwote Hälfte im Funk einen Crashkurs in Beitragsgestaltung bekam.
Leider entstand durch diese spontane Änderung einiges an Chaos, so dass es statt dem angestrebten gemeinsamen Workshop eher nach zwei separaten Veranstaltungen aussah. So entfielen die geplanten Interviews komplett.
Um allen Erstsemestern auch einen interessanten Job bereit zu stellen, ließen wir uns beim Aufbau nicht lumpen und platzierten 6 Kameras um und auf der kleinen Bühne. In Herzen unserer Betsy gab es die Positionen des Bildmischers, des Tonmeisters, der Bildregie und auch einen kleinen Einblick in die Bildtechnik zu besetzen. Neben dem ersten Vorgeschmack was es alles so an Dingen zu beachten und zu bedenken gibt, bei einer solchen Bandaufnahme, unterhielten wir unsere Interessenten nach bestem Wissen und Gewissen und versuchten mit vielen Anekdoten und Erfahrungen aus früheren Produktionen zu begeistern - und so vielleicht auch das leider sehr schlechte ilmenauer Regenwetter mit guter Laune zu vertreiben.

Es bleibt vor allem trotz aller Widrigkeiten und Missverständnisse bei der Organisation des Events das gute Gefühl übrig das wir vielen jungen Menschen mit dem Virus Fernseh- und Videoproduktion anstecken konnten und warten gespannt wann das Fieber bei ihnen ausbricht um gemeinsam mit ihnen viele schöne, unterhaltsame Sendungen und Beiträge auf die Beine zu stellen. 

8 Bands... Drei Clubs... Ein schwarzer Campus und 8 Stunden Livestream

Winter is coming! Aber anders als im bekannten TV Zitat erwartet wir in Ilmenau nicht eine unaufhaltsame Macht aus dem hohen Norden, sondern freuen uns auf das bevorstehende Wintersemester. Doch kurz bevor dieses losgeht steht noch ein ganz besonderes Kleinod der ilmenauer Campuskultur auf dem Plan. Denn die Nächte um den 25tn und 26tn September stehen ganz im Zeichen der schwarzen Kultur. Denn der Campus Noir feiert sein fünfjähriges Jubiläum und zieht damit wieder magisch allerhand interessierte der schwarzen Szene überall aus den Lande an den Rand des Thüringer Waldes.

 

Nachdem wir uns letztes Jahr bereits an der Aufzeichnungg in der ilmenauer Jakobuskirche beteiligen konnten, freuten wir uns natürlich sehr als die Organisation der Studentenclubs uns auch dieses Jahr fragte ob wir uns eine Mediale Umsetzung des Abends vorstellen könnten.

 

Und da einige von uns immer noch nicht genug bekommen können vom Broadcasten fragten wir dreist zurück ob wir es gestemmt bekommen alle Konzerte live in die ganze Welt hinauszutragen. Die Idee zündetet sofort beim Orgateam und man klemmte sich dahinter die Genehmigungen der Bands einzuholen.

 

Wir begannen schon mal mit der üblichen Suche nach Helfern und technischen Lösungen. So galt es als eine der Kernfragen zu klären welcher Club wie und von wo aus ins Internet gestreamt werden würde. Nach einigen hin und her entschieden wir uns für zwei separate Regien. Unseren Ü-Wagen parkten wir vorm C-Club und ließen Betsy dort die Konzerte vom Freitag, Samstag und die Feuershow im Außenbereich produzieren.

 

Die Auftritte der Künstler im H und I Club wurden kurzer Hand mit einer kleinem im Konferenzraum des FeM-Office heraus geschnitten und gestreamt. Auch das Umschalten zwischen den verschiedenen Streams erfolgte hier zentral. Die nötige Verkabelung wurde direkt hergestellt, was sich beim BI-Club, der nur einen Steinwurf entfernt ist, ja nicht sonderlich kompliziert gestaltete. Eine etwas kniffligere Angelegenheit war die Anbindung des BH-Clubs da der geliehene Bildmischer "nur" HD-Signale verarbeiten konnte. Durch die höheren Frequenzen des Signals führt natürlich zu einer höheren Dämpfung im Kabel und damit zu geringerer Reichweite. Und so nehmen die Beiden Kamerasignale den Weg vom H aus ins Kellerfenster des kleinen hsf Studios wo sie durch eine Kreuzschiene verstärkt werden und dann durch die zwischen Funk und FeM liegende A/V-Verkabelung in den Konferenzraum zu gelangen.

 

Am Freitag beginnen die Vorbereitungenn im BC-Club gemütlich am Nachmittag, fast schon enttäuscht stellt derTagesverantwortlicheh fest das der Ü-Wagen nach 5min schon fertig zur Abfahrt ist. Am C angekommen ist eines der größten Probleme erst einmal die Organisation von Strom. Die beiden Außensteckdosen scheinen nicht zu funktionieren und so greifen wir mit den Clubeiern auf die Steckdosen in der Telefonzelle zurück. Das Problem dabei ist nur das hier das Vorhängeschloss verwittert ist und es trotz passenden Schlüssels sich nicht öffnen möchte. Aber mit einem kurzen auf kreischen des Trennschleifers ist auch dieses Hindernis bald bewältigt.

 

Der Club wird von uns mit 4 Kameras bestückt was auch das äußerste der Gefühle ist was wir an Platz ab zwacken können, denn wie immer sollen die Gäste der Konzerte ja so wenig wie möglich durch unsere Arbeit gestört werden. So kommt kurzer Hand einer Kamera auf die Bühne, eine ans Fenster davor und eine Totale vor die DJ-Ecke. Die Vierte Kamera ist eine Miniaturkamera die uns einen Blick über die Band Richtung Publikum beschert. Ton gibt es dank Digitalen Tonbus direkt vom Pult im Club so viele Spuren wie unserer spontan vom hsf entliehener Tonmeister haben möchte.

 

Die Bands des heutigen Abends sind mit Ochre Room und Myyra Rós musikalisch eher von der ruhigeren Sorte und auch der komplett ausverkaufte Club bietet uns so selber ein entspanntes Testfeld um kleinere Fehler zu finden und zu bekämpfen. Und so haben wir nach einem sehr unterhaltsamen Programm erst richtig Blut geleckt für den großen Stunt am nächsten Tag.

 

Am Samstag geht es zu erst damit los die Verkabelung im BI und BH-Club zu verlegen. Was sich etwas hinzieht da das ganze ja vor allem so sicher platziert seinen muss das sämtliche Stolperfallen ausgeschlossen sind. Auch die kleine Regie im Konferenzraum gilt es noch aufzubauen und zusammen zu stöpseln. Hier ist die Herkunft des Tons schon interessanter. Wir bekommen in beiden Clubs eine Stereosumme die wir über das Videosignal eingetütet mit auf Reisen schicken.

 

Beim C-Club stehen danach vor allem die Vorbereitungen für die Übertragung der Feuershow im Außenbereich an. Wir haben uns dazu entschlossen das wir sämtliche Kabel bereits vorher verlegen und dann zum Event nur noch fix die Kameras zu ihren Positionen tragen müssen. Von den Perspektiven her können wir uns hier frei austoben. So wandert eine Kamera auf unseren liebgewonnenen Kran, der so langsam eine Namens taufe bräuchte, eine weitere wagt sich dicht ans Geschehen und die Dritte begibt sich noch höher hinaus und positioniert sich auf der Feuerleiter des Haus G. Alles steht und ist soweit getestet. 10Min vorher taktischer Standby.

 

Los geht der Reigen der bunten Bilder mit BrigittyHandley im I-Club. Im Wagen schauen wir uns das ganze auf unserer Videowall an und warten auf unseren Einsatz im Anschluss.

 

Doch dann eine Kleine Schrecksekunde jemand hat die Speicherkarten vom Abend zuvor im Office liegen lassen. Doch nach ein paar bangen Warteminuten, kann der Springer sich leicht außer Atem in die MAZ im Kofferraum stecken und pünktlich zum ersten Song auf Aufnahme Drücken. Und schon Wind wir mit Date at Midnight in der zweiten Band des Abends. Und schon jetzt merken wir das die Clubs wesentlich voller sind als am Abend zuvor. Alles läuft aber bisher reibungslos. Schöne Bild und die Kommunikation läuft gut. Nach guten 70 Minuten geben wir ab in den BH-Club wo mit Klangstabil einer der bekanntesten Acts des Tages zu seinem elektronischen Programm eingeladen hat. Während dort also die Bässe durch das Publikum wandern, gilt es für die Crew am C die Feuerdarbietung vom Haus G und E vorzubereiten. Fix müssen die Kameras auf Position getragen und angeschlossen werden. Die Kamera für den Kran haben wir uns aus dem I-Club entliehen. Schneller als gedacht geht es dann auch los. Und die Freaks on Fire machen ihrem Namen alle Ehre. Eine Feuerakrobatik jagt die nächste und lassen das normale Feuerspucken fast schon langweilig wirken. Leider passiert uns hier der offensichtlichste Schnitzer des Abends da vergessen wurde den Sternchenfilter aus den Kameras auszuklappen. Leider haben die Kameras keinen Rückkanal und so steht derjenige der wüsste wo man ihn ausschaltet auf der Feuerleiter zum schweigen verdammt. Aber dieser Fehler verpufft im Abschluss der Show mit ihrer mehreren Meter hohen Feuerwand.

 

Doch nun kommt die größte Herausforderung des Programms der rasche Rückbau der Kameras in den Club. Leider kommt die Kamera von der Feuerleiter hier zu spät, da sie das Ende der Show auf der Intercom nicht mitbekommen hatte und der abstieg in tiefschwarzer Nacht auf der löchrigen Wendeltreppe doch länger dauerte als erwartet. Dadurch fällt Kamera 2 vor der Bühne nun aus, was die Möglichkeiten an Bildern doch stark begrenzt. Trotzdem macht die Übertragung von Still Patient die gerade auf Releasetour sind viel Spaß im Team.

 

Vor ähnlichen Problemen steht auch der Trupp im BI die nachdem sie ihn eröffnen durften nun auch die Ehre haben den Abend zu beenden. Mit der Band Other Day. Aber auch hier gestaltet sich das wieder einnehmen der Positionen als schwierig. Der Club ist schlicht zum brechen voll. Außerdem hat es eine der Koaxialleitung zerlegt. Aber wir machen das Beste aus den Mitteln und beenden den Abend kurz vor 2Uhr von der Übertragungsstechnischen Seite.

 

Während der I noch sendete kümmerte sich der Rest der Crew schon fleißig um den Rückbau von H und I. Und so ist sämtliche Technik gegen halb dreiviertel Drei auch wieder im Office verstaut. Bis auf Betsy die wir bei den Feuchtkalten Wetter dann doch über Nacht lieber mit laufender Klimaanlage geschützt am Club verweilen lassen und erst am nächsten Tag zurück nach hause fahren.

 

Am Ende bleibt das Gefühl das wir mal wieder verdammt stolz auf uns seinen können. Wir haben etwas neues gewagt und die gesamte Mannschaft hat an einem Strang ziehend dafür gesorgt das es funktionierte. Und vor allem hatten alle einen Riesenspaß dabei, so das der enorme Arbeitsaufwand der Aktion niemanden wirklich aufgefallen sind.

 

Und so stellen wir nach fast genau einem Jahr Ü-Wagenbetrieb fest das es sich gelohnt hat die Hürden zu nehmen die diesem Projekt im Wege standen und freuen uns gleichzeitig auf all die wundervollen Events die wir mit unserer Betsy noch bestreiten werden in Zukunft. Vielleicht seid ja auch ihr als neue Erstsemester die sich auf diesen Einsatzblog verirrt haben schon beim nächsten mal mit dabei und könnt dann eure ganz persönliche Ü-Wagen Geschichte erzählen. ;-)

Visionen in der Festhalle

Was tun wenn sich der Sommer dem Ende neigt der Stress des voll gepackten Prüfungszeitraum sich verzogen hat und nun nur noch die erholsame Pause bis zur nächsten Vorlesungszeit in den ersten grauen kalten Oktobertagen? Warum nicht hier und da mal neue Weg beschreiten im Verein? Der aufmerksame Leser unsere Ü-Wagen-Eskapaden mag sich noch an Ende Mai erinnern wo wir das Pentatones Konzert im Stadtgarten übertragen haben. Und einen entscheidenden Teil des Klangbildes an diese Abend stammte aus den mannigfaltigen Instrumente der sie begleitenden STÜBAPhilharmonie.
Da uns dieses Konzert besonders im Gedächtnis geblieben ist, waren wir erfreut zu sehen das sich das Orchester ein zweites Stelldichein in Ilmenau gab. Unsere Neugier war geweckt und nachdem klar war das sich genug Leute bei iSTUFF dafür begeistern ließen, brauchten wir nur all unseren Mut zusammennehmen und mit ein paar beherzten Anrufen beim STÜBA hatten wir auch die Zusage des Orchester das wir ihren Abend aufzeichnen durften.

 

Nach einigen fernmündlichen Planungen innerhalb des Teams, schlugen wir am Sonntag Mittag mit einem groben Plan und vielen Fragezeichen was uns nun genau erwarten würde. Etwas unbeholfen treten wir so in die Festhalle ein und sind erst einmal erblindet, denn draußen herrscht strahlendster Sonnenschein des mollig warmen August. Aber ein paar mal zwinkern später und unsere Augen sehen wieder halbwegs klar. Und können erst einmal vorstellig werden.
Ein paar kurze Gespräche ist das erste überrumpelt sein der Orchesteraufbauhelfer auch verflogen und wir haben die meisten Standortfragen für unser Equipment geregelt. Im Vorfeld haben wir uns bereits auf ein Setup mit 6 Kameras entschieden. Fünf davon sind im klassischen Halbkreis vor der Bühne angeordnet, während die letzte Kameras sich auf der Bühne versteckt und uns so eine bunte Mischung aus Motiven von der Gegenüberliegenden Seite des Geschehens beschert.
Das verkabeln an sich ist in der uns gut vertrauten ilmenauer Festhalle keine sonderlich große Hürde so fällt es auch kaum ins Gewicht das zu unseren normalen EB-Camcordern jeweils 3 Kabel ihren Weg finden müssen. In alten Zeiten haben wir so viele Kabel von Zeit zu Zeit verwendet um die Bestmögliche Signalqualität mit einem YUV-Signal zu erreichen. Doch wozu heutzutage wo doch das voll-digitale "Digitale Komponenten Signal SDI" uns die gestochen scharfe Qualität über eins der bekannten Koaxialkabel liefert. Nun ja nachdem wir früher die reine Bildqualität durch mehr Kabel verbesserten, treiben wir den Aufwand heutzutage um die Qualität der Produktion zu verbessern. Durch das zweite Kabel erhalten unsere Kameraleute eine Audioleitung mit der sie die Anweisungen des Regisseurs und des Bildmischers hören, wodurch wir die Bilder besser koordinieren können und sich kleine Fehler beseitigen lassen bevor sie in die finale Mischung gelangen. Das mag erstmal selbstverständlich klingen, doch war dies früher ohne digitale Audiostageboxen und dazugehöriges Mischpult meist ein solch enormer Aufwand, dass er selten betrieben wurde. Und neben der Steigerung in der Qualität erhöht sich so auch indirekt die Sicherheit der Kameraleute, da sie nun hören können was vor sich geht, ob ihre Bilder das sind was der Regisseur möchte und ob sie aktuell auf Programm sind. Das dritte Kabel ist am Ende nur eine schlichte Zweidrahtleitung die ein im Blickfeld angebrachtes rotes Lämpchen speist, sollte die Kamera an der Bildkomposition beteiligt sein. So kann auch bei Problemen mit Lauten Umgebungsgeräuschen oder kaputten Kopfhörern der Kameramann von ruckhaften Bewegungen oder anderen Fehlern bewahrt werden.

 

Während unseres Strippenziehens, Stativ und Kameras durch die Gegend wuchtens machen wir noch ein kleines "Tauschgeschäft". Wir verleihen einen der Bildschirme von unseren beiden Multifunktionsarbeitsplätzen an den Toningenieur des Orchesters und bekommen dafür neben vielen netten Worten eine Stereo Audiosumme an der zentralen Stagebox auf der Bühne. Erleichtert atmet man an der gut einen Meter fünfzig breiten Tonkonsole auf, denn so hat man einen schnellen Ersatz gefunden für das eigene Gerät, was irgendwo zwischen den beiden Auftritten in Weimar und Ilmenau an der falschen Stelle gelandet ist. Nun kann man in Ruhe die Konfiguration des Audio-Setups für den heutigen Abend überprüfen und anpassen.

 

Mit zwei "XLR-Kabeln" bewaffnet gilt es nun unsere Stereospur auch in das Fahrzeug zu bekommen. Das klingt erst einmal nicht besonders schwierig aber die Stagebox steht Zentral zwischen den Orchestermusiker, was eine die komplette Breite der Festhallenbühne einnehmende und in 4 Stufen gestaffelte Konstruktion zwischen dem Ziel und dem Backstagebereich bedeutet.

 

Aber da hilft kein Jammern und kein Wimmern sondern tief Luft holen und Wampe eingezogen und die Kabel einmal untendrunter durchgezogen. Die Aktion klappt noch rechtzeitig vorm großen Einpegel der einzelnen Instrumentengruppen. Für unser Team eine willkommene Pause um in der Sonne nochmal die Beine baumeln zu lassen und ein paar Pizzen zum Mittag zu verdrücken. Leider werden wir dabei immer wieder von hartnäckigen gelbschwarzgstreiften Störenfrieden belästigt.


Nach dieser Pause ist dann langsam auch Zeit etwas aufs Gas zu treten und die letzten Baustellen fertig zu bekommen. So gilt es noch fix den Standort der hinteren Kameras nach oben auf die Empore und die Kabelstränge stolpersicher zu verlegen. Damit im Falle eines Falle nix passieren kann und der Brandschutz gewährleistet ist. Damit steht das Setup auf unserer Seite und es gilt noch fix alles durch zu Testen und ein zu Stellen, an Signal Routing, der Belegung unserer Vorschauwand, Bildparameter etc pp. Das klappt soweit so gut und wir haben noch genug Zeit für ein letztes koordinierendes Teammeeting bevor die Action losgeht. So können auch die Leute noch gebrieft werden die erst später da zustoßen konnten.

 

Zehn Minuten vorher herrscht dagegen fasst gespenstische Ruhe, alle sind auf Position an ihren Gerätschaften. Bei den Gesprächen vor Ort haben wir nur einen groben Überblick bekommen was uns erwarten wird. Neben den um die einhundert Musiker umfassenden Orchester selber wird den Zuschauern und unseren Kameras noch eine weitere Besonderheit erwarten. Auf einer leichten halbdurchsichtigen Stoffbahn, die sogenannte Gaze, vor dem gesamten Bühnenbereich wird nämlich je nach Teil der Komposition eine eigens für das Programm erstellte Videoprojektion die Szenerie in ein ganz besonderes Licht tauchen. Und so verschmelzen im Laufe des gut zweistündigen Programmes die Klänge der Musiker und die Grafiken und Lichteffekte zu einem ganz eigenem Spektakel oder wie es die Künstler selber tauften zu Visionen im Klangraum.Wir sind der weilen hochkonzentriert mit der Auswahl und der Koordinierung der einzelnen Perspektiven, Zoom- und Kamerafahrten beschäftigt um dem Schauspiel auf der Bühne auch im Video gerächt zu werden. Wir freuen uns über die Unmengen an Details die ein solches komplettes Philharmonieorchester mit seinen Instrumenten bietet.

 

Nachdem Programm dann wieder der gewohnte schnelle Rückbau. Getreu dem Motto alles muss raus und zwar in zack zack. Die Bühnenbauer sind schon vorm Beginn mit ihrem 40t LKW vorgefahren um schnell einladen zu können. Aber dank unserem relativ kleinen Setup sind wir als erste fertig. So kommen wir sogar noch mit einigen der Künstlern ins Gespräch über unsere sonstigen Aktivitäten und sogar auf dem Auftritt ende Mai ein paar Meter entfernt hinter der Festhalle im Stadtgarten.

 

Doch dann heißt es nochmal kurz spurten denn der treue Begleiter in der Hosentasche alarmiert vor der Wettervorhersage: gegen Mitternacht soll es lang anhaltenden Regen geben. Und diesmal hat die Prognose sogar recht. Mit dem einsetzen der ersten Tropfen schaffen wir es die letzten Ausrüstungsgegenstände in unser Untergrundhauptquartier im FeM-Offfice abzustellen. Der Regen verhilft uns sogar noch zu einem gemütlichen Resümee des Abends und lässt den Abend kreativ auf der Couch in entspannter Runde ausklingen. Während unsere Besty im dunklem der Nacht einsam dem Regen entgegen trotzt bis wir sie wieder zum erneuten Bunten Bilderreigen rufen werden.

Einmal kurz und knackig zum Semesterende bitte

Viel ist passiert in diesem Sommersemester mit bereits mehr als einem Dutzend Live-Übertragungen und einer riesigen Anzahl an Beiträgen und Sendungen on Demand kann man kaum behaupten die iSTUFFler und Broadcaster hätten eine ruhige Kugel geschoben. Und dennoch juckt es ihnen noch einmal unter den Fingernägeln, da fangen die ersten unruhig in im FeM-Office mit den Hufen zu scharren, knappe 4 Wochen nach der entbehrungsreichen ISWIsion Woche. Und da wir unser neues Format zur Förderung von mehr Studentenkultur verpflichtet fühlen, hat sich iSTUFF entschlossen noch einmal Allen zu zeigen was es am besten kann: Sendungen aus den Boden zu stampfen und sich bei deren Umsetzung nicht den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen. 
So steht für der Plan für Montag den 13ten Juli fest, noch einmal live auf Sendung zu gehen, doch dieses Mal nicht am Abend sondern zur Besten Mittagszeit um 12:30 vorm Audimax. Denn möglichst viele Studenten und Mitarbeiter sollen ihn mitbekommen unseren großen, kolossalen, phänomenalen Semesterrückblick. 
Und so geht es nach einem kurzen lustigen aber auch in einigen Punkten mehr Fragezeichen als Antworten hinterlassenden Planungstreffen am Sonntagabend, am nächsten Morgen frisch und munter um 9Uhr los mit der Aktion Humboldt. 

Die notwendigen Gerätschaften sind schnell im Inneren von Betsy oder ihrer Begleitfahrzeuge verstaut. Im Nuh wandern  Personal und Material die Kurze Distanz von Haus L bis zum Gustav-Kirchhoff-Platz und fast umgehend beginnt das eifrige Wuseln aller Beteiligten vor Ort. Schnell werden noch die vom Fachschaftsrat EI geliehenen Sofas herbeigetragen und der vom Rechenzentrum entliehene 65" Plasma Fernseher montiert. An Kameras begnügen wir uns dieses mal mit Vier Stück und dank des Triaxanschlußes an den Kamerazügen ist die Video-Verkabelung auch Ruck-zuck erledigt. 
Der Tonaufbau geht ähnlich flott, dank der Stagebox müßen nur noch wenige Patchkabel zu den Mikrofonen und Monitorboxen gezogen werden. Danach folgt der etwas langatmiger Teil, die Konfiguration der beiden Mischer. Heute einmal in kompletter Neubesetzung an den jeweiligen Gerätschaften im Wagen nehmen sich einige der alten Hasen gerne die Zeit um den Leuten die Bedienung zu erklären. So vergrößert sich der Wissensstand im Wagen kontinuierlich, währenddessen nimmt unser Set immer mehr Gestalt an. Der Kamerakran ist fertig zusammengesteckt und verkabelt und sämtliche Kameras wetterfest verpackt. Das Wetter ist die größte Unbekannte des heutigen Tages, aber wir haben Glück und bis auf ein paar zarte Nieseltropfen bleibt es trocken. 

Für den größten Schockmoment des Tages sorgt unserer MAZ'er der entsetzt feststellt das beim Kopieren auf die Speicherkarten ein kleines Malheur passiert ist und nun die MAZ nur die Hälfte der Beiträge abspielbar ist. Aber da hilft kein Maulen und kein Meckern da helfen nur flinke Beine und hinunter ins Office gesaust um die Ordnerstruktur einmal passend umsortiert. Gut außer Atem hechelnd, überwiegt dann aber doch die Freude das alle Best-Ofs nun funktionieren. Fast Pünktlich geht die Show on Air und es entsteht mit musikalischer Live-Untermalung, einem kurzen  Interview mit ein paar neugierigen Studenten und den Bereits erwähnten Best-Of Beiträgen am Ende doch ein sehenswertes Kleinod. Das Ende ist dann pünktlich zum Vorlesungsbeginn um 13 Uhr erreicht. 
Wir freuen uns das alles so glatt hin gehauen hat und packen rasch unsere Sieben Sachen wieder ein. Die Sendung und die erhoffte Aufmerksamkeitseregung haben beide wie geplant funktioniert und es zeigt sich das man mit einer guten Idee und einer gesunden Portion Ehrgeiz viel erreichen kann mit unserem neuen Produktionsfahrzeug und seiner Crew. 

Habt auch ihr Ideen für interessante Sendungen oder Events die wie wir dringend übertragen sollten? Dann versucht uns mit einer kurze Nachricht zum Kontaktaufnahme an broadcast@fem.tu-ilmenau.de oder an chefred@istuff.de davon zu überzeugen 

Das Alles und noch viel Mehr – der oft zu kurz kommende Rest der Aktivitäten

das vorerst letzte gemeinsame Musizieren mit dem Funk
Als wäre nichts gewesen... Fludo im besenreinen EAZ

Abseits der großen Spuren und Eindrücke, die unsere kleine OB-Unit und die Sendungen aus dem ISWIsion-Studio hinterlassen haben, gab es natürlich auch noch etliche andere Streaming- und Recordingunternehmungen in diesen acht ISWI Tagen in Ilmenau. So konnten wir fast alle Keynote-Speaker live streamen oder mindestens aufzeichnen und die Festrede vom Ministerpräsidenten Thüringens zum Dies Academicus sowie die Closing Ceremony am Samstagabend live und weltwelt bereitstellen. Der Elan der Streamingcrew reichte sogar noch für einen Untergrundstream in der Nacht vom Freitag zum Samstag und einer abschließenden musikalischen Spontaneinlage mit einem hsf Radio Konzert der Band "Joon Wolfsberg" in unserem EAZ-Studio, einige Stunden vor der letzten ISWIsion-Show.

 

Insgesamt konnten wir so in dieser ISWI 2015 fast einen gesamten Tag an ausgestrahltem Material sammeln, welches es nun gilt für die diversen Verbreitungsstellen aufzubereiten und später online zu stellen.

Am Ende vergingen die zwei Wochen die wir mit Technikorganisation, Aufbau der Beleuchtungsanlage, der Dekoration des Studios, dem Einrichten unseres Schnittnetzwerkes, den eigentlichen Produktionen und natürlich auch dem finalen Abbau am Sonntag füllen konnten - viel schneller vorbei als man es erwartet hätte.

 

Es bleibt das gute Gefühl enorm viel für einen kleinen Studentenverein an einer recht kleinen Universität wie Ilmenau gestemmt zu haben. Viele Anekdoten über sinnlose Witze die sich als running Gags etablierten oder die einzelnen Events, der eine oder andere neue Nickname für unsere Mitglieder und - nicht zu letzt - der gewisse Hunger auf die Nächste Sendung, das nächste Event oder die nächste eigene mehr oder minder Verrückte Idee die es umzusetzen gilt. Bleibt also gepannt was wir als nächstes aushecken werden.

 

 

Zu guter letzt:
An dieser Stelle noch ein herzlicher Dank an Schosch, dem rasenden Reporter vom hsf, für die Bereitstellung einiger Fotos.

Kickelhahn – there and back again

Fludo on Top
Die Band braucht festen Untergrund
Uplink mal wie die Großen via Satellit
Fast wie gemalt unsere Kulisse für "The Apes"
Spontan improvisiertes Gegengewicht
Der FoH am Fuße des Turms
Das zwote Mal zum Senden hier: unsere Betsy
Letzte Besprechungen vor der Sendung mit schon sehr erschöpften Faultier
Das mit der Plakatwand setzt sich durch
Unsere Technik kommt so auch mal raus
Trotz großen Engagements, wir haben ihn dann doch nicht fahren lassen
Gelangweiltes Broadcastpersonal übt sich in der Kunst des schwebenden Gaffas

Eigentlich begann alles anders geplant als es dann endete. Am Donnerstag fand wie üblich für die ISWI Teilnehmer der Thüringia experience Day statt. Zu diesem teilt sich die Scharr in 4 Grüppchen auf und Begibt sich auf Erkundungstour durch den Freistaat. So stehen nun Eisenach, Erfurt und Weimar auch eine gemütliche Wanderung im ilmenauer Umland als Angebot zur Verfügung. Hier nehmen die teilnehmer den Goethe Wanderweg in angriff um am Ende auf dem Kickelhahn anzukommen. Als spezielle Überraschung für alle Wanderer diese Ausfluges hat sich eins unsere Broadcastmitglieder besonders reingekniet und keinen Aufwand in der Organisation gescheut um noch einmal für einen musikalischen Höhepunkt zu sorgen. Bei strahlendem ilmenauer Himmel hat sich die sonneberger Band "The Apes" zum Stelldichein eingefunden um in dieser einzigartigen Kulisse einen vorab Gig zur aktuell laufenden "This is not a Test" – Tour zu geben. Pünklich 12:30 sind wir dann auch mit allem fertig, die Kameras inklusive unseres Liebgewonnen Krans, mit einer äußerst Professionellen Gegengewichtskonstruktions stehen. Der Soundcheck im Wagen und für die Beschallung am Platz steht. Wieder haben wir dank ettlicher Fleißiger Helfer inklusive einiger HSFler alles rechtzeitig gestemmt bekommen. Wir sind in Wartestellung und lauschen der Natur und unsere Lebensarder, dem tuckern eines Stromaggregates was unseren gesamten Aufbau mit Strom speißt. Den Leerlauf nutzen wir ersteinmal für ein gemütliches Mittagessen, denn wir planen mit dem Eintreffen der um die Hundet ISWIs gegen 13 Uhr doch der zeiger der Uhr dreht beharlich weiter ohne das die Wanderscharr erscheint. Als es auf 14 Uhr zugeht versuchen wir über die Hauptorga und den ISWI Infopoint herraus zu finden wo die Truppe sich befindet und wie lange es noch bis zu Ihrer Ankunft dauern könnte. Mit einer gewissen Entrückung hören wir das nach gur vier Stunden Marsch gerade einmal Manebach erreicht wurde und das es noch gut und gerne drei Stunden dauern wird bis mit ihrem Eintreffen zu rechnen ist.

 

Unsere Kinnlade nähert sich etwas dem Erdboden, denn fast alle der anwesenden sind bei der Sendung am Abend verplant den einen oder anderen Studiojob zu übernehmen. Nach kurzen Kriegsplan gibt es nur zwei Alternativen die für uns in frage kommen:

 

Entweder: Wir nehmen nun mit der Band und all der angekarrten Technik ein kurzes Set auf und probieren unser Bestes ein hübsches Musikvideo zu produzieren...
oder: Wir versuchen die im Tal gebliebenen davon zu begeistern, kurzerhand die gesamte Sendung zu Fuße unserer lokalen Sehenswürdigkeit zu produzieren.

 

Einige Zeit verstreicht, einige Mitglieder unseres Stoßtrupps müssen zwischenzeitlich wieder zur Uni um noch einige Studienleistungen zu Absolvieren. Unsere vor Ort Aufnahmeleitung beschließt die Gelegenheit zu nutzen um im IMOC die Leute direkt zu begeistern. Die Letzten Vorort gebliebenen sind zum Warten verdammt. Die sightseeing Atmosphäre wird nur einmal jeh zerissen als sich unser Stromerzeuger lautstark zu Wort meldet weil wir vergessen haben ihn zu füttern. Unser Hauptorganisator fürs Event war leider doch einen Tick zu langsam mit der Besorgungsfahrt. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der realen Welt wohl maximal ein halbes Stündchen, kommt dann der erlösenden Anruf der uns die Entscheidung der Studio Crew verkündet. Man konnte die Leute überzeugen ihre Wohlfühlzone im EAZ zu verlassen und das Risiko Bergsendung einzugehen. 

 

Und dann plötzlich ist es vorbei mit der Idylle am Aussichtspunkt, denn die Telefone stehen kaum noch still. Wichtige Fragen zur Location und zu technischen Details wie welches Ausspielformat es nun bedarf um aus Betsy Bauch herraus Beiträge abzuspielen prasseln nur so auf uns ein. Auch wird das treiben vor Ort merklich hektischer binnen kürzester Zeit wimmelt es nur so von fleißigen iSTUFF-Bienchen um uns die Dinge mitbringen und am Platz das Konzept der Sendung beginnen zu planen. Die Begeisterung der Leute ist faszinierend und teilweise fast schon etwas angsteinflösend, zumindestens als Plötzlich in einem der Kofferräume der Komplette Studiotisch zu erspähen ist. Auch kommt Kameraposition nach Kamerapostition hinzu, statt den angedachten vier montieren uns die Leute plötzlich insgesamt sieben Bildgeber ans Set. Selbst der 30Meter Aufstieg durch die schmale Wendeltreppe des Kickelhahnturms kann die Jungs und Mädels nicht erschüttern. Während all diesem wuseln und werkeln kann man in einer ruhigen Minute die perplexen Gesichtsausdrücke der Bandbesetztung und der ersten ISWIs vor ort begutachten die sich doch stark wundern wo sie da hinein geraten sind. "Wir dachten uns erwarten hier zwei Leute die uns mit ihrem Smartphone filmen und dann sowas hier" oder ein verblüftes "And you are a student television station!? Are you fucking kidding me?" ereilt uns als Feedback der Außenstehenden. Doch irgendwo verständlich wenn man sich einmal auf dem Set umschaut, wo sich der Ü-Wagen mit der testweise eingerichteten Satelliten Internetstrecke, dem Kamerakran und der fast unzählbaren Scharr an iSTUFF'ler den kleinen Gipfelplatz teilen.

 

Nach viel verständlicher Hektik, denn für 90% der Leute ist so eine echte Außenproduktion mit soviel Equipment vollkommendes Neuland, schaffen wir es doch Sendebereitschaft herzustellen. Auch wenn wir uns hinterher wünschten doch vielleicht noch eine Viertelstunden länger ins feintunig gesteckt zu haben, gehen wir mit gerade einmal 10min Verspätung auf Sendung. Zwar fehlen uns nun die Bauchbinden und hier und da gibt es ein Paar Fehlerchen beim MAZen oder dem Bildschnitt, aber die Bilder dieser Kulisse lassen die in Vergessenheit zu raten. Durch die enormen Panoramabilder über Ilmenau und den Rennsteig erstaunen Crew wie Zuschauer daheim am Bildschirm gleichermaßen. Nach gut einer Stunde Sendung sind wir dann auch raus, alle hellauf begeistert und dennoch bleibt keine Zeit für Müßiggang, schließlich haben wir nurnoch gut anderthalbstunden schwindendes Tageslicht bevor die Sonne hinter den Bergketten verschwinden wird.

 

Fast pünktlich klappt der mehr oder minder geordnete Rückbau so das es sogar noch zu einem Teamfoto im Sonnenuntergang reicht. Wir schaffen es die gesamte Crew und das Material wohlbehalten wieder im EAZ abzuliefern, auch wenn die kurze Aufbruchphase für unsere Leute von der Technikausleihe noch eine extra Nacht- bzw Frühschicht bedeuten wird um alles für die tägliche Beitragsproduktion wieder auseinander zu sortieren.

 

Und dennoch kann man diese zweite Sendung vom höchsten Punkt im ilmenauer Umland als vollen Erfolg verbuchen und wir haben die Hoffnung das nun etliche Leute ein wenig Blut geleckt haben für diese Produktionsart, die ja einer der Hauptgründe war unser Kleinod genannt Besty zu konstruieren.       

Ü-Wagen on Ice – Das ISWI Open Air

Krankalibrieren - eine 3-Mann-Beschäftigung
Viel bequemer gehts nicht von den Laufwegen
Symbolfoto: tolle Zusammenarbeit mit dem HSF

Der Dritte Tag der ISWI konnte von den Leuten, die sich beim Streaming zur EVA rein gehangen hatten, ruhig angegangen werden. "'s galt" ja "nur" ein normale ISWIsion-Sendung nebenbei auf die Beine zu stellen.

 

Unser Ü-Wagen konnte sich eine kleine Auszeit gönnen, bevor es am Dienstag Nachmittag wieder rund ging für ihn. Denn am Abend wartete erneut Musik auf ihn und sein seine tollkühne Crew - denn im Programm steht das ISWI Open Air auf dem Plan. Fast schon traditionell wurde es von seiner geplanten Location, dem Ehrenberg, in die Eishalle verlegt, da der Wetterbericht Regen während der Veranstaltung und dem Aufbau der Bühne ankündigte. Für unseren Aufbau ist dies aber äußert angenehm: wir fahren elegant unsere große Blaue in die Eishalle und parken keine fünf Meter neben der Bühne.

 

Wir nehmen uns vor, dass wir es hier ein wenig ruhiger angehen lassen was das Setup angeht. Nur um kurz darauf beim Aufbauen festzustellen, dass es doch wieder sieben Kameras geworden sind. Diese stehen sehr analog zur Eröffnungsveranstaltung bis auf das wir dieses mal eine Kamera gezielt nutzen um die Emotionen der ISWIs im Publikum einzufangen. Zusätzlich sticht noch unsere Leinwand links neben der Bühne ins Auge die auch den Leuten in der Halle unser Schaffen präsentiert. Der Uplink erfolgt dieses Mal über einen LTE Router den uns netterweise ein Mitglied der ISWIsion-Crew zur Verfügung gestellt hat und der uns überraschenderweise mitten in der Halle 5MBit/s Upload bietet - zumindestens auf dem Wagendach, im Inneren waren es nur 3Mbit/s.

 

Am Anfang haben wir ein kleines organisatorisches Problem. Aufgrund einer länger anhaltenden Netzwerkstörung im Contentcenter der ISWIsion startet die tägliche Live-Show aus dem EAZ erst eine Stunde später und so wird es zur Überschneidung der beiden Veranstaltungen kommen. Auch ereilt uns kurz nach Beginn unserer Übertragung die Hiobsbotschaft, dass unserem Stream die Tonspur fehlt - denkbar ungünstig für ein Musikkonzert. Doch uns gelingt es das ganze kurzfristig zu beheben.
Danach gilt es die Broadcasterprobleme Level 3 zu beheben: So müssen wir feststellen, dass das Auflagemaß an den beiden Kameras links und rechts der Bühne nach dem Objektivwechsel nicht mehr hinhaut, was sich einen Meter vor der Band im Flackern der Schweinwerfer und mit nicht gerade optimalen Testmustern doch als einigermaßen trickreich herausstellt. Am Ende schaffen wir es aber unter Zuhilfenahme einer Monitorbox das ganze wieder ins Lot zu rücken.

 

Im Anschluß läuft es einfach und die Kombination aus Bildmischer/Regie und Kameraleuten zaubert erneut wunderschöne Bildkompositionen auf unsere Verteilwege. Von einigen Stellen wird uns dabei sogar ähnlich gute Qualität wie bei den Kollegen vom Rockpalast attestiert. Auch das Publikum ist vollkommen aus dem Häuschen und will die letzte der drei Bands gar nicht mehr gehen lassen. Auch der Leierkastenmann sorgt während der Umbaupausen dafür, dass die Stimmung nicht abflacht. Gegen halb drei endet dann an diesem Tag - oder sollten wir sagen nächstem Morgen - unser Einsatz für dieses Event und alle freuen sich, dass es am nächsten Tag erst einmal wieder eine Verschnaufpause gibt im abendlichen streamen.

Die Opening Ceremony – offener Himmel und schwebende Klänge

Am Anfang fühlten sich die Funker noch sichtlich Unwohl
Die Sprecherkabine in Besty
Plakative Zusammenarbeit
Die Opening Ceremony aus der Backstagesicht

Hier gibt es in diesem Jahr diverse Neuerungen zu bestaunen. Als erstes können wir drei Kreuze machen das das Wetter uns holde war und die Veranstaltung wie geplant statt in der Festhalle im dahinter angrenzenden Stadtgarten stattfindet. Da wir uns fest vorgenommen haben sie dieses Mal live zu übertragen, heißt da für uns und die HSF'ler erst einmal einige hundert Meter Glasfaserkabel von der Festhalle bis zu unserem Standort an der Bühne zu verlegen. Nachdem damit unsere Nabelschnur zur digitalen Zwischenwelt gelegt ist können wir uns mit dem restlichen Aufbau austoben. Und hier schöpfen wir wirklich aus dem vollem, denn neben dem formellen Eröffnungsakt hat die ISWI Orga noch einen oben drauf gepackt und für 90Min Livemusik vom feinsten gesorgt. Im Anschluss wird es auf der Bühne nämlich erst richtig kuschelig wenn neben den Pentatones, nach eigenen Angaben Electronica / DarkSometimesBright Pop Kombo die sich auf ihrem aktuellen Album mit der STÜBA Philharmonie zusammengetan um ein Klangbett zu kreieren das seines gleiches Sucht.

 

Um dies den Leuten die es nicht in den Stadtgarten geschafft haben präsentieren zu können haben wir am ende ganze Sieben Kameras am Start. 3 Davon befinden sich am sogenannten FoH (front of House). Eine davon liefert uns dank dem 22fach Zoom schöne Detailbilder von den Künstlern während die zwote die Bühne in der Totalen abbildet. Die Dritte hingegen zieht es hoch hinaus, denn wir haben sie auf unseren Sechs Meter Kran geschraubt wo sie uns neue und ungewohnte Einblicke von der Bühne und den Publikumsmassen vor der Bühne liefert.

 

An der bühne selbst haben wir dann noch einmal Vier Kameras, die wie man es sich schon denken kann Links, Mittig und Rechts wunderschöne Detail aufnahmen der Instrumente und Musizierenden aufnehmen. Als letztes springt noch Kamera 7 frei bewegt auf der Bühne um her und kann so noch einmal ganz andere Einblicke biete als man nur von vorne bekommen könnte.

 

Wieder läuft die Zusammenarbeit mit dem HSF wunderbar, fast etwas zu gut. Zu mindestens ist man als mittlerweile fast Dienstältester iSTUFFler vor Ort doch etwas verwirrt wenn einem im Ü-Wagen als erstes die lange Jessi am Bildmischer angrinst als man das Vehikel erklimmt. Aber wir sind an diesem Abend Dankbar für die Hilfe denn so können wir ein wesentlich besseres Programm gestalten als wir es mit unserer eigenen stark unterbesetzten Crew hin bekommen hätten. Neu ist auch das zum ersten mal zweiteilig produziert wird. Während im Hauptarbeitsbereich munter Bilder durch den Stream geschubst werden, sitzen in der Fahrerkabine 2 Redakteure vom Funk und berichten für die Zuhörer im UKW und Webstream des ISWIradios über die Geschehnisse des Abends.

Mit der der schwindenden Sonne steigt die Stimmung auf der Wiese und zu dem orchestralen Klängen gebahrt mit den elektronischen Ergüssen der Sythesizer steigert sich das Publikum in Feierlaune.

 

Doch im Hintergrund wird die Mine der Organisatoren immer betrübter denn der Wetterbericht verspricht nichts gutes und beim kleinsten Einsetzen von Regen würde das Orchester umgehend ihre wertvollen Instrumente in Sicherheit bringen und somit das Konzert vorzeitig beenden. Unbemerkt durchs Publikum wird das Set um Zwei Titel verkürzt und danach sofort zum Abbau geblasen. Denn eigentlich sollte der Regen schon seit 30min in Ilmenau angekommen sein.So Spurten auch wir uns um schleunigst alle elektronischen Gerätschaften in Sicherheit zu bringen und sind binnen kürzester Zeit Fertig zum Aufbruch. Glücklicherweise blieb uns auch hierbei der Wettergott hold und wir können das Be- und entladen trocken Fußes beenden. Im Anschluss lassen wir dann den Abend in gemütlicher Runde im IMOC ausklingen.

International Brunch – erste Tests

Auftakt für Betsy
Mit den HSFlern am Wetzlarer Platz

Nach dem erfolgreichen und sogar pünktlichen Start der ersten ISWIsion Sendung am Samstag, geht es für unser Übertragungsmobil Betsy einen Tag später in die Startlöcher. Dann aber auch gleich richtig mit zwei Einsätzen quer durch Ilmenau verteilt. So geht es beim strahlenden Sonntagmorgen Wetter zunächst zum Wetzlarer Platz umd dort ein ein kleines Aufwärmtraining zu absolvieren. Zusammen mit den Jungs und Mädels der örtlichen Ultrakurzwelle liefern wir hier etliche Stunden Impressionen und können noch einmal in Ruhe sämtliche Systeme durchchecken bevor es dann im Anschluss direkt zum ersten Highlight der ISWI übergeht.

Seifenkistenrennen und wir sind mit zwei Kisten direkt vor Ort

Es ist mal wieder die Zeit im Jahre gekommen wo nicht nur die Natur munter wird und die Bäume ausschlagen sondern zu der auch die Studenten ein wenig das Studieren studieren lassen sein und selber etwas über die strenge schlagen um die geschaffte hälfte ihres Studiums zu zelebrieren. Das ganze nennt sich dann hier in Ilmenau Bergfest und ist eine mehr als liebgewonne Traditionswoche.

 

Für uns vom Streaming gibt es dort zwei Veranstaltungen die wir gerne und immer wieder mitnehmen. Die Bergfestvorlesung, welche diese Jahr seit langer langer Zeit nicht Übertragen werden durfte, und das Seifenkistenrennen was wir nun zum 4ten Male in Folge den daheim gebliebenen im Livestream anbieten konnten. Hinter dem Event versteckt sich einer der Anlässe der uns nämlich damals Anno domini 2011 dazu bewegte unseren Verrückten Plan mit dem Übertragungswagen in Angriff zu nehmen. Und nun war es so weit dieses Jahr konnten wir mit zwei tollkühnen Kisten vor Ort am start sein. Leider verweigerte die engstirnige Auslegung der Regeln zwar das Betsy selber im Teilnehmerfeld antreten durfte, aber dafür war unsere große Blaue um so nützlicher zur Übertragung.

 

Den Aufbau hier im Detail auseinander zu nehmen würde sicher zu weit führen an dieser Stelle. Fassen wir es kurz zusammen mit wir hatten die Strecke mit 5 Kameras gut abgedeckt und teilten uns tontechnisch mit dem HSF in die Beschallung hinein. Auch wenn dieser noch einmal seinen Redakteuren auf die Finger hauen muss damit während der Moderation keine ihrer dropper einspiel abgefeuert wird. Doch das Highlight für uns alle ist das Einlaufen unserer diesjährigen Seifenkiste. Mit sehr viel lieber zum Detail wurde ein stolzes Piratenschiff auf Kiel gelegt in unserer Garage und dessen Crew mit Zuckerbrot und Peitsche dazu motiviert eine perfekt choreografierte und zur Musik abgestimmte Liveperformance dar zu bieten die Ihres gleichen suchte. Außerdem schaffte sie die zwo Durchläufe ohne Schlagseite zu bekommen oder auf tödliche Riffe aufzulaufen, was nicht allen Gefährten an diesem Tag gelang. Am ende Reichte es leider trotz Poleposition in der B-Note leider nur für den 3ten Platz da die Zeit noch nicht flott genug war. Doch die Vor Ort anwesende iSTUFF Chefredaktion reagierte sofort und verdonnerte ihre Leichtmatrosen umgehend zu weiteren Trainingseinheiten über die restliche Bergfestwoche verteilt, damit diese im nächsten Jahr topfit und hochmotiviert endlich einmal dem Sieg entgegen segeln können.

In der Arena der Eislöwen

Viele Traditionen haben sich für den ersten Mai eingebürgert, vieler Orts schmückt man Maibäume, anderer Orts türmt man Große Feuer auf und in den Großstädten übt man sich in Hirnloser Gewalt. Da uns das alles irgendwie zu dröge war und wir uns ja fest vorgenommen hatten mit dem Ü-Wagen auch öfter jenseits des Floorballs euch neue Sportarten aus den Trainingshallen der Republik zu präsentieren. Zum langen Wochenende wars nun erneut soweit das wir dieses Jahr schon zum zwoten mal ein neues Highlight der Newcomer Sportarten im petto haben. Und so konnten wir voller stolz 3 Tage lang für die Community und auch alle anderen ein Highlight des Lacrose Kalenders präsentieren: den European Nations Cup der sich aus dem schon länger präsenten "Lax in the Box"-Turnier in Dresden entwickelt hat. Genauer gesagt heißt nur die Herrenveranstaltung so und die parallel stattfindende Damenspielrunde ist dem alten Namen treugeblieben. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Dresdner große Pläne haben und deshalb dient die diesjährige Event auch als Probelauf für den ELF European Indoor Lacrosse Championships 2017 (EILC), sowohl für die Organisatoren als auch für Nationalmannschaften.

 

Da Dresden auch nur ein Dorf ist und besonders die Sportszenen jenseits der traditionelleren Sportarten sich sehr im Dunstkreis des USV TU Dresden bewegen und wir dort durch das IFC ja schon einiges an Eindrücken für unsere Arbeit hinterlassen haben, kam dann auch der Kontakt zu den Lacrosespielern zu stande. Die erste Neuerung an der ganzen Aktion gestaltet sich schon einmal zeitlich, denn bereits am Freitag begint der Spielbetrieb im Round Robin Modus. Für uns bedeutet das vorallem viele Missverständnisse in der Planung, so das wir uns erst einige Tage vorher darauf einigen am Donnerstag Abend Richtung Osten auf zu brechen und möglichst viel Aufbau zu stemmen, bevor uns die Hallentechniker vor die Tür kehren. Nach einigen Stunden auf der Autobahn mit mal mehr mal weniger H2O von oben kommen wir an der nicht ganz so neuen Lokalität an. Das Eisstadion in Dresden. Altbekannt und dennoch neu, denn bei diesem Besuch sind wir nicht in der Hallsporthalle unter dem Dach sondern können uns in den Beiden Eishockeyarenen im Untergeschoss austoben. Dies stellt uns und unsere Kabelwege vor neue Herrausforderungen. Nach den ersten Erkundungsrundgängen und Gesprächen mit dem Hallenpersonal haben wir den passenden Standort für Betsy gefunden, wie es seien muß als Übertragungswagen Stellfläche ausgeschildert und nur einen kurzen Grünstreifen von der Lucke zu den Kabeldurchführungen entfernt.

 

Auch neu sind die mittlerweile voranstreitende Nutzbarkeit unsere Kamerazüge die uns von einem Großen öffentlichrechtlichen Fernsehsender gestiftet wurden. Mit ihrem Zweiten Leben, machen sie für uns einiges besser beim Auf und Abbau. Das man nur noch ein Triaxkabel zu jeder Kamera ziehen muß spart einiges an Aufbau. Leider sind zur Zeit erst 3 von 4 der Kamerazüge halbwegs einsetzbar, aber das Ziel zur ISWIsion dort mit dem vollen Regiment aufzufahren ist greifbar nah. Aber dazu dann mehr im Juni wenn es dann soweit ist.

 

Zurück an den Ort des Geschehens in Dresden. Für den ersten Spieltag an Freitag ist es für uns am wichtigsten das Herrenspielfeld fertig zu bekommen. Dies ist den Veranstaltern besonders wichtig wir ortientieren uns beim Setup der Kameras an bewehrten und fahren die üblichen Positionen zunächst auf: Hintertor, Führungen für Totale und die beiden Torräume dazu noch 2 Detailkameras eine mittig als Sniperposition und eine direkt hinter dem Glasschutz am Spielfeldrand. So summiert es sich auf 7 Stück insgesamt. Dazu sollte eigentlich wieder das von FeM-Mitgliedern entwickelte Spielstands- und Informationssystem zum Einsatz kommen, aber dies ist durch unsere Schusseligkeit nur zum Teil mit eingepackt. Wir müssen zum ersten Mal improvisieren an diesem langen Wochenende und entsinnen uns Techniken die wir seit dem ersten iWUT-Turnieren eigentlich beerdigen wollten. Als Havariesystem kommt so nun die Vorschauausgabe einer Schnittsoftware mit beißend grünen Hintergrund zum Chromakeying. Das ganze wird in der Kommentatorenkabine von Hand gefüttert. Dadurch entfallen leider coole Features wie die Spielzeit im Bild etc. Der Abend verfliegt und immerhin schaffen wir es fast alle Kabelwege fertig zu bekommen und auch das Netzwerk soweit aufzusetzen.

 

Hier eine weitere Neuerung des Wochenendes: wo wir sonst immr über mangelnden Upload jammern müssen, können wir nun nicht klagen: 20 Mbit/s meinen die spontanen Geschindigkeitsmessungen. Dafür scheint es komplett verkehrte Welt, da der Download dagegen eher an frühe Modemzeiten erinnert. Schuld am ganzen ist die lustige Zugangsverwaltung des Hallennetzes oder vielmehr das, was sich unser Ü-Wagen mit dieser ausgehandelt hat. Aber der wichtige Part funktioniert und wir können ohne Einbußen streamen.

 

Dieser Weg besteht am Ende aus unsäglich vielen technischen Gerätschaften nur um von unsere kleinen Actionkamera ein mit Ton verheiratetes Signal über die 250m Strecke bis in den Ü-Wagen zu bekommen. Interessierte finden den genauen Signalplan in der Fotosrecke am Rand. ;-) Irgendwann während dieses Aufbaus stellen wir auch fest, dass die Damen erst am Samstag loslegen mit ihrem Turnier und wir die Technik für heute erstmal ruhen lassen können. So haben wir Zeit das sich unsere Kameraleute und Kommentatoren mit der Sportart vertraut zu machen, die zwar ähnlich schnell wie Floorball ist, es aber durch den im Netz des Schlägers geführten Ball am Anfang recht schwierig zu registieren ist, wo der Ball nun ist. Neben unserem bewährten Stammkommentator hat uns der Veranstalter auch echte Experten besorgt und so sitzen etliche Spieler der deutschen Teams in der Kommentatorenkabine und haben einen Heidenspaß dabei die Spiele zu begleiten. Am Ende des Tages haben wir uns dann auch an das Spielgeschehen gewöhnt und fangen auch schon an das Regelwerk zu verstehen. Zum Ausklang gibt es ein wenig Fraternisierung mit der Orga und den Teilnehmern beim Willkommensgrillen.

 

Der Sonntag beginnt erst einmal Spektakulärer, wir öffnen Betsy und bereiten den Beginn der Übertragung vor. Kurz darauf stellen wir fest das es da wohl irgendwo der Fehlerteufel gewütet hat in der Nacht und wir ersteinmal finden müßen warum das Netzwerk gerade schluckauf hat. Irgendwo in zu Beginn der ersten hälfte des ersten Spiel des Tages ist der schuldige Rechner gefunden und wir können die spannenden Finalfights auch in die Welt hinaus jagen. Nach einem zackigen Aufbau bis weit nach Mitternacht haben wir es geschafft, alle Video, Audio und Netzwerkkomponenten stehen und wir sind fürs erste Sendebereit. Wir brechen auf und gönnen uns einige Stunden Schlaf in unserem Nachtlager in der Jugendherberge.

 

Am nächsten morgen geht alles einen Tick gemütlicher vor sich, der Spielbetrieb startet erst um 12 Uhr. Wir haben also noch etwas Zeit um den letzten Feinschliff zu betreiben und noch einen Übertragungsweg für das Damentunier zu improvisieren, das in der Trainingshalle stattfindet. Der Samstag verläuft nach einer nicht zu langen aber auch nich zu kurzen Nacht, recht entspannt. Am Vormittag haben wir das Bild der Actionkamera dann soweit eingerichtet das man zumindestens das gesamte Spielfeld des Damenturniers sehen kann. Bei den Herren-Spielen steht erst einmal die Fortsetzung des Round Robin-Spielbetriebes an, bis dann am Nachmittag und Abend die für die Platzierung entscheidenden letzten Spiele anstehen.

 

In der etwas längeren Auswertungspause nutz unsere Crew den Strømingfante für das eine oder andere kurze Nickerchen. Die Qualifikationsspiele im Anschluß verlaufen sehr nach den Vorhersagen unserer Experten und am Ende stehen die beiden Halbfinale fest. Den Abend lassen wir dann gemütlich ausklingen: erst im Tappas Lokal und im Anschluß auf der Players Party im alten Pumpenhaus, wo die Crew noch einmal so richtig zur Musik abgehen kann.

 

Bis auf Kleinigkeiten läuft die Technik durch ohne zu murren. Spieltechnisch wurde der Zeitplan etwas umgeworfen damit die Mannschaften aus den weiter entlegenden Teilen Europas früher die Heimreise antreten können, da sie es leider nicht in das Finale geschafft haben. Unsere Übertragung des Turniers endet mit den Livebildern vieler glücklicher Spieler und Organisatoren zur Siegereherung. Danach gibt es den mittlerweile zur Routine gewordenen schnellen Abbau der Technik und danach begibt sich unser kleiner Convoy aus 3 Fahrzeugen auf die Heimfahrt nach Ilmenau. Die Reise endet fast so wie sie begonnen hat mit dem Schleppen unserer Technik durch die Ilmenauer Nacht.

Am schmalen Ende der Hölle

Teambesprechung nach dem ersten Aufbau
Auch unser Stroemingfant ist Floorballbegeistert
Kommentatorenplatz
Pause im Ü-Wagen
Regiemonitor im Ü-Wagen
Der "Versuch" eines Gruppenfotos ;)

Was tun, wenn einen die Erfolge der Vergangenheit einholen?

Kenner der FeM wissen, dass es mittlerweile eine sehr lange Tradition der Floorball-Übertragungen durch den Verein gibt und nun schloss sich der Kreis der Floorballwelt: das Pokalfinale "Final 4" gab sich nach zwei Jahren erneut ein Stelldichein in der Stadt mit den drei O - oder in alt-modern: Chemnitz - und die ortsansässigen Floorfighters waren diesmal nicht nur Gastgeber, sondern auch Teilnehmer der Finalrunde.

Da es allen vorran Teamkapitän Sascha Franz sehr begeistert hatte, was das damals frisch geschlüpfte Broadcastteam vor zwei Jahren auf die Beine gestellt hatte, wollte er uns auch dieses Mal für die Übertragung wieder mit ins Boot holen.

 

Anfang des Jahres war es dann auch soweit und wir konnten nach Bekanntgabe der Prüfungstermine eine Zusage geben. Die Planungen vom letzten Mal landeten erst einmal in der Tonne und wir begannen mit den Erfahrungen vergangener Events und einem leeren Blatt Papier.

Mittlerweile hatten sich ja etliche Dinge erheblich geändert. Allein die Tatsache, dass nun ein kleiner Broadcastkreuzer als zentrales Element im Setup eingeplant werden wollte, machte den Neuaufbau notwendig. Die groben Anforderungen waren schnell abgesteckt: 6 spielführende Kameras, 1 Reversecam - um die Emotionen auf den Bänken der Mannschaften einfangen zu können, die Weiter- und Neuentwicklung unseres Bauchbinden- bzw. Turniersoftware-Systems und erneut der Versuch eine Replay/Slomo-Einheit für Zeitlupen und Wiederholungen zu organisieren. Hauptsorge blieb die etwas schwächere Internetleitung der Richhard-Hartmann-Halle, deren Uploadgeschwindigkeit evtl. nur 1Mbit betragen sollte und lange Zeit unklar war.

 

Das größte Kopfzerbrechen in der Vorbereitung bereitete uns jedoch das Replaysystem. Die erste Quelle brach uns gut zwei Wochen vor dem Event weg, da jedoch einer unserer Streamingveteranen spontan angeboten hatte im Fall der Fälle auszuhelfen und uns ein ähnliches System zu leihen, waren wir beruhigt. Dann, am Montag vor der Abfahrt, der erneute Rückschlag: unser "Backupsystem" stand uns nur noch für Sonntag zur Verfügung, da es den kompletten Samstag durch einen Rahmenvertrag an anderer Stelle der Republik benötigt wird. Der Super-Gau quasi... also alles auf Anfang an dieser Baustelle. Der Montag und fast komplette Dienstag gehen für Recherche nach neuen Quellen zu bezahlbaren Preisen drauf. Am Vorabend des Dienstags dann haben wir endlich etwas Glück und finden ein Systemhaus aus dem hohen Norden, welches uns noch ein Demogerät übers Wochenende stellen könnte. Final ist es dann sogar das 8-Kanal-Modell des ursprünglich angepeilten Replaysystems und wir sind vorerst glücklich.

 

Am Donnerstagabend begann dann das zusammensuchen und verpacken der diversen Kleinteile, derer so eine Produktion bedarf: Mikrofone, Kopfhörer, Kabel und natürlich darf auch das buchstäbliche Fähnchen zum "in den Wind hängen" nicht fehlen. Kleiner Wermutstropfen dabei: die Lieferung des Slomogerätes verschob sich auf Freitag Vormittag... während wir also schon andere Cases und Kameras durch die schmalen Flure im Haus L in Richtung Transporter wuchten, kamen so noch die Lieferungen mit dem Demogerät und zusätzlich auch noch etliche Pakete für unseren nigelnagelneuen Schnittrechner an. Also spielten wir noch einmal groß Weihnachten, damit wir das System für Chemnitz platzsparend zu anderen PCs stecken konnten und der Schnittrechner in seine zukünftige Höhle wanderte.

Mit einer leichten Verzögerung legte der Ü-Wagen als erstes vom Pier am Office ab, begleitet von den Blicken und Winken der zweiten Welle von Mitfahrern. Die Fahrt über die Autobahn gestaltete sich ruhig, der Verkehr floss entspannt vor sich hin und der Steuermann konnte HFM Betsy behutsam an die Gestade der sächsischen Metropole navigieren. In den Binnengewässern der Automobilgrachten, verlor jedoch der Navigator kurz den Überblick über Seekarte und Ortsgegebenheiten und so drehten wir eine kleine Extrarunde bevor wir an den Ufern der Chemnitz vor der Richhard-Hartmann-Halle Anker setzen konnten.

 

Nach der ersten Kontaktaufnahme mit den Einheimischen treten nun die üblichen Probleme auf: Wo soll das Fahrzeug hin? Wo kann man Strom bekommen? usw. Im kurzen Gespräch mit dem Hallenwart zeigt sich zudem, dass der versprochene Bodentank vorm Hauseingang wohl eher ein wenig "Seemannsgarn" war. Der nicht ganz ernstgemeinte Vorschlag "einfach im Foyer zu parken" wurde mit dem ominösen Argument der Tragfähigkeit der Fliesen abgwimmelt und am Ende der ersten Explorationsphase stehen wir dann genau an dem Standort, den wir uns auf Satelitenfotos schon vorher ausgeguckt hatten. Der Wermutstropfen daran: die Debatten kosteten uns eine gute Stunde Zeit und wir gewannen täglich 30-40min Wagen an-/abkabeln hinzu, da wir mit unseren Kabeln durch eine Tür mussten, die Nachts verständlicherweise geschlossen werden musste. Die Halle verdiente sich damit einen ersten Strich auf der "ungünstig für unsere Übertragung"-Seite und es sollte nicht der letzte für dieses Wochenende bleiben.

 

Der Aufbau gestaltete sich schleppender als gewohnt, da immer wieder externe Leute meinten es besser zu wissen, entwickelten sich erneut Diskussionen. So überraschte uns auch unsere Nachhut - nach ihren Prüfungen bzw. Arbeitstagen waren zwei Mitglieder des Teams erst am Nachmittag aufgebrochen - völlig unvorhergesehen früher als erwartet und konnte noch tatkräftig beim Kabelziehen und Kameras platzieren mithelfen. Immerhin brauchten wir sie diesmal nicht um vergessene Ausrüstungsteile mitzubringen – ein leichter Lerneffekt ist doch auch mal schön.

Am Ende des Abends, gegen 21:30 Uhr, war dann erstmal Schicht für den Tag. Wir mussten die gerade erst gelegte Nabelschnur zum Ü-Wagen wieder feinsäuberlich aufwickeln und im Treppehaus verstauen. Immerhin war videoseitig bis auf unseren Rotlicht-Tally soweit alles fertig. Dort war uns leider das Netzteil gestorben und die improvisierte 5V-Stromquelle aus drei Batterien ist zu unzuverlässig für den Produktiveinsatz. Schade, aber da müssen wir zum nächsten FiWaK wohl nochmal einen McGyver-"wie nutze ich Gaffa und Draht in Stresssituationen richtig und erfolgreich"-Kurs nachschieben.

 

Nach dem Zusammenpacken brachen wir zu unseren Unterkünften für die kommenden zwei Nächte in der Stadt des großen Philosophen auf. Stilecht kamen die neun Gefährten des Floorballs in zwei hübschen Plattenbau-Gästewohnungen unter, die sich aber zurecht mindestens Platz 2 auf der Skala der Nachtlager beim Streaming verdienten. Beim gemütlichen Feierabend-Bierchen wurde der Schlachtplan für den nächsten Morgen geschmiedet. Die Hauptdebatte drehte sich um die Frage, zu welcher Zeit wir wieder in der Halle aufschlagen wollten. Immerwieder kam dabei die Behauptung auf, dass nicht mehr viel zu tun wäre und eine halbe Stunde mehr Schlaf doch drin sei. Spätestens am Sonntag Morgen wussten wir diesen Logikstrang dann auch nachzuvollziehen, denn eine der Kurzzeit-WGs kam regelmäßig etwas später zum Ort des Geschehens. ;)

Nachdem die Halle nun den nächsten Strich für wahnwitzige Uploadraten von weniger als einem Mbit/s erhalten hatte und wir feststellten, dass bei all der Hektik um das Replaysystem der Ton zwar weitestgehend verkabelt aber noch niemand den Strohhalm des bedienens des selbigen gezogen hatte, entschieden wir uns, um 7 Uhr, in Worten: SIEBEN UHR MORGENS, weiterzumachen - für viele der Beteiligten eine grausame Uhrzeit.

Über den Rest des geselligen Beisammenseins, dass sich aus einer Mischung aus Albernheiten, Anekdoten des letzten Final4s und vielen Blödelleien zusammensetzte, breitet der Autor lieber den Mantel des Schweigens.

 

"Frisch" erholt ging es am nächsten Morgen weiter. Betsy wurde wieder an die Leine gelegt, die Kameras eingeschaltet und schon ging es an die Hauptbaustelle des Tages: das Verständnis unseres Tonpultes - die erfahreneren Leute an diesem Instrument waren leider prüfungsbedingt ausgefallen. Die Verwaltung der Subgruppen und Mixbusse wurde dadurch für uns Ungeübte eine echte Herausforderung.

Aber wir bekamen es hin. Pünktlich zum ersten Spiel war Moderation und Atmo auf dem Programmton - und leider auch noch unsere Intercomleitung... die Akustik in der Halle, plus der scheinbar mindestens halbtaube Mensch, der für die Einspielung der Pausenmusik zuständig war, generieren weitere Striche auf der "es nervt"-Liste. Die Kommentatoren waren zu Anfang, trotz der Tatsache dass sie auf der anderen Hallenseite mit Richtmikros abgenommen wurden, so verschwindend im Vergleich zur Restlautstärke, dass man durchaus das Schwarzsehen begann. Unser Problem mit dem Regieton bekamen wir temporär in den Griff - vorerst. Der Grund dafür war recht simpel: die enorme Verkettung der Möglichkeiten. So diente das Audiopult auch gleichzeitig als Intercomsystem um durch die Stageboxen den enormen Mehraufwand beim verkabeln zu sparen.

Außerdem versuchten wir die Mikrofone an den Hintertorkameras gleichzeitig als Atmo zu benutzen. Dadurch kam es aber immerwieder zu Rückkopplungseffekten oder der Tatsache, dass ausversehen das kamerainterne Routing vom Bedienpersonal geändert wurde und plötzlich statt Atmo nun Regiespur auf dem entsprechenden Kanall endete.

 

Die zweite größere Neuland-Erfahrung an diesem Tag war das Replaysystem. Mehr oder minder frisch ausgepackt kann sich unser Operator auch erst am Samstagmorgen in die Bedienung einarbeiten und kämpft hier und da erstmal gegen diverse Macken im System. So schien der interne Multiviewer bei bestimmten Auflösungen nicht mit seinem Monitor reden zu wollen. Auch blieben uns einige Features, wie das Exportieren, vor Ort verborgen. Dazu kam natürlich noch der enorme Aufwand sieben Livequellen gleichzeitig beurteilen zu müssen, um die beste Kamera fürs jeweilige Event, wie Tore, knifflige Schiedsrichterentscheidungen oder Paraden, zu erfassen. Zum Vergleich: beim Fußball bekommt ein Operator meistens nur 3 Quellen auf seine Maschine gelegt. Aber die Lernkurve war spürbar vorhanden und spätestens zum zweiten Männer-Halbfinale hatten sich Bildmischer und Replayoperator eingespielt.

Die Sorgen, dass es unsere jüngeren Mitreisenden an diesen Postitionen überfordern könnte, stellten sich als unbegründet heraus. Die Stimmung im Team war - wie meistens - sehr gut. Alle packten ordentlich mit an und fuchsen sich in ihre Positionen ein. Leider war Personaldecke recht dünn, wodurch Pausen an vielen Stellen leider Mangelware waren. Dank des Teamgeistes stellte uns dies aber vor kein Problem.

 

Aufgrund des geringen Uploads kam es im Stream leider immerwieder zu Aussetzern. Und da unsere beiden IT-Jungs auch gleichzeitig noch Kameras nebenbei bedienten, fiel uns leider das Monitoring auf die Füße. Die Regie im Ü-Wagen wurde, um den Fans die maximale Qualität im Stream bieten zu können, vom Netzwerk getrennt. So dauerte es manchmal bis zur Drittelpause bevor wir bemerkten, dass etwas nicht stimmt - es sei denn eine Mail erreicht unsere Kommentatoren früher. Erste Überlegungen diesen Zustand zukünftig zu verbessern sind aber schon vorhanden.

 

Nach den vier Halbfinalspielen und etlichen Pausenprogrammen, waren die meisten der Bediener froh, sich für diesen Tag von ihrem Gerät verabschieden zu können. Die IT'ler hatten jedoch leider noch Überstunden gewonnen. Die Siegerteams wollen die Spiele ihrer Mannschaften noch zur Analyse vorm Finalspiel haben und dies war so nicht eingeplant. Zum Glück arbeitete das Encodingsystem recht autonom, nachdem es entsprechend mit Schnittmmarken gefüttert worden war, so dass die Mannschaft währenddessen sich einem gemütlich-köstlichem Abendessen im Ratskeller widmen konnte. Nach dem Essen schlendern wir zurück zur Halle, um das Material zu übergeben und danach Richtung Schlafstätten weiter zu ziehen. Leider blieb die Frage, ob es sich nun bei Ratskellern um eine Franchisekette handele oder nicht unbeantwortet.

 

Der Sonntag begann mehr als eine Stunde später als der Tag zuvor und wir merken, dass es wirklich wenig zu tun gab. Ein Teil des Teams tauchte sogar erst später auf, da es sich in der Badwarteschlange verheddert hatte. Aber so standen sich immerhin weniger Leute gegenseitig im Weg.

Der Sonntag war vorallem dadurch geprägt, dass sich nun alle soweit eingearbeitet hatten und nun langsam zur Spiel- und Experimentierfreudigkeit übergingen. Die Qualität der Bilder und Schnitte wurde dadurch deutlich nach oben gesteigert. Viel Anteil daran hatten aber auch die vielen ehrenamtlichen Helfer der Chemnitzer Heimmannschaft die sich darum kümmerten, dass es uns selten an Kaffee oder der kleinen Mahlzeit zwischendurch fehlte. Auch das Team untereinander hatte immer ein waches Auge darauf, dass keiner sich zuviel zumutet und sich immer mal eine kurze Pause nahm.

 

Der zweite große Batzen des Tages neben dem Spielbetrieb, war noch die große Runde Materialwünsche diversester Einrichtungen. Der Verband wollte möglichst zeitnah die sozialen Netzwerke befüllen und die regionalen Fernsehsender waren auch vor Ort und hätten hier und da gerne etwas Zusatzmaterial. Wir gaben zwar unsere Bestes und bauten extra noch eine zweite Ebene in unserem Bildmischer um einen Cleanmitschnitt zu bekommen, den Anforderungen nach HD können wir aber nur durch einen Upscalar probieren gerecht zu werden. Diese Baustelle steht auch schon auf der Todo-Liste für das vor der Tür stehende Sommersemester und wir sind schon gespannt wie ein Flitzebogen, ob wir alles im Vorfeld richtig geplant haben. Immerhin laufen die HD-Bestrebungen dafür nun schon seit mittlerweile fast drei Jahren.

Für die Abendnachrichten versuchten wir noch ein paar entscheidende Moment heraus zu schneiden und auf einen FTP zu laden. Da wir selbst mit der über die Tage auf 2 Mbit/s gewachsenen Leitung hier unsere Probleme gehabt hätten, setzt sich ein kleiner Stoßtrupp mit dem Material in der Tasche ab und versucht dieses über eine mächtigere Leitung bei den Kollegen des befreundeten Chemnitzer Studentennetzes CSN hochzuladen. Dies hatten wir Dank eines früheren Kontakts auf einem der jährlichen Studentennetztreffens schon vorher absprechen können.

 

Der Rest von uns stemmte solange schon den Abbau. Dieser ging eigentlich sehr flott von dannen und wir merkten nun wie nützlich sich die neuen LED-Flächenleuchten mit Akku machen, da sie nun statt Interviews unsere nächtliche Ladeszenerie ausleuchten. Kurz bevor wir aufbrachen, bot sich dann auch die Chance für ein erstes Resümee mit dem Chef der Floorfighters, der nach seiner Tripelbelastung als Cheforganisator, Teamcaptain und Trainer der Damenmannschaft, doch wieder sehr dankbar für die geleistete Arbeit war, die in Leistung und Qualität des Streams in der deutschen Floorballszene ihresgleichen suchen dürfte. Auch er war sichtlich darüber angefressen, dass die Anbindung der Halle so schlecht ist, trotz eines Extra-Eventtarifes. Er nam sich vor, hier bei der Stadt in naher Zukunft nachzuhaken, da er es für eine der größten Hallen seiner Stadt doch etwas für peinlich hält.

 

Wir verabschiedeten uns und bekommen noch ein kleines Paket an Proviant und Getränken für die Rückreise mit auf den Weg. Und als wir schon gemütlich in die Fahrzeuge sinken und die Heimfahrt antreten, trifft uns doch noch einmal eine letzte Unwegsamkeit des Wochenendes: statt dem gewohnten gurgeln unserer Betsy reagiert sie auf den Zündschlüssel nur mit einem kurzen Husten des Anlassers. Also dürfen wir uns nun auch noch mit der Stromtransplantation von Sprinter zu Sprinter im dunkeln beschäftigen. Nach Studium des Handbuches und Motorraums fanden wir die beiden Kontakte des Fahrzeugs und konnten loslegen. Doch weiterhin nur ein lustloses schwächerwerdendes Zucken. Nach einer Weile stellte sich dann heraus, dass wir mit einer Klemme den Pol nicht richtig getroffen haben und sie nur in der Luft klemmte. Nach Beseitigung des Zustandes sprang dann Betsy sofort an und wir konnten die Heimreise antreten.

Die größte Herrausforderung der Moderne stellte sich dann noch im "Pizza bestellen über drei Fahrzeuge", denn zurück in Ilmenau wollten wir ja auch noch etwas gemütlich zu Abend speisen. Es klappte fast reibungslos und das Timing passt so gut, dass die Bestellung passend zum ersten Fahrzeug am Office eintrifft. Leider hatte sich jedoch in die Übermittlung der Daten zum Besteller ein Fehler eingeschlichen, so dass eine der Pizzen falsch ist, aber dennoch den Hunger stillen kann.

 

Nach dem gemeinsamen ausladen und speisen verbrachten wir noch eine Weile mit dem üblichen Geplänkel während solcher Veranstaltungen, bevor sich alle dann doch lieber ein paar extra Stunden Schlaf gönnen. Recht so, denn die nächsten Großveranstaltungen mit der ISWIsion und vielleicht dem "Lax in the Box" in Dresden stehen am Horizont schon für alte wie neue Mitstreiter in der Broadcastfamilie bereit.

Video helps the Radiostar

Lang lang ist es mittlerweile her, aber auch schöne Traditionen gönnen sich hier und da mal eine Auszeit. Nach Fast genau zwo Jahren war es aber nun einmal mehr soweit, dass wir uns in Zusammenarbeit mit den netten Jungs und Mädels vom hsf einmal mehr mit der Übertragung eines Radiokonzertes austoben konnten.

 

Da die Räumliche Distanz zur Location dieses mal erheblich weiter war als beim letzten Gig im Interclub, entschlossen wir uns dann doch mit dem Ü-Wagen bis zum BI-Club überzusetzen. Als Kapelle haben sich Nyquist aus Nürnberg/Ilmenau angekündigt: ein erst seit kurzem zusammenmusizierendes Duo, das sichtlich zwischen überrascht und überfahren dreinblickt, bei der großen Helferscharr die sie locker um das 8fache Übersteigt.

 

Für unseren Stream haben wir uns für ein recht kleines Setup entschieden und wappnen uns mit gerade mal 3 Kameras und einer GoPro für den Gegensschuss aus Künstlersicht. Personell sind wir super aufgestellt und können fast alle davon auch bemannen. Zeitlich ist alles extrem entspannt. Gegen 15 Uhr schlurfen wir los, 16 Uhr ist eigentlich alles da wo es hingehört. Es bleibt noch genug Zeit um ein kleinen Abspann und ein paar Grafiken für die Pause zusammenzubauen.

 

Um 18 Uhr treffen dann noch die Kameraleute ein, so dass unser bunter Mix aus allen FeM-Ressorts nun vollständig ist: mit einem Admin der sich um den Stream kümmert, ein paar iSTUFF'lern die sich für Bildmischen und Kamera entschieden haben, ein paar Broadcast'lern die sich hier und da um das Setup des Wagens und die Verkabelung kümmern und sogar noch ein paar Marketingmenschlein die sich als Socialmediaperle verdingen.

 

Eine echte Neuheit ist dieses Mal, dass so viele "unbekannte" Gesichter sich im Wagen zu Gange machen. Doch diesmal arbeiten wir auf engstem Raum mit den Funkern zusammen und überlassen ihnen für ihren Sendemix unser Tonpult und die dazugehörigen Stageboxen. Und trotz aller Neckereien zwischen unseren Vereinen fällt es ihnen sichtbar schwer sich nicht von dem Kleinod Ü-Wagen anstecken zu lassen, was wir dort auf die Reifen gestellt bekommen haben.

 

Auch unsere inHouse-Querverkabelung zwischen dem FeM-Office und dem kleinem Studio im hsf bekommt dieses Mal tragende Funktion, da leider einer der mobilen Audiocodecs des Funks seit kurzem seine Dienste verweigert. Deswegen schlängelt sich nun ein kleines, unscheinbares weißes Cat.5-Kabel durch den Schnee und endet an der zwoten Stagebox, um von dort aus das Audio in den hsf-Sendeschrank zu leiten.
Apropos Schnee: So langsam sehen wir dem Sommersemester entgegen um endlich Betsy bei strahlenden Himmel und gemütlichen 25Grad einzusetzen.

 

Das Konzert ansich verläuft für uns ohne echte Vorkommnisse, wir genießen die schönen Bilder und wie die neueren Mitstreiter mit Begeisterung sich in ihre Arbeitsgeräte einarbeiten. Nach einem Raschen Abbau ist dann auch alles so schnell wieder vorbei wie es begonnen hat und wir können die Aktion noch bei einem gemütlichen Absacker im Club ausklingen lassen.

Touchdown in der Community

Freitag, 16ter Januar, Ilmenau, minus 3 Grad, nur der organgene Schein der Natriumlampen durchbricht das Dunkel der Nacht. Ein eisiger Wind umweht den Parkplatz vorm Hauptquratier des Broadcastteams der FeM. Da plötzlich zerreißt das klopfende Stampfen eines aufheulenden Dieselmotors die Stille. Scheinwerfer blitzen auf und plötzlich beginnt einmal mehr der chaotisch koordinierte Tanz der Scharr von Helferlein, die emsig Kiste um Kiste, Tasche um Tasche und Kabeltrommel nach Kabeltrommel in das noch dunkle schlummernde Innere der Bestie packen.

 

Doch die dunkle Bedrohung kann die tapferen Gefährten des Ü-Wagens nicht davon abhalten in diesem Jahr zum ersten mal die Übertragung des Snowbowl XIII umzusetzen. Denn seit einiger Zeit treibt ein Doppelagent der Ilmroosters sein unwesen bei iSTUFF und FeM und konnte uns davon überzeugen das Turnier zu streamen.

 

Alles in Allem ist das Ganze auch recht entspannt, nur ein Spiel gleichzeitig und ein aus dem normalen Football gewohntes, eher langsames Spielgeschehen. Dafür profitiert die Berichterstattung davon, dass alle 5 Kameras und Helfer sich voll auf nur ein Spiel konzentieren können. Der Aufbau erfolgt recht fix, fast alles ist ja bereits fertig verstöpselt im Wagen. Ungewohnt ist, dass wir die Halle fast für uns alleine haben, denn die meisten der Turnierteilnehmer haben sich in Jugendherbergen oder Hotels eingemietet. Noch einen Kommentatorenplatz errichtet und schon gehts mit dem Konfigurieren los.
Doch schon kurz nach dem Angriff der Netzwerkkrieger beginnen an der IT-Front die Gesichter länger zu werden. Durch ein Konfigurationsmissgeschick gibt es nur Gastnetz auf den Netzwerkdosen in der Sporthalle. Das ist wohl die Rache der Gewohnheit, da in letzter Zeit immer alles problemlos hingehauen hat. Aber die Jungs lassen sich nicht unterkriegen und schon kurz bevor man die Segel streichen will gibt es noch eine neue Hoffnung und es gelingt über ein paar Umwege doch noch Netz für alle Rechner zur Verfügung zu stellen, so dass der Stream losgehen kann.

Am nächsten Morgen geht's - wie immer für uns - viel zu früh los. 8Uhr morgens, es ist ein ewiger Kampf mit diesen Sportenthusiasten. Pünktlich ist auch der Mitbegründer der Ilmroosters und des Turniers in der Halle und kommentiert. Die Begeisterung der Turnierteilnehmer über den Stream ist für uns extrem überraschend. Über 100 Zuschauer in der Spitze schauen unseren Feed. Eigentlich läuft alles super, die neueren Teammitglieder können sich an Ihren Positionen austoben. Doch dann plötzlich das Equipment schlägt zurück: das Funkmikrofon der Turnhalle verweigert seine Dienste. Doch zum Glück haben wir alles zum wieder-in-Gang-setzen in unserem Werkzeugkoffer dabei. Zufrieden begibt sich Kai (der Moderator) wieder nach unten um optimale Sicht zu haben, aber er wird nicht zum letzten mal vorbeigeschaut haben wegen dieses Problems.

Da die meisten in der Mannschaft wenn überhaupt nur mit normalen Football vertraut sind, ist die Beobachtung des Spielgeschenens im ersten Moment schon etwas bizarr. Jedes mal, wenn man einen Tackle erwartet, springen die Spieler elegant um haaresbreite am Kontrahenten vorbei um eins der beiden namensgebenden Fläggchen zu erbeuten und den Zug so zu beenden. Bemerkenswert ist auch das Breite Spektrum der Teilnehmer quer durch alle Altersgruppen und Bauformen tummeln sich Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Spielgeschehen.

Wir freuen uns das unsere Technik durchhält, so bleibt mal wieder Zeit für mehr als nur statische Kameraeinstellungen. Auch der Moderationsplatz ist gut besetzt, teils von unseren Leuten, teils von Spielern. Manchmal ist es aber etwas verwirrend, dass über die Atmomiks noch recht viel vom Hallenkommentator im Stream landet.

 

Nach knappen anderthalb Tagen Spielgeschehen ist das Finale dann auch schon durch. Wir übertragen selbstverständlich wie gewohnt auch noch die Siegerehrung am Ende und werden fast ein wenig rot vor all den Lobeshymnen auf unsere Arbeit. Auch wenn ein fader Beigeschmack aufkommt, als Kai mit einer vom Dauermoderieren hörbar gezeichneten Stimme, seinen Rücktritt vom Moderatorposten verkündet.

Wir packen zusammen, mit einmal mehr schon wieder etlichen Anfragen für Übertragungen quer durch die Republik. Leider sind die meisten Termine davon schon durch andere Veranstaltungen belegt. Aber die Rückkehr der Broadcastritter wird nicht lange auf sich warten lassen. Sport gibt es spätestens zum Final 4 in Chemnitz wieder, dem wir unsere Teilnahme in diesen Tagen bestätigt haben. Und auch sonst werden wir uns nicht ausruhen und bis dahin noch einiges an Kultur, Hochschulpolitik und vielem mehr für euch übertragen. Außerdem ist nun auch wieder etwas Luft im vorlesungsfreien Zeitraum unsere Ausrüstung zu warten und darüber zu resümieren wie und wo wir es angehen können um nochmehr Qualität wie etwa HD stemmen zu können.

Erwachsen, das geht anders!

Gefühlt ist es noch nicht allzu lange her, da halfen einige der nunmehr altgedienten Broadcastleute noch bei der Umsetzung der 15 Jahre iSTUFF Jubiläumswoche mit. Und kaum schaut man sich um, ist iSTUFF erwachsen oder besser gesagt volljährig geworden - das älteste Ressort der FeM, welches zeitgleich am kürzesten im Verein ist. Seinen Anfang hatte iSTUFF schon ein gutes halbes Jahr vor der FeM am Institut für Medientechnologie der Uni, wo es von seinem Ziehvater Prof. Hans-Peter Schade ins Leben gerufen wurde.

 

Um dies entsprechend zu würdigen liefen seit Beginn des Semester die Vorbereitungen, getrieben von einer fleißigen Orgacrew. Statt einer ganzen Woche entschied man sich dieses Mal für einen fulminanten Galaabend und einer rauschenden Party im Club, wie es sich für die 18 gebietet. Und da kommt nun auch so langsam unser Ü-Wagen ins Spiel, dem die Aufgabe zu Teil wurde, eine Live-Schalte zur beginnenden Party in den BD-Club zu übernehmen.

 

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Im Vorfeld gab es natürlich zu klären, wie man technisch am Besten das ganze umsetzen könnte. Da es dieses Jahr terminlich erst hinter dem Congressstreaming lag, war es am Anfang noch nicht sicher ob wir - wie im Jahr zuvor - erneut auf die Glaswandlerstrecken zurückgreifen könnten, also schauten wir uns nach anderen Möglichkeiten um. Ideen dafür gab es viele:

  • eine klassische Streamingverbindung
  • eine Mischung aus DVB-T Abgriff, Stream und Teamspeak-Server
  • eine echte Video over IP-Strecke

Doch diese Varianten waren alle nicht 100% zufrieden stellend. Die IP-Strecke konnte mangelnder Zeit und fehlendem Handbuch nicht vollständig verstanden werden und funktionierte im Testbetrieb darum nicht stabil genug und das Streaming als Backup blieb im Hinterkopf, war aber aufgrund des hohen Delays nicht erstes Mittel der Wahl.

Dann, kurz nach Neujahr, die finale positive Antwort: wir dürfen die freundliche Leihgabe der Lynx Technik AG, die Glaswandlerstrecken, noch fast 2 Wochen länger behalten. Kurz darauf wieder ein Rückschlag: das Haus M wird saniert und dadurch ist der zentrale Patchknoten im Keller ordentlich in Plastik eingeschweißt um unser aller Netz gut geschützt gegen die Baumaßnahmen zu wissen. Doch nach einen gemütlichen Denkabend in der Nervenzentrale der FeM, kamen unsere pfiffigen Köpfe vom Technikteam auf eine alternative Route für eine Glastrecke: ein zusätzlicher Umweg übers Haus E. Die Signale liefen nun also die bestehenden Routen ins Haus M und von dort zum E um schließlich endlich zum Block D zu gelangen. Am Ende konnte so der Glaslink für 2 Videosignale und 8 Audioströme genutzt werden, während wir die normale Verbindung über einen Kupferlink temporär überbrücken können.

Der Plan stand, die Vorbereitungen wurden soweit möglich schon Tage vorher getroffen und dann kam Donnerstag, der Tag der Sendung...

 

And it's Jena all over again!

Denn was wäre denn eine Außenproduktion unseres Vehikels ohne das der Wettergott uns unhold wäre. Nachdem es Anfang der Woche noch eine neue Schicht feinen Puderschnee gegeben hatte, entschloss sich Mutter Natur natürlich passend für uns für einen kleinen Wetterumschwung mit 10 Grad plus und so ziemlich allen Sorten Regen und Wind die man so kennt aus der Gegend.

Beide Eingänge in die Schaltzentrale von Betsy sind dadurch entweder nur über matschigen Mutterboden oder noch hartnäckig standhaltende Eisschollen mit ähnlich hohem Reibungsfaktor zu erreichen. Naja wer wird sich davon schon unterkriegen lassen... einmümmeln und los geht der Aufbau. Allzu viele Kabel sind auch gar nicht mehr notwendig, obwohl der Aufbau mit 3 Kameras, 3 Beamern, zig Mikrophonen, Audioquerverbindungen und Subgruppen irgendwo in der Planungsphase doch wieder etwas ausgeufert ist. Schwamm drüber, show what your mama gave you; nicht kleckern sondern klotzen.

 

Ich liebe es wenn ein Plan... nach viel Hämmern und schweißen doch noch funktioniert

Wir sind soweit, wir haben das erste Bild aus dem Club an unseren Outputs anliegen, Zeit also die Glasstrecke final zusammen zustecken. Der Gang ins Medienlabor 2 ist schnell erledigt.

Nachdem noch an ein, zwei Stellen im Studio fix zur Hand gegangen wurde, Hinweise in der Bedienung der Gerätschaften und Möglichkeiten dieser jenseits des täglichen Gebrauchs weitergegeben wurden und man ein paar Kniffe zum Kapern für zusätzliche I/Os im Studio ausgetauscht hat, geht's wieder runter zum Club. Unten angekommen sieht alles prima aus wir haben ein kristallklares Bild aus dem ML2, wir sind beruhigt.

Wir nutzen die Zeit um die neuen Leute vor Ort anzulernen und die restlichen Handschläge für den Aufbau zu erledigen. Langsam rächt sich aber das vieles des Materials oben im Studio gebraucht wird, da das LTE in Ilmenau schon merklich in die Audiofunkstrecken einstreut. Dennoch gelingt es uns alle Wünsche der Moderatorin und ihrer rechten Hand, der Aufnahmeleitung, zu erfüllen, auch wenn etliche der Konstrukte lieber im Nebel der Vergessenheit abdriften sollten.

Und je näher der Sendetermin rückt desto häufiger werden die Anrufe... meist nur Kleinigkeiten die sich schnell klären lassen, aber einige sind schneller im Studio selbst behoben. Also etabliert sich ein stetes rauf auf den Berg, runter vom Berg, naja nass ist man ohnehin schon. Aber oft genug nimmt einen jemand nettes aus dem Team auch fix mit.

Aber dann, knapp zwei Stunden vor On Air der GAU-Anruf: das Bild vom Club ins Studio ist nicht zu gebrauchen. Nun ist guter Rat teuer, wir versuchen in der Eile den Fehler einzugrenzen. Die Vermutung liegt bei der recht langen Multimode-Strecke vom Haus H bis zum D. Wir hasten also los zum Betriebsraum, Monitor dran und verdammt noch eins, das Bild aus dem Club kommt hier sauber an. Kurz bevor wir aus Verzweiflung die Fasern tauschen wollen um zumindest da Sendesignal per Glas hoch schicken zu können, ergreifen wir einen letzten Strohhalm: Wir wechseln das GBIC aus, das Lasermodul ungefähr so groß wie der kleine Finger aber teilweise so teuer wie ein neuer Computer, so das nur noch Modelle vom gleichen Hersteller auf der Route liegen. Und siehe da, zurück im Studio ist nun auch hier der Club in bergseereiner Qualität zu sehen. Wir fummeln noch schnell mit den Kollegen zusammen das embedding und deembedding der Audiosignale aus dem Videostrom zurecht und verschwinden zurück zum Matsch vom BD Club.

 

Manchmal muss es eben Weh tun um gut zu werden

Langsam häufen sich nämlich nun hier die Fehlerteufel und die Komplexität des Audioroutings ist für Neueinsteiger doch schon recht fordernd. Ein Stunde vor Beginn: Ein letztes Mal hoch auf den Berg spurten um die letzten Fehler auszumerzen und den Ehrengästen wenigstens noch einmal kurz Hallo gesagt zu haben. Der Regen steigert sich zu seinem Höhepunkt als wir noch schnell Batterien für den Notfall auf dem Weg zurück holen.

Knappe 5min vor Beginn der Sendung nochmal schlechte Nachrichten: irgendwo haben wir beim Routing den Überblick verloren und das falsche statische Bild geht nach oben, aber nicht unsere Sendesumme. Also springen wir ins Heck und versuchen so schnell wie möglich die Fehler zu beheben. Leider bleibt nur noch genug Zeit für eine schlechte Hardpatchlösung aber seis drum in dem Moment. Wieder in die Kontrollzentrale und warten auf Stand-by.

Doch "was ist DAS plötzlich" quäkt es aus der Intercom von oben, wir hätten unseren Einsatz verpasst, doch haben wir dank Funkloch und Fehlersuche nicht einmal den Beginn der Sendung realisiert. Nach einem lauterem Diskurs mit der Sendeleitung via unserer Intercomleitung klären sich die Fronten ab - nun läufts bis auf Kleinigkeiten. Wir werden auf dem Laufenden gehalten und verpassen keinen Einsatz mehr, die Schalte wird zum heimlichen Höhepunkt der Sendung, zumindest für alle die den unerwartet harten Kampf dafür miterlebt haben.

 

Nach der Sendung heißt es noch fix den Club von allen Gerätschaften befreien, die Leute sind ja schließlich zur Party hier und sollen nicht über Kabel oder ähnliches fliegen. Trotz des immer noch mäßig einladenden Wetters entschließen wir uns doch noch den Wagen und Kabel wieder einzusammeln und zum Office zu bringen, statt das auf den nächsten Morgen zu verlegen. Immerhin hört der Regen im laufe des Rückbaus auf. Die Füße schmerzen, die Schuhe wurden mittlerweile in ein Feuchtbiotop umgewidmet und der Schmodder an den Klamotten trocknet langsam in eine brüchige Kruste als wir final im Office mit Ausladen und weg sortieren fertig sind.

 

Wir sacken erst einmal danieder um kurz zu verschnaufen und wieder warm zu werden. Aber es bleibt das geniale Gefühl es mal wieder trotz aller Widrigkeiten, die die Produktion nach uns geworfen hat, erfolgreich gewesen zu sein und die Sendung zu dem gemacht zu haben was sie geworden ist.

 

Doch bleibt wenig Zeit zum ausruhen die 20-Jahrfeier steht schneller ins Haus als damals die 18 in der Ferne stand.

Ho Ho Hockey

Oder auch: Alle Jahre wieder näherte sich, auch in diesem Jahr am ersten Advent, das traditionelle Ilmenauer Weihnachtsunihockeyturnier, kurz das iWUT 2014.
Und auch wir vom FeM-Broadcastteam waren erneut mit am Start, um unser Haus- und Hof-Floorballevent des Jahres zu unterstützen, mit dem vor mittlerweile 6 Jahren die Welle der Floorballturnierübertragungen angefangen hat.

 

Sehr viel hat sich turnierseitig nicht geändert. Immer noch gilt es nach zwei Tagen Spielbetrieb und 120 Spielen am Ende eine Siegermannschaft küren zu können. Übertragungsseitig haben wir uns dafür ein paar Gedanken gemacht und das Setup doch erheblich anders gestaltet, als in den Jahren zuvor. Die größte Neuerung ist dahingehend natürlich mal wieder unser neuer Übertragungswagen. Mit viel fahrerischem Können und scharfem Blick der Einweiser zirkeln wir das Fahrzeug neben die Stirnseite der Campusturnhalle, mit einem wundervollen Ausblick auf die Laufbahn und den Kletterturm.

 

Der Anschluss des Fahrzeuges gestaltete sich Dank der guten Planung recht unkompliziert. Gerade einmal vier Kabel bilden die Nabelschnur zwischen der Halle und der Regie von Spielfeld 1: unser Videomulticore, eine Netzwerkleitung, ein Kabel für den digitalen Audiobus und natürlich der "Lebenssaft der modernen Gesellschaft", Strom.
Die zweite Regie war nach wie vor im Inneren der Halle zu finden. Dies soll vor allem dem Lagerkoller entgegen wirken und den Kontakt und Support für die Kommentatoren schnell halten. Und auch optisch sah man auf den ersten Blick den Anbruch der neuen Zeiten. Wo vorher noch der Anblick riesiger Monitorwände - aus deutlich hörbar pfeifenden Röhrenbildschirme - stand, gähnt nun die Leere um einen einzelnen 26-Zoll-TFT-Bildschirm, der sämtliche Inhalte des Bildmischers darstellt.

 

Einer durfte natürlich auch in diesem Jahr wieder nicht fehlen. Unser guter alter Strømingfant, der sich immer größerer Beliebtheit bei den Teilnehmern auf Veranstaltungen erfreut und auch das ein oder andere mal geknuddelt wurde oder als Fotomotiv diente.

 

Eine der auffallensten Neuerungen, oder besser gesagt die Hörbarste, war die große Anzahl an Gastkommentatoren, die wir in diesem Jahr an unseren Mikrophonen begrüßen durften. Die Bilder sind dabei nur eine kleine Auswahl der ca. 15 verschiedenen Sprecher, die sich im Moderieren ausprobiert haben und dabei sichtlich ihren Spaß hatten. So wehte sogar noch ein kleiner Hauch der großen weiten Welt durch die Halle und durch den Stream, als auch ein paar Spieler des international besetzten Teams "Henky Unicorns" das Wort am Schallwandler ergriffen.

 

Für die größte inhaltliche Änderung in diesem Jahr sorgte aber die Orga des iWUTs selbst, indem sie sich ins Zeug legte mit neuen frischen Ideen aufzuwarten. So gab es in diesem Jahr die Premiere des ersten Flourball Miniturnieres am Samstagabend. Bei dem mit viel Einsatz die Halle von Streulichtern zu befreien war, um dann auf einem kleinen Feld unter Schwarzlicht-Illumination floureszierenden Bällchen hinterher zu heizen. Eine Aktion die sichtlich gut ankam und uns die Gelegenheit bescherte, uns nach einem langen Arbeitstag noch mit den LowLight-Qualitäten der Kameras zu befassen. Während hier schnell die passenden Einstellungen gefunden waren hatte es der Kommentator schon deutlich schwerer. Da es nur zwei Sätze an präparierten Trikots gab spielte am Ende irgendwie doch wieder "nur" Gelb gegen Weiß. Die Fotos zeigen den hochgradig künstlerisch ambintionierten Versuch der Automatikfunktionen unserer Fotoknipse, das Geschehen auf digitales Zelluloid zu bannen.

 

Da es beim iWUT 2013 leider eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat bis die Aufnahmen geschnitten und veröffentlicht waren (~11 Monate), haben sich unsere Jungs vom Recording dieses Jahr - trotz kaum überwindbarer Hindernisse bei der Hardware - nicht lumpen lassen und waren bereits in der Nacht vom Sonntag zum Montag mit allem fertig... fast schon rekordverdächtig!

Heiß, Heiß, BETSY

Keine 24 Stunden sind seit dem Tonart vergergangen da geht es für die Mitglieder des Broadcastteams schon wieder zur Sache. Nachdem wir am frühen Nachmittag noch die letzten Stücke Fremdtechnik zurückgebracht haben, beginnen kurz darauf die Vorbereitungen für einen der kürzesten Wege unseres Transporters. Die Fahrt beginnt auf ihrem kgewohnten Parkplatz vorm Haus L und wird Betsy bis zum Fahrradschuppen am Haus I führen. Zwar sind das gerade einmal 50m, aber dennoch wollen wir Stolperfallen vermeiden und stellen den Ü-Wagen dafür um. Auch wenn das manövrieren beim Ausparken, durch die PKW Dichte eine gefühlte Viertelstunde dauert und die Fahrt nicht ganz 60 Sekunden, behindern wir dadurch deutlich weniger Leute mit Kabeln.

 

Doch was führt uns eigentlich zu diesem Standort? Nunja vor nunmehr 3 Jahren haben wir zum ersten mal damit begonnen das Showkochen unserer Haus und Hofbar des BI-Clubs zu deren Clubgeburtstagswoche lice zu übertragen. Auch einige personelle Überschneidungen zwischen Clubeiern und Broadcastmitglieder haben dazu beigetragen.

 

Als Hauptschwachstelle der letztjährigen Produktion hatte sich das Licht herausgestellt, aber dafür sind wir in diesem Jahr deutlich besser gerüstet. Zusammen mit unserer neuen Kinoformatkamera haben wir auch in neue Leuchten investiert, was sich für die bevorstehende dunkle Jahreszeit als nicht verkehrt herausstelt. Denn nun verfügen wir neben unserem altbewährten Reportagekoffer mit 3mal 650Watt Halogenlampen über moderene Stromsparende LED-Lichtkoffer und einige neue Reflektoren, was die Ausleuchtung der Kochstellen und lokalen Starköche enorm verbessert. Auch die Verwendung einer Tischdecke statt des blanken Edelstahltresens Hilft enorm. Und mit Hilfe der neuen Fresnel Spotleuchten und der im zwoten Lichtkoffer enthaltenen drei Flächenleuchten können wir enorm viel, dank Akkuhalterungen auch mobil verwendbares, Licht auffahren.

 

Der Rest des Setups hat sich kaum verändert, außer das wir die Regie nun einfach umparken statt aufwendig rüberschleppen können. Wieder sorgen drei unserer P2-Camcorder für Bilder, wenn auch leider dank bescheidener Personaldichte nur eine davon bedient werden kann. Tontechnich erspart uns die digitale Multicorestrecke wieder einen dickeren Kabelwust und reduziert sich auf ein dünnes Cat.5-Kabel und die fähigen Hände unserer Tonleute, die aber mitlerweile so routiniert sind in diesen Setups, dass der Hauptfeind des Abends die bescheidene Akustik und die Feedbackfrequenzen des im Plattenbaukeller beheimateten Clubs sind.

 

Beim Streaming gibt es auch kaum Überraschungen, außer das zur Zeit die Aufgabe der Überwachung deutlich mehr Aufmerksamkeit bedarf, da wir leider vergessen haben an der Sendeschleifenroutine deie automatische Umschaltung zwischen 16:9 und 4:3 auszuschalten. Darum muß von Zeit zu Zeit unser Sendeprozessor von Hand wieder aufs Breitbild zurückgesetzt werden, ein weiteres mal träumt man an dieser Stelle von HD-Ausstrahlung die dieses Problem verringern würde, aber finanziell leider noch einige Stolpersteine hat.

 

Den Uplink bekommen wir dieses Mal statt über merklich schwankendes LTE wie in der Festhalle am Wochenende, über unser gutes alte FeM-Net direkt aus dem Betriebsraum so dass wir uns über die verfügbare Bandbreite keine Sorge machen müßen.Da es kaum echte Herrausforederungen gibt, können wir die Zeit nutzen um den ersten neuen Interessenten dieses Semesteres miz dem Bildmischer und seinen Funktionsumfang vertraut zu machen. Während es im inneren des Clubs dank Kochfelderen und hitzigen Wortgefechten der beiden Köche Jerry und Kirby heiß hergeht ist es im inneren der Regie durch den Temperatursturz der letzten Tage doch nötig die Türen geschlossen und die Kälte draußen zu halten. Auch der leichte Nieselregen ist ein guter Grund dafür, schließlich soll sich ja keiner eine Erkältung oder schlimmeres holen. Die beiden Rivalen im Inneren schenken sich nichts, nach dem zweiten Gang steht es unentschieden. Die Crew nutzt die Pause vorm Finale ersteinmal dazu um sich selbst etwas zu stärken. Nach der kleinen Rast gehts weiter Kirby schafft es in diesem Jahr den Sieg für sich zu verbuchen und kostet dies sichtlich aus.

 

In Rekordtempo haben wir von der Produktionscrew all unser Equipment wieder eingesammelt und im Lager des FeM-Offices verstaut und können noch weit vor Mitternacht auf den Feierabend anstoßen.

Vielen Dank an Frankie für die Bereitstellung der Fotos!

44.KW "Something old, something new, something borrowed, something blue"

Die 8te Übertragung des Ilmenauer Tonart Festivals.

Something old:

Wie schon der Titel verrät, ist es mal wieder soweit: mit dem Einbruch des Herbstes steht auch erneut das Tonart und dessen mediale Aufbereitung bei FeM ins Haus.

 

Als eines der absoluten Highlights eines jedes Jahres, können wir uns nun schon zum 8ten mal an der Übertragung der 9ten Auflage dieses Accapellafestivals verwirklichen. Vieles ist gleich geblieben, was zum großen Teil daran liegt, dass sich die Location in der Festhalle nicht geändert hat. Wie starten die Planung also ersteinmal mit unseren gewohnten vier Kameraperspektiven; Links und Rechts auf der Bühne, unsere rollende "Grabenkamera" und unserer Postion für das ruhige Händchen am 22fach-Zoom eines unserer Camcorder am FoH, direkt neben dem Ton- und Lichtleute des Festivals. Wie jedes Jahr sind wir dafür zuständig, sowohl den Zuschauern in der Halle, aber auch den Daheimgebliebenen in aller Welt, möglichst schöne Bilder vom Geschehen auf der Bühne zu präsentieren. Dazu haben wir uns wie gewohnt hinter unserer Monitorwand aus alten Studioröhren im buchstäblichen Backstagebereich verschanzt. Maximal 5m trennen uns und unsere Regiekommentare dort von der Glamourwelt und dem Publikum.

 

Der eifrige Leser dieser kleinen Kolumne wird sich an dieser Stelle vielleicht kopfkratzend wundern ob der Artikel aus dem letzten Jahr stammt oder ob wir unserem Ü-Wagen schon wieder untreu geworden sind, aber keine Sorge dies klärt sich im späteren Verlauf des Artikels noch auf. ;-)

 

Ebenfalls bewährt hat sich die bisherige Koordination des Aufbaus: bereits während der Woche sammeln wir die benötigte Technik rund um den Campus ein, da selbst ein so gut ausgestatteter Verein wie die FeM hier und da ein wenig Hilfe benötigt. Richtig los geht es dann am Freitag Nachmittag, dank Feiertag können wir dieses Mal recht zeitig loslegen und befinden uns bereits kurz vor 15 Uhr auf der 2ten Runde am Schornlager um die letzten Puzzlestücke einzuladen. Kurz nach sechzehn Uhr ist dann endlich alles dort wo es sein sollte und das große Strippenziehen kann losgehen.

 

Something new:

Aber es wäre ja viel zu langweilig und einfach sich auf den Leistung des letzten Jahres auszuruhen und das Setup nur stumpf nachzubauen. Also versuchen wir uns am nöhlen auf hohem Niveau:

Für den Livestream fehlten so zum Beispiel bis jetzt immer die totaleren Bilder, damit der Betrachter am heimischen Empfänger sich einen besseren Gesamtüberblick verschaffen kann. Außerdem war oftmals der Ton zu stark vom subjektiven Eindruck hinter Bühne geprägt, so fehlten hier und da die Bässe oder andere Bestandteile des Spektrums.

 

Um dies und noch ein paar andere Kleinigkeiten zu verbessern haben wir uns schon recht früh in der Planungsphase dazu entschlossen, unsere Betsy als wie man neudeutsch so schön sagt 2nd Production zu benutzen für den Stream.
Also parken wir unser neustes Spielzeug hinter der Festhalle, wo schon einst das Staatsfernsehen prakmatischer Weise einen Durchbruch in die Wand gestemmt hat um den kürzesten Weg in Innere zu nutzen.

 

Im Inneren unseres neuen Flaggschiffes standen der Ü-Wagen-Besatzung dann neben der deutlich ruhigeren Arbeitsatmospäre auch zwei zusätzliche Kameraperspektiven zur Verfügung. Zum Einen eine statische Totale die sich wie schon in den Jahren zuvor auf der Empore der Festhalle befand, aber sonst nur als Backup aufgezeichnet wurde, und zum Anderen ein komplett neuer Blickwinkel durch einen Remotehead den wir in die Mitte des Truss vorne an der Bühne montieren konnten. Dank einer vom Tooltime-Projekt neugebauten Ansteuerung dieses Krankopfes und einer Steuerung für die Parameter der Kamera (wie Zoom, Fokus und Blende) konnten hier komplett neue Bilder der Bands aber auch vom Publikum dem Bildschnitt zur Verfügung gestellt werden. Auf dem Kamerakopf befand sich eine unserer HPX250 Kameras, die durch ihren enormen Weitwinkel mit 3,9mm und der gleichzeitigen 22fach-Zoomoptik zu punkten wußte an dieser Position.

 

Ebenfalls ein neues Experiment ist es, alle Kameraperspektiven in diesem Jahr zentral mitzuschneiden um ggf. hier und da ein paar Patzer ausbügeln zu können und vielleicht übersehene Impressionen im nachhinein doch noch zu nutzen, die sonst im Eifer des Gefechts untergegangen wären. Dazu versuchen wir mal wieder bereits im Verein an anderer Stelle vorhandenes Wissen zu nutzen, denn unsere Jungs und Mädels vom CCCongress-Streaming plagen sich ja schon seit mehreren Jahren mit dieser Problematik herum. Zwar gibt es bei der mitlerweile in Hamburg stattfindenen Veranstaltung maximal vier Signale zum mittschneiden, aber die Verdopplung der Signale ist heutzutage mit moderner PC-Hardware auch bei 8 Signalen in SD keine allzugroße Herrausforderung mehr. Als lustiger Nebeneffekt wird sich nach dem Wochenende noch herausstellen das wir so noch einen zusätzlichen Directorskommentar aus der Regie mitgeschnitten haben, da dieser ja über das Interkom wieder im SDI-Signal der Kameraleute gelandet ist.

 

Something borrowed:

Troz des mitlerweile sehr beachtlichen Audio- und Video-Technikpools ist es trotzdem hier und da immernoch nötig einige Technikteile sich dazu zu leihen. So konnten wir erneut auf die freundliche Unterstützung des Institutes für Medientechnik zurückgreifen. Hierdurch konnten wir zum Beispiel die Kamera vor der Bühne durch den Einsatz einer Rollspinne und eines mechanischen Fokusgetriebes merklich stabiler und gleichzeitig für die Kameraleute ergonomischer gestalten.

 

Durch die geliehene Technik war es uns auch möglich die Signale hinter der Bühne zu splitten und zu verteilen. Durch das doppelte Regiesetup kamen wir so auf 34 Outputs am Videorouter in der Festhalle, was dann doch wieder einiges an Patchaufwand am Freitag Abend bedeutete.

 

Alles in allem gestaltete sich der Auf- und Abbau durch den auch als Materialtransporter benutzbaren Ü-Wagen deutlich entspannter und schneller als in den vergangenen Jahren, dennoch summierten sich die Transportwege um alle Technik zu bewegen auf fast 7 Tage die wir Technik holten und wieder wegschafften, obwohl der am Donnerstag gelegene Feiertag auch etwas dazu beitrug.

 

Somthing Blue:

Am Rande der Tonartunternehmungen hatte auch ein weiteres neues Mittel im Ausstattungsarsenal seine Premiere. Um den Aufwand der Verkabelung zu minimieren haben wir anlässlich dieser Verstaltung unser, zusätzlich zu den benötigten Kabeln für die Innenverkablung von Betsy gespendeten Kabeln von Sommercables, 8-Fach Videomulticore einsatzbereit gemacht.

 

Dafür haben wir das blaue, gut 30mm Durchmesser, aufweisende Kabel mit hochwertigen Steckern bestückt und auf der Trommelseite mit Panelbuchsen in einem selbstgedrucketen Adapterring versehen. In einem späteren Schritt wollen wir dann auch noch ein passendes Abrollgestell aus Metall selbst schweißen.

 

Im Gegensatz zu dem gut funktionierenden blauen Bestandteil des Setups, gab leider die rote Komponente kurz vorher den Geist auf. Denn eigentlich planten wir den Kameras ganz wie im echten Produktionsbetrieb ihre Beteiligung am Bild dieses Jahr neben dem Regiekommandos zusätzlich mit Tally, dem alt bewährten Rotlicht, zu signalisieren.

 

Doch leider hatte die noch extra gelötete Variante für den geliehenen Bildmischer für die Leinwand, noch etliche, nicht nachvollziehbare, Macken so dass wir auf den Einsatz verzichten mußten. Außerdem fiel uns im nachhinein noch auf, dass wir wenn am Besten gleich eine Schaltung benötigen die in der Lage ist die GPO-Signale von min. zwei Bildmischern zu vergleichen und den Kameraleuten die Beteiligung sowohl am Bild der ersten als auch der zwoten Regie mitzuteilen, damit sie nicht aus Unwissenheit das Bild On-Air verreißen. Aber die ersten Ansätze hierfür sind bereits kurz darauf im Wiki der FeM gelandet und warten nur noch auf einen Zeitslot oder interessierte Neumitglieder, die sich dem Projekt annehmen möchten.

 

Außerdem bewahrheitet sich die Vermutung, dass das Kommunikationskonzept bei solchen Setups noch einmal überdacht werden muss. Die bewährte iSTUFF-Koppelung von Bildmischer und Bildregie erweist sich hier nicht mehr als zweckmäßig, da dadurch die Bildauswahl für den zweiten Mix im Ü-Wagen doch zu schwierig ist, besonders wenn die Kameraleute außerdem noch nicht wissen das sie dort auf dem Programm sind. Hier muss bei zukünftigen Veranstaltungen noch mehr eine echte Bildregie die Kommandos für die Bildausschnitte geben, aber das ist wie immer einer der leidlicheren Aspekte am Lernfernsehen, da das nächste Event zum üben doch wieder erst zu weit am Horizont zu sehen ist.

 

Dennoch bleibt ein fast durchgehend positives Fazit des Abends.

Seitens der Veranstalter gab es keinerlei Beanstandungen an dem Bildern. Die bitterste Pille die wir schlucken mußten war der Stream der leider fast pünktlich 5min vor Beginn der ersten Band abriss und erst nach etlichen Bemühungen während der dritten Band des Abends wieder halbwegs stabil lief. So konnten wir dieses Jahr leider nur auf deutlich weniger Zuschauer im Web gucken, auch wenn es mit 30 Clients ein dennoch nicht ganz schlechtes Ergebnis war, für die nicht allzugroß propagierte Übertragung. Aber hier besteht eindeutig Verbesserungsbedarf für das große 10-jährige Jubiläum im nächsten Jahr.

 

Am Ende des Abends überwiegt dennoch die Freude in der Crew über das Geleistete. Nach einer kurzen Aufräumphase um die Technik aufgeräumt für die Nacht zu hinterlassen, können wir die Leute in die wohlverdiente Aftershow-Helferparty entlassen, die die Hartgesottesten dann erst nach der Frage des DJ's nach dem Lichtschalter verlassen.

Der Sonntag ist dann wie gehabt mit einem entspannten ruhigen Abbauen und Abtransport der Technik gefüllt, dass sich bis gegen 19 Uhr erstreckt bis auch die Kamera im Truss wieder am Boden angekommen und eingepackt ist.

 

Wir freuen uns schon auf das Zehnjärige im nächsten Jahr, haben aber eigentlich gar keine echte Zeit zum verschnaufen da am nächsten Tag schon ein kleines aber liebgewohnenes Streamingprojekt ansteht: das alljährliche Showkochen des BI-Clubs als fulminanter Auftakt in deren Clubgeburtstagswoche.

Status 41.KW *Sending from the top of the World*

Bei blauem Himmel parkten wir direkt unter dem Kickelhahnturm.
Bevor es losging bauten wir unsere Kameras auf.
Die Erstis kommen. :)
Unsere Reporterin hatte auch bei Wind ihren Spaß.
Die Kollegen vom Radio hatten es nicht so gemütlich wie wir.
Eine kleine Premiere war der Livestream vom Kickelhahn.
Dem Strømingfanten gefiel es auch auf dem Beifahrersitz.

Wir senden Live vom Kickelhahn.

 

Es ist mal wieder die Zeit in Ilmenau gekommen in der nach einer Langweile, der leeren Straßen und umherfliegenden Wüstenbüsche plötzlich wieder überall auf dem Campus emsige Betriebsamkeit herscht. Denn die Universität und all ihre Vereine, Clubs und anderen Ehrenamtlichen sind am werkeln, putzen und erneuern um sich in ein vorzeigbares Licht zurücken. Ab nun zählt nämlich wieder für die nächsten Wochen der erste Eindruck. Alle wollen nur das eine in diesen Tagen.... nämlich viele von den frisch angekommenen neuen Studenten für sich und ihre Sache begeistern.

 

Nachdem wir zusammen mit dem Rest von FeM und iSTUFF uns schon auf dem Erstigrillen und der Vereinsvorstellung präsentiert und mit den Fragen der Neuankömmlinge haben löchern lassen, stand nun ein Einsatz der spezilleren Art an.

Seit etlichen Jahren brodelt immer und immer wieder die Idee im Verein eine Sendung live vom Kickelhahn in Ilmenau aus zu senden. Warum nicht also gleich versuchen, damit noch etwas Präsenz zu zeigen und Eindruck zu schinden? Da bietet sich die traditionelle Kickelhahnwanderung, organisiert von der ISWI, an.

 

Als alles steht und der Wagen samt seiner IT hochgefahren ist, kommt der spannenste Moment des Tages: Haben wir Empfang mit unserem Router und wie gut ist die Verbindung über unsere UMTS-Karte?

Der Stresspegel sinkt, voller Empfang. Wir könnten live gehen, warten aber noch bis die ersten Wandersleute in Sichtweite sind um nicht zuviel vom Volumen zu vergeuden. Gegen 16:30 Uhr war es dann soweit. Hinter dem Banner der Erstiwoche vereint trudelt der Tross am Gipfel ein.

Wir starteten den Uplink und sendeten die ersten Bilder über unsere Sendeinfrastruktur.

 

Ein fixer Kontrollanruf und uns wurde bestätigt das wir im DVB-T zu sehen sind. Die Qualität ist bewusst niedrig gehalten, damit wir möglichst lange ohne Drosselung streamen können. Später stellen wir per Speedtest einen Wert von 1,8MBit/s Upload-Geschwindigkeit fest. Den Ton bekommen wir von den Kollegen vom Radio hsf, die tapfer in der Windschneise bei ihrer PA ausharren.

 

Ein echtes Sendekonzept gab es nicht, die Gestaltung des Programms erfolgte improvisiert. Wir kombinierten das Ganze mit dem Einfangen einiger Stimmen und Bilder für die nächste Ausgabe von sPI-TV.

 

Nachdem der Sprecher den geplanten Unterhaltungsteil des Nachmittags mit seiner schon merklich von den Strapazen gezeichneten Stimme beendete, sendeten wir noch ein paar Minuten Impressionen bevor wir das Live-Programm beendeten.

 

Nach dem raschen Rückbau machen wir uns inklusive unseres Strømingfanten wieder zurück ins Tal und beenden damit diese kleine aber schon lange gewollte Reise.

Status Update 39. KW "Campus Noir"

Der ÜWagen steht Einsatzbereit vor der Kirche.
Blick auf die Videoregie.
Grass Valley Indigo und Panasonic AG-HMX 100 im Einsatz.
Kameraposition auf der Empore.
Blick auf die Bühne in der Kirche
Außenansicht mit dem ÜWagen.

Am Vorabend der Schwarzen Nacht

 

Zwei Wochen sind vergangen seit der Schlammschlacht bei den Sachsensümpfen in Jena und der nächste Einsatz steht vor der Tür. Doch was ist in der Zwischenzeit passiert, mag sich der ein oder andere Leser fragen?

Nach zwei Tagen Ruhe schnappten wir uns die ToDo-Liste und arbeiteten weiter, damit der Wagen möglichst bald seinen Baustellencharme hinter sich lässt. Die Hauptbeschäftigung war dabei die Ordung im Geräterrack und die Beleuchtung des Innenraums. Die offenen Kabelkanäle wurden geschlossen, die hinteren beiden Arbeitsplätz wurden fast fertig gestellt. Das Lichtkonzept konnte schon in weiten Teilen umgesetzt werden und bietet nun eine sehr angenehme, einstellbare Arbeitsbeleuchtung. Insgesamt ist der Innenraum nun schon fast fertig – was die Funktionalität angeht

 

Doch was steht an? Eine der großen Veranstaltungsreihen der Ilmenauer Clubszene ist der Campus Noir. Dieser wird von der ILSC und im Besonderem vom bc-studentenclub organisiert.

Dabei stand am Freitag zuvor ein Sonderkonzert in der Ilmenauer St.-Jakobus-Kirche an. Wir wurden eingeladen, das ganze Konzert bildtechnisch zu begleiten. Es spielten die Bands Golden Apes, sowieo Árstíðir aus Island. Grob vereinfacht Musik aus dem Akustik-Gothic-Bereich.

 

Nach den vielen Sportübertragungen im Sommer war Musik eine willkommene Ablenkung für uns. Als Herrausforderung für dieses Event hatte man sich eine Produktion in HD gewünscht und schon unseren Ü-Wagen Betsy an ihrer momentanen Achillesferse erwischt, dem Bildmischer. Unser aktueller Indigo Mischer ist zwar ein super Gerät, mit so ziemlich allem was man sich wünscht als kleiner Studentischer Verein, aber leider kann er maximal zwei Signale in HD verarbeiten.

 

Wie aus „Pre-Ü-Wagen Zeiten“ gewohnt, organisierten wir uns einen passenden Ersatz. Ein Panasonic Bildmischer, der bis zu acht Kanäle mit viermal HD-SDI und zweimal HDMI direkt verarbeiten kann. Dies reichte für die vier bis fünf angepeilten Kameras, auch wenn eine Bedienung mit nur vier Kanälen direkt und den anderen vier per Shift-Taste doch etwas friemelig ist. Allerdings können wir so gleich einmal die HD-Fähigkeiten und das für eine zweite Bildregievorgesehene Steckfeld testen.

 

Den ursprünglichen Plan das ganze mit mehreren Blackmagic Kameras, inklusive unserer eigenen Neuanschaffung, zu filmen mussten wir aufgegeben, da die Kameras nicht auf einen der auftreibbaren Bildmischer zu bekommen waren. Zum Glück stellten wir das bereits vorher im FeM-Office und nicht erst in der Kirche fest.

 

Der Aufbau verläuft wie erwartet sehr entspannt. Die größten Herrausforderungen waren das vermeiden von Stolperfallen und eine Standortwahl für unser Audiopult, da dieses erst einmal dem Ersatzbildmischer weichen musste.

 

Das Pult stand am Ende in einem kleinen Hinterzimmer der Kirche, aber dank der digitalen Stageboxen war die Verkabelung durch eine einzige RJ-45 Leitung zum Ü-Wagen kinderleicht hergestellt.

 

Schwieriger gestaltete sich die Videoverkabelung. Leider erwischten wir bei einem der Videorouter ein „Montagsgerät“, bei dem ein Ausgang nicht funktionierte. Dieser ist deshalb unterwegs zur Reperatur bzw. Austausch. Wir schlossen die Lücke, indem wir unsere als Verteilverstärker gedachte kleinere 20x20 Kreuzschiene nutzten. Diese hat aber scheinbar die SMPTE Spezifikation zu ernst genommen oder nur bedingt realisiert, so dass es nach 150m Kabeltrommel plus etwas Patchkabel nicht mehr möglich war, auf den Trilevel syncron zu takten.

 

Unser zweiter Videorouter schaffte dies hingegen ohne Probleme, so dass wir die Signale mehrfach durch die beiden Kreuzschienen schleifen mussten, um sie überall hinzubekommen ohne den kompletten Ü-Wagen umstecken zu müssen. Das finden dieses Fehlers kostet uns fast eine Stunde und etliche Nerven.

 

Als Fazit halten wir fest das ein späteres HD-Setup im Wagen nochmal gründlich geprüft werden muss, bevor wir damit auf Tour gehen.

 

Bei der Verkabelung der Kameras stellen wir fest das wir zwar Tallys dabei haben, aber kein passendes Anschlusskabel für den geborgten Bildmischer. Somit fiel die Signalisierung darüber für die Kameraleute flach. Wir setzen stattdessen auf eine Intercomlösung, die aus einem, über unser Tonpult verteiltes Mikrofonsignal aus dem Wagen an zwei Funksender die am FoH-Platz lagen, weitergeleitet wurde.

 

Das zweite Ärgernis war der ernorme Batteriehunger der mobilen Sende- und Empfangseinheiten. Da müssen wir in naher Zukunft noch einmal überlegen, wie wir aus unserem 3D Drucker im Office einen passenden Netzteiladapter für zweimal AA Batterien herstellen lassen können.

 

Ansonsten verlief der Abend ohne große Probleme. Unser Fahrer hat versucht den „Seegang“ auf der Brücke mit dem Wagenheber zu bekämpfen, da der Parkplatz vor dem Glockenturm ziemlich abschüssig ist. Genützt hat dies nur wenig – wir arrangieren uns also damit, dass man etwas vorsichtiger mit den Stühlen handtieren muss um nicht in seinen Nebenmann zu rutschen.

 

Wir zogen unser Fazit und planen für die Zukunft, was man nicht noch alles brauchen könnte. Allerdings blieb uns durch die Erstiwoche nicht viel Zeit zum Träumen, da Betsy uns bei der Suche nach frischen Studenten und engagierten FeM'lern helfen soll.

Status Update 37.KW - Erster Praxistest für unsere "Betsy"

Die Standortbedingungen waren nicht die Besten.
Für die LTE-Antenne fehlte uns noch die richtige Halterung.
Überblick über die Senderegie.
Das Wetter machte uns zu schaffen.
Durch den ÜWagen braucht es nur wenige Steckverbindungen.
Am Ende hatte sich viel Schmutz im Üwagen angesammelt.

Der erste Einsatz - Operation "Fliegender Morast"

 

Freitag 12ter September nach fast 2 Wochen intensiver Arbeiten am Innenleben des Ü-Wagens steht nun der Tag der Bewährung an. Ganz fertig ist zwar noch nicht alles geworden, dank einiger Lieferverzögerungen. Aber sei‘s drum auf geht‘s der Einladung zur Deutschen Frisbee Meisterschaften im Ultimate nach Jena.

 

Was uns erwartet wissen wir nicht hundertprozentig, deshalb fürs erste mal Frisbee doch lieber erst mal auf Nummer sicher packen was das Equipment angeht. Problem eins: seit Donnerstagabend regnet es fast ohne Unterlass in Ilmenau und auch im Rest von Thüringen. Selbst die 5m vom Ausgang des Office bis zu „Betsy“ auf dem Parkplatz haben ausgereicht das sich im Fußraum der Seitentür erste Pfützen entstehen zu lassen. Am Ende der Aktion ist nun der komplette Arbeitsbereich bis knapp über die Tischplatte vollgestapelt mit Kameras, Stativen und was halt noch so alles für ne Außenübertragung nötig ist. Auf geht‘s Richtung Autobahn, vorher noch ein schneller Tankstop und Reifendruck geprüft. Und wieder einmal werden uns die Dimensionen des Fahrzeugs klar, der Luftschlauch reicht nicht bis ans hintere rechte Rad, naja einmal kurz neuplatziert und schon steht alles auf Sollwert. Letzter Treff mit unserem Personenfahrzeug 100m vor der Autobahnauffahrt, alle vollständig also endlich los nach Jena. Zum Glück ist es bis Jena nur ein Katzensprung. Zwei kleine Staus und ne knappe Stunde prasselnden Regen und schon biegen wir ab in die Einfahrt zum Ernst-Abbe-Sportfeld. Doch wo ist das Personenfahrzeug, kurze Anruf und die Auskunft das es auch gleich eintrudeln wird.... 15min später ist die Mannschaft wieder komplett, naja Navi vs. Auf die Karte gucken 0:1.

 

Wir parken die Fahrzeuge erst einmal draußen und gehen auf die Suche nach unserem Ansprechpartner. Es folgt eine erste kleine Unwegsamkeit die beiden Spielfelder vor unserem geplanten Standort an einer Garage wurden vom Platzwart gesperrt. Wir sollen nun andere Felder mitten in der grünen Wiese filmen. Naja immerhin gibt es einen Stromkasten in der Nähe. Dennoch laden wir die Gerätschaften erst einmal in der Garage aus, damit wir im Wagen Platz zum Arbeiten haben und noch die letzten Tests und Konfigurationen vornehmen können. Zwei Schotterwege später stehen wir am finalen Einsatzort und warten auf dem Menschen mit dem magischen Kasten um uns mit Strom versorgen zu können. Naja wir nutzen unsere gute Laune und vertreiben uns die Zeit damit, unsere LTE-Antennen am Fahnenmast zu improvisieren. Die Zeit vergeht, die Sonne neigt sich dem Horizont entgegen zumindest vermuten wir. Durch die Regenwolken haben wir Kollege „Strahlemann“ heute noch nicht wirklich zu Gesicht bekommen.

 

Eine kleine Weile später kommt einer der Geländetechniker, doch am Schlüsselbund will einfach nix passen. Er versucht einen anderen Bund zu besorgen und entschwindet erst einmal wieder. Die Motivation schwindet mit der einsetzenden Nacht, die Klamotten werden immer klammer. Wieder etwas später die finale Absage des Platzwartes der Schlüssel ist nicht auffindbar heute gibt es keinen Strom mehr.

 

Kurz darauf die Entwarnung, der Spielplan hat sich erneut geändert zurück zum alten Standort. Wieder umparken aber das nehmen wir für Strom gerne in Kauf. Fix ein Kabel von Garage zum Wagen und als Erstes die Klimaanlage zum Entfeuchten angeworfen, damit unsere Technik nicht sofort die Hufe hoch macht. Wir nutzen die Wartezeit um uns was zu Essen zu besorgen. Es wird ein Klassiker der Studentenküche: Fußmarsch und Pizza.

 

Gegen 21Uhr sind wir wieder am Fahrzeug, und beschließen das es Trocken genug ist damit wir die letzten Dinge für morgen vorbereiten können. Unser IT'ler bekommt einen Stuhl hingeschoben, seinen Laptop auf den Tisch und konfiguriert fröhlich an seinem NAT weiter. Doch es fällt auf das eine der Komponenten die nicht mehr rechtzeitig eingetrudelt ist: die Beleuchtung. Wieder improvisieren, Baustrahler, eine Reportageleuchte die auch gleichzeitig Wärme spendet und alles was sonst noch Hell macht. Es geht voran. Wir bauen unseren Audiomixer noch auf und verkabeln ihn. Unsere Klamotten bekommen noch nähere Bekanntschaft mit der glitschigen Pampe die einst Rasen rund um die Einstiege zum Fahrzeug war. Gegen 23Uhr ist für diesen Tag Schluss. Wir werden vom Hauptorganisator eingesammelt der gleichzeitig auch noch unser Gastgeber ist. Der hat auch gleich noch eine gute Nachricht im Gepäck: morgen geht‘s erst um 12 Uhr mit dem Spielbetrieb weiter, wir können also etwas länger schlafen. Als Unterkunft erwartet uns statt sonst gewohnten Campingfeeling mal etwas besonders: eine Gründerzeit-Villa mit Ausblick über ganz Jena, echte weiche Betten und eine warme Dusche besser: geht‘s nicht!

 

Samstag: "And I wonder still, I wonder who'll stop the rain"

 

Trotz einer sehr erholsamen Nacht fällt das fertig Machen für den heutigen Tag schon sichtlich schwerer. Wir falten uns in den PKW und fahren zurück zum Sportfeld.

Das Wetter ist ungefähr 2 Nuancen heller als Gestern, der Regen etwas sprühender als die Tropfen zuvor. Los geht’s! Ziel Eins für heute: wir brauchen Netz damit wir mit dem Stream loslegen können.  Während der „IT-Guy“ beschäftig ist legt der Rest schon los mit Kabel legen, Kameras Wetterfest machen und möglichst hübsche Blickwinkel finden. Erste kleinere Enttäuschung: unser Automatisiertes Bauchbinden-System fällt den Wettergeschuldeten permanenten Spielplanänderungen zum Opfer – egal positiv denken. So haben wir einen Kameramann mehr.

Wir probieren mehr ratlos als wissend mit unseren LTE-Antennen rum um nach 30 min festzustellen das wir momentan ohne extra gerichtete Antennen am Router etwa 20 mal mehr Upload hinbekommen?!? 8MBit/s – für drahtlos ein super Wert.

 

Fast pünktlich zum Spielstart vom Bad Skid gegen Frühsport Köln sind wir auf Sendung. Prima Einstand: wir erwischen zu Eröffnung das kürzeste Spiel des gesamten Turniers nach 20min ist es auch schon wieder aus. Der Regen im Eingangsbereich wird wieder schlimmer, wir entscheiden uns ein Vordach zu improvisieren und stellen die Nützlichkeit unserer großen alten FeM PVC Plane fest. 10 min. Später freuen wir uns aufs langsame Abtrocken des Einstieges und treffen unseren Ansprechpartner der Hauptorganisation wieder. Er hat Neuigkeiten für uns, es gibt einmal mehr eine  Änderung im Plan: es wurden Spiele gestrichen und die Finale finden nun auf der Kunstrasenanlage statt.

Für uns bedeutet dies nun Abriss unseres frisch fertiggestellten Zuhauses und einen erneuten Umzug. Doch diesmal ist das viel eine Hand voll Strippen abgekabelt und schon kann sich unsere Mobile Produktionseinheit auf zum neuen Spielfeld machen. Noch schnell die Peripherie hineingeworfen und langsam rollt „Betsy“ über den Modder davon. Der Rest der Crew bahnt sich zu Fuß den Weg durch den Matsch.

 

Kaum dort angelangt müssen wir uns umgewöhnen: der feste Pflasteruntergrund ist ungewohnt. Dennoch geht nun alles fix keine halbe Stunde später ist der Wagen schon wieder auf Sendung.

Langsam bleibt Zeit um uns mit dem Geschehen auf dem Rasen zu befassen. Es ist anfangs schon sehr ungewohnt eine Sportart zu übertragen, die zur Abwechslung ohne Schiedsrichter auskommt. Die Regel werden einfach durch die Spieler oder die Zuschauer am Spielfeldrand überwacht. Nicht einmal einen offiziellen Anpfiff gibt es.     

Dennoch ein sehr unterhaltsamer Sport und wir bekommen auch gleich die oberste Liga vor der Kamera präsentiert. Und auch für die Kommentation hat es diesmal geklappt über den Ausrichter einige der Sportler zu bekommen. Auch wenn wir unsere bewerten und Floorballgegerbten Sprecher in Team etwas vermissen, ist das Fachwissen der Jungs vom Frisbee-Verband nicht zu toppen. Die Jungs scheinen auch sichtlich Spaß dabei zu haben und gehen bei den Spielen so mit, das sich unser Bildmischer schon langsam über aufkommende Seekrankheit beschwert.

Die Sonne neigt sich langsam, da ereilt uns eine Neuigkeit: zum Ausgleich für die Schlammschlacht auf den Fußballfeldern und die Abgesagten Spiele der unteren Ligen, hat die Orga es geschafft, dass das letzte Spiel des heutigen Tages unter Flutlicht stattfinden wird. Wir sind gespannt ob und wie gut diese Lichtverhältnisse von den Kameras noch genutzt werden können. Schließlich ist dies für das FeM Broadcast Team eine Premiere.

Das Licht passt, alles super Bildtechnisch und nach dem Spiel hält sich der Aufräumaufwand für den heutigen Tag sehr in Grenzen. Binnen 15 Minuten sind die Kameras im Fahrzeuginnerem verstaut und mit einen kurzen Tastendruck ist der Wagen sicher verschlossen für die Nacht.

 

Sonntag: „From Dawn til Dust“

 

Nach einem gemütlichem Abend im Jenaer Nachtleben mit leckerem Essen beim Mexikaner und einer unfreiwilligen Teilnahme am Stadtfestfeuerwerk. Diesmal war die Nacht ein wenig kürzer, was zwei Gründe hat:

 

zum Einem hat das Ausklingen des Abends etwas länger gedauert und zum anderem beginnt der Spielbetrieb heute schon um 9Uhr. 8Uhr schließen wir den Wagen auf und beginnen die Kameras wieder am Rand des Kunstrasens aufzustellen. Das Wetter hat sich für die Verhältnisse der Letzten Tage deutlich Verbessert, es gibt nur noch selten sehr feinen Nieselregen. Das Pflaster ist schon Trocken, der Matsch auf dem Rest des Geländes zumindest gefühlt einen Tick zähflüssiger. Die Übertragung der Spiele läuft Prima, hier und da müssen wir mal etwas nachtreten wenn sich die Verteilplattform unseres RTMP Streams nicht mehr ordentlich weiterverteilt. Die Hektik der Ersten beiden Tage ist verflogen. Wir können uns sogar schon der Erfassung der der ersten Verbesserungsvorschläge und kleine Mängel befassen. Die Liste kommt trotz der Einsatzbereitschaft immerhin noch auf etwas mehr als eine lose Beschriebene A4-Seite.

Wir verbrauchen das erste Datenkontingent der LTE SIM-Karte und müssen auf die zweiten 18GB wechseln was einen kleinen Ausfall des Programms verursacht. Ein kleinen symbolischen Klaps für unseren IT'ler, dass er doch bitte kein komplett offenes WLAN aufspannen soll, aber auch das ist mehr willkommene Abwechslung als ein Problem.

Die Zeit verfliegt und schon sind die Finalspiele vorbei. Die Gewinner stehen fest: bei den Damen gewinnt "U de Cologne" und bei den Herren "Bad Skid". Die Siegerehrung fällt sehr kurz aus, viele Teams sind bereits am Samstag heimgefahren viele der Ergebnisse muss der Verband erst noch auswürfeln, weil Spiele ausgefallen sind.

Wir beginnen kurz danach unsere Zelte abzubrechen, leicht genervt merken wir jetzt wieder wie viel Matsch und Moder unser Equipment abbekommen hat. Das Putzen von Kabeln, Stativen, Cases und noch vielem mehr nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Doch auch das ist nach gut anderthalb Stunden erledigt und wir sind bereit für die Heimreise.

Ein vorerst letztes Treffen mit der Tunier-Orga zum Tschüss sagen und einem ersten Austausch wie das Experiment Frisbee-Streaming angekommen ist. Das Fazit haut uns fast aus den Socken, soviel positives Feedback haben wir schon lange nicht mehr bekommen, durch die Bank weg waren alle begeistert. Wir müssen sie fast schon Bremsen um nicht gleich für die nächsten Tuniere „gebucht“ zu werden. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten für die Wegzehrung, wir verabschieden uns und bedanken uns für die Gastfreundschaft. Einen letzten Trott durch den Matsch später und es geht wieder auf die Autobahn. In der Abenddämmerung erreichen wir die Vertrauten Berge Ilmenaus und schlussendlich den Parkplatz vorm Haus L.

In einem letzten Kraftakt verstauen wir die Technik wieder in ihren Lagerstätten und lassen uns dann beim georderten Abendessen auf der Couch nieder. Die Gespräche drehen sich zur Abwechslung mal nichtmehr um das große Projekt Ü-Wagen, dafür sind wir dann für heute doch einfach zu erschöpft.

 

 

Montag: “Working at the car wash, yeah”

 

Am Ende einer ausgiebigen Schlafphase und gemütlichem Aufstehen, betrachten wir am Montag die Spuren die das Event an „Betsy“ hinterlassen hat. Wir stellen fest das Sie sich wacker geschlagen hat, nur ziemlich schmutzig hat sich unsere Lady bei der ganzen Nummer gemacht. Da hilft kein Maulen und kein Meckern der Dreck muss weg. Zum Glück ist uns Mutter Natur holde und beglückt uns für die Waschanlage mit Sonnenschein. Mehrere Eimer Wischwasser und einen ordentlichen Schwung Elan später finden gefühlt mehrere Kilo feinster jenenser Mutterboden nun ein neues Zuhause und unterstützen nun den Wachstum auf dem neu sprießenden Gras rund um die Parkplätze vorm Office.

Damit erklären wir den ersten Einsatz für abgeschlossen und widmen uns gedanklich den noch zu erledigenden Baumaßnahmen im Innenraum die demnächst anstehen, denn das nächste Event blitzt schon hinterm Horizont hervor und für die Erstiwoche wollen wir uns natürlich auch von unserer besten Seite zeigen.

Status Update 38.KW "The laser is a solution in search of a problem."

 

Der Ü-Wagen soll flexibel für unterschiedliche Events eingesetzt werden. Daher ist der Einsatz von Patchfeldern notwendig. Um das Chaos gering zu halten, ist eine eindeutige Beschriftung notwendig. Auf der Suche nach einer robusten und dauerhaften Lösung, haben wir uns für eine Lasergravur entschieden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Zitat: Arthur Leonard Schawlow - Erfinder der Grundlagen der Lasertechnik

 

Blick auf die Rückseite des ÜWagens.
Das beschriftet Patchfeld.
Selbst für ein Logo ist noch Platz.

Status Update 36.KW "IL-TV-1"

Es ist endlich soweit!! IL-TV-1 (Projektname "Betsy") ist on the road! Nach dem Grundausbau und offizieller Begutachtung ist unser Ü-Wagen nun endlich zugelassen! Wer jetzt allerdings denkt, das wärs gewesen - weit gefehlt! Auf uns wartet nun noch unter anderem das Einziehen der Kabel, endlose Crimp- und Lötverbindungen, das Einrichten der Arbeitsplätze ...

Es steht uns also noch ein ganzes Stück Arbeit bevor, bis wir wirklich die erste Sendung aus unserem Ü-Wagen senden können, aber es geht voran! Schließlich ist ja die "Jungfernfahrt" schon geplant.

 

Es werde Licht!

Andi hat uns mit großem Aufwand (Danke Andi ;) ) ein Beleuchtungskonzept erarbeitet. Zu sehen sind die einzelnen Spots für Arbeitslicht und seitliche RGBW LED-Streifen für Ambientebeleuchtung. Das Licht wird für jeden Arbeitsplatz separat steuerbar sein, um optimale Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.

Eine Ansicht des Arbeitsraumes "durch" die Seitenwand

Status Update 29.KW

 

Unser Ü-Wagen befindet sich momentan bei einem Fahrzeugbauer. Dort werden gerade Racks, Arbeitstische, eine Kabeldurchführung, eine Klimaanlage und Verkleidungen eingebaut. Auf den Bildern kann man bereits die fertigen 19"-Racks, die Arbeitsplatten, die Kabelklappe und die Klimaanlage erkennen.

 

Die 19" Racks, Rückansicht
Besfestigung der Racks
Arbeitsfläche
Arbeitsfläche
Arbeitsfläche
Seitliche Klappe als Kabeldurchführung

Statusupdate #1

Man kann schon etwas erkennen! Leider wirds wohl nichts bis zum IFC in Dresden :(

"Sie haben Post"

Wir haben "ein wenig" Post bekommen. Lauter schöne Spielsachen :) (Kreuzschienen,  Kabeltrommeln, eine USV, ...)

"Turmbau zu Kabel"

Unser Sponsor Sommer Cable stellt uns die für den Ü-Wagen benötigten Kabel bereit! Dafür möchten wir uns herzlich bedanken!

Unser Turm zu Kabel ;)

Jetzt geht's los! - 23.06.2014

Seit heute wird durch einen ilmenauer Fahrzeugbauer der Grundausbau durchgeführt. Statusupdates folgen in Kürze!

Arbeitsplatzkonzept

Dank Lost_Sync wurde unser Arbeitsplatzkonzept verbildlicht! In dem Modell kann man die groben Züge der geplanten Raumaufteilung mit Mischpulten, Monitorwand, Rechnerarbeitsplätzen uvm. erkennen! ;)

"Ja ist denn scho' Weihnachten?"

Unser Sponsor Neutrik versorgt uns mit den benötigten Steckern und Buchsen für unser Fahrzeug. Das Broadcastteam möchte sich dafür herzlich bedanken! Das finden wir spitze! 

diverseste Stecker für unser Fahrzeug!

Habemus Ü - Wagen!

Endlich ist das Fahrzeug für unseren Ü - Wagen eingetroffen und wird schon neugierig bestaunt!

"Ohne Moos nix los!"

... der Firma Sommer Cable, die uns mit den benötigten Kabeln unterstüzt hat
... der Firma Neutrik, die uns die benötigten Steckverbinder bereit stellt
... der Firma Xtivate, die uns einen deutlichen Rabatt für ein NAS eingeräumt hat

Das gilt besonders für ein Projekt in dieser Größenordnung, welches ohne Sponsoren nicht umsetzbar wäre. Wir danken deshalb ...

 

 

Audio

Denn der gute Ton machts!


Wie wir alle wissen, sind hübsche Bilder zwar gern gesehen, doch kaum schaltet man einmal kurz den Ton ab, versteht man kaum noch was das Geflimmere zu bedeuten hat. Aus diesem Grund haben wir versucht bei unserer Betsy beim Audio neue Wege zu beschreiten. Seit der ISWIsion 2013 [1] haben wir auch in diesem Bereich versucht, die Möglichkeiten von digitalen Audiopulten zu nutzen. Solche Pulte reduzieren auf der einen Seite die Anzahl der zusätzlich benötigten Effektgeräte und bietet gleichzeitig noch mehr Möglichkeiten der Signalbearbeitung und -verteilung. Mit unserem aktuellen Pult ist es möglich 32Eingangssignale plus sechs AUX Eingänge zu verarbeiten. Das mag im ersten Moment viel klingen, ist aber notwendig um auch aufwendigeren Anforderungen Herr zu werden. Ein kleines Beispiel: Man stelle sich ein klein wirkendes Projekt vor. Nur mal eben schnell ein wenig Impro-Comedy auf iSTUFF realisieren. Und schon geht es los mit den Problemen beim Ton Routing, die mit analoger Technik nur mit einer immensen Materialschlacht zu gewinnen wären. Am Anfang rechnet man noch mit nur vier Protagonisten vor der Kamera: Vier Mikrophone - klarer Fall. Doch ach verdammt: alle zusammen müssen ja noch die Anweisungen des Spielleiters hören, und je nach Kommando auch meist nur eine Person und nicht die anderen drei. Schwubs ist man bei zwei, am liebsten natürlich kabellosen Audioverbindungen pro Schauspieler. Ach ja, das weitere Mikro für den Aufgabensteller aus der Regie und apropos Regie, der Regisseur muss ja auch noch mit seinen Kameraleuten, der Aufnahmeleitung, der Sendeleitung und natürlich dem Tonmeister reden können. Noch min. ein Mikro mehr, wir sind gemein und Berufen uns auf die erste Regel des Kameramanns: Ein Kameramann spricht nicht!. Trotzdem haben wir plötzlich von unseren 16 Ausgängen schon 12 verbraten und haben dann noch gerade so Platz für ein Signalpäärchen für die Aufzeichnung und eins für die Beschallung der Regie. Man sieht auch bei vermeintlich kleineren Unternehmungen, kann man schnell in die Predulie kommen was die Menge an Ein- und Ausgängen angeht. Auch der Aufbau geht fast wie im Nu. Wo wir früher noch dutzende Einzelleitungen oder armdicke Multicore Kabel hätten verlegen müssen, liegt nun nur noch ein einsames unscheinbares leicht vergilbtes CAT.5 Kabel [2]. Und während die Jungs und Mädels von der Videosparte noch am Koax-Kabel verlegen, meist im Regen, kann unser Tonmeister schon gemütlich im Trockenen, seines in der Küche improvisierten Tonstudios, sitzen und einen warmen Tee schlürfen beim Konfigurieren des Pultes. Und ab dem Herbst 2014 wird es noch einmal einen Tick gemütlicher. Denn mit unserem Ü-Wagen brauchen wir dann nicht einmal mehr das Audiopult durch die Gegend zu buckeln. Nur noch die digitalen Stageboxes zur Location gestellt, die bereits erwähnte Cat.5 Leitung gezogen und schon kann man sich voll und ganz mit den wichtigen Aufgaben, wie Routing, Einrichten der Mikros und dem Einpegeln der einzelnen Quellen widmen. Außerdem können bis zu 8 Tonspuren aus Videosignalen em- oder debedded werden. Warum also sich mit dem Aufhängen von extra Atmo-Mikrophonen abmühen, wenn man auch geschickt einfach die in der Kamera intergrierten verwenden kann, die sich sowieso schon vor Ort befinden. Und wenn er möchte kann der Tonmeister dies sogar direkt vor Ort mit z.B. der Studioband zusammen erledigen. Denn unsere neue Konsole lässt sich elegant per Ethernet[3] fernsteuern. Also fix das Tablet seiner Wahl angeworfen, sich im WLAN [4], was ebenfalls von der Stagebox aufgebaut wird, eingebucht und schon kann man loslegen mit der Einstellung der Monitorkanäle oder dem Pegeln des Gitarristen (natürlich inklusive der 30dB taktischen „Mach mich mal lauter ich bin noch viel zu Leise“ Reserve ;-) ). Neben der hervorragenden Eignung als Live- und Monitorpult, haben wir natürlich auch darauf Wert gelegt, auch noch etwas mehr damit anstellen zu können. So verfügt da Pult direkt, und per Anschluss an einen im Produktionsfahrzeug verbauten Computer, über das Feature als 32×32 Audio-Interface für Aufnahmen fungieren zu können. Damit haben wir auch die Möglichkeiten Betsy als mobiles Audio-Recording Fahrzeug zu verwenden oder sie an unsere lieben hsf [5] Kollegen für Radioproduktionen auszuborgen. Die brauchen nur fix einen ihrer mobilen Audio Codecs anzuschließen und los kann es gehen. Oder wir fördern vielleicht genau deine eigene Band indem wir euch mit einer hochwertigen Aufnahme zum Durchbruch verhelfen können ;-)

Für den zur Zeit angestrebten Hauptzweck als Fernsehfahrzeug, wird es darüber hinaus noch die Option geben, den Fahrerraum als Sprecherkabine nutzen zu können. Dort werden dann 2 Leute es sich gemütlich machen können und mittels Hörsprechgarnituren die Ereignisse kommentieren können, die Sie per Bildschirm präsentiert bekommen. Für ausreichend Komfort ist dann Becherhalter, Klimaanlage und verdunkelbarer Frontscheiben natürlich gesorgt. Zu guter Letzt besteht auch noch die Möglichkeit eine externe PA[6] anzuschließen, um damit z.B. die Zuschauer am Ort des Geschehens wie beim Seifenkistenrenn am Ehrenberg zu beschallen.

[1] http://www.iswision.de/iswision2013/

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Twisted-Pair-Kabel

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Ethernet

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Wlan

[5] http://www.hsf.tu-ilmenau.de/

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/PA-Anlage

Video

"Ich mach TV!", war und ist noch immer eins unserer Mottos bei iSTUFF und Broadcast. Und was sticht natürlich dabei als erstes ins Auge? Natürlich all die hübschen Bilder, die über unseren Sender flimmern. Stehts sind wir bemüht unseren Kreativen möglichst gute Mittel an die Hand zu geben. Unsere Betsy soll dieses nun einen Schritt weiterführen als bisher. 2009 haben wir damit begonnen den langen Weg des Umstieges auf digitale Signalführung zu beschreiten. Alles begann mit den ersten zarten Experimenten mit der großen Unbekannten SDI [1], steigerte sich über einen neuen kombinierten analogen und digitalen Bildmischer 2011, hin zu neuen Kameras, Quad Splitt Lösungen für die Vorschau bis hin zu neuen Kreuzschienen in diesem Jahr.
Nunmehr sind wir kurz davor nicht nur in SD, sondern bald auch HD in funkhausfähiger Qualität produzieren zu können.
Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wird es mit unserer mobilen Produktionseinheit dann auch möglich sein einen enormen Teil der bisher nötigen Zeit für Transport, Aufbau und Abbau zu sparen. Interessierten ist es dann möglich, dank dem fixen Aufbau, sich nun voll darauf konzentrieren zu können das Maximale aus den Gerätschaften herrauszuholen. Mit den so erreichten dauerhaften Setups können wir nun noch mehr Routine entwickeln und unseren iSTUFF Formaten ein Werkzeug an die Hand zugeben, mit dem sich schneller und einfacher Sendungen an ungewöhnlichen Locations realisieren lassen.
Wie wärs mit einer Sendung Live von deinem WG Konzert? Oder einer Aufzeichnung auf dem Marktplatz? Oder der ultimativen Sendung aus Sommerloch im Sommerloch ;-) Alles was es braucht ist ein Stellplatz und eine zündende Idee.

Doch was kann unsere kleine aber feine, fahrbare Regie eigentlich alles?

In der aktuellen Ausbaustufe werden wir in der Lage sein 12 SD und zwei HD Videokanäle zu verarbeiten. Je nach Event können wir also z.B. 12 Kameras am Spielfeldrand des Finales der Campusliga auffahren. Oder wir können unsere beiden Keyer am Bildmischer mit jeweils zwei Matte Keysignalen füttern, um mit einer hübschen Effektblende auf eine unserer rechnerbasierten MAZen umzuschalten.
Ein Picture in Picture Effekt wie ihr es aus großen Unterhaltungsshows, wie Schlag den Raab kennt. Kein Problem! Oder auch abseits klassischer TV Pfade sind Veranstaltungen, wie Leinwand Bespaßungen bei Konzerten oder ein VJ'ing Setup bei der nächsten großen Party im Club denkbar.

Zu unserem aktuellen GV Indigo Bildmischer gesellen sich noch zwei P2 MAZen, so dass es auch möglich sein wird, kurzfristig vor Ort Material drehen, schneiden und gleich versenden zu können.
Die Signalverteilung erfolgt über drei Full-HD fähige Videokreuzschienen, so dass wir im Fahrzeug selber einen Quasi 58x58 3G-SDI Crosspoint und um für alles gewidmet zu sein auch noch eine kleine 16x16 FBAS Kreuzschiene haben. Um außerhalb des Fahrzeuges noch Bildschirme, Beamer oder ähnliches für z.B. die Moderatoren anschließen zu können, wird es ein spezielles Stagebox Rack geben das selber noch ein Mal über einen 20x20 Kontenpunkt verfügt. Damit steigern wir nebenbei auch die Reichweite zu unseren Kameras und können auch noch einmal mehr Geräte versorgen, als unser Multicore Kabel ansich schon zulassen würde. So können wir nach 75m vom Ü-Wagen zur Eventlocation noch mal richtig Gas geben, was gerade bei HD ein enormer Vorteil sein wird, da dort selbst mit den sehr guten Koax-Kabeln von Sommer sonst Schluss wäre.

Um all den Datenmengen Herr zu werden, soll ein zentrales NAS[2] zum Einsatz kommen. Dafür steht uns ein 9TB großes Raid System zur Verfügung, welches wie dem aktuellen Trend der Profies folgend, per vier GBit Netzwerkports angeschlossen ist. So haben wir ausreichend Perfrmance, um gleichzeitig mehrere Video-Kanäle aufzuzeichnen und auch parallel dazu Video- und Grafikdaten mit bereit zu stellen.

Zu guter Letzt wollen wir natürlich auch möglichst flexibel für echte Liveberichterstattung sein. Daher wollen wir unser bisheriges Streaming Know-How über das normale h.264 und kabelgebunde Verfahren hinaus erweiteren und versuchen über LTE[3]-Netze die Videofeeds zu unserer Sendeinfrastruktur auf dem Campus zu bekommen.

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Serial_Digital_Interface
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Network_Attached_Storage
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/LTE